Freitag, 25. März 2016

Islam: Warum wir eine falsche Koran-Interpretation brauchen

von Aziz Efendi (d. 16 August 1934)
[Public domain], via Wiki Commons
von Jorge Arprin
Stellen wir uns vor, der Nationalsozialismus wäre eine Religion. Das heißt, Menschen würden als Babys zu Nazis getauft und würden fortan als Nazis gelten, auch wenn sie nicht viel oder gar nichts über den Nationalsozialismus wüssten. Die meisten würden den Tag der Machtergreifung, den Anschluss von Österreich und Hitlers Geburtstag feiern, nach einem “Nazi-Ritus” heiraten und in ihrem Pass würde unter Religion “Nazi” stehen. Was würde passieren, wenn Menschen anfangen würden, im Namen des Nationalsozialismus Verbrechen zu begehen und sich dabei explizit auf Worte des Propheten Hitler und auf das heilige Buch ''Mein Kampf'' beziehen würden?

Natürlich würden die Nazis nicht einfach aufhören, an den Nationalsozialismus zu glauben. Sie würden sagen: ,,Hey, nicht alle Nazis sind Verbrecher, es gibt ganz normale Nazis wie du und ich. Wir brauchen eine zeitgemäße Auslegung von ''Mein Kampf'', zu Hitlers Zeiten wurde Deutschland von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs unterdrückt, das kann man nicht mit heute vergleichen. Außerdem hat Hitler nicht alles so gemeint, wie es Nazi-Fundamentalisten interpretieren: Der Rassenkampf war eine Aufforderung zur inneren Anstrengung, nicht zum Kampf gegen andere. Und Hitler hat viel Gutes gemacht: Er beendete die ständigen politischen Unruhen und Regierungswechsel, besiegte die Arbeitslosigkeit und schuf ein vorbildliches Sozialsystem mit großzügigen Urlaubsangeboten für die Arbeiter und flächendeckender staatlicher Fürsorge für jedes Kind ab 5 Jahren.''

Und letztlich wäre diese Vorgehensweise wohl die beste, weil es unmöglich wäre, den Nazis einfach zu sagen: ,,Eure Religion ist falsch, rassistisch, nicht mit unseren Grundwerten vereinbar und deswegen solltet ihr sie abschwören, wenn ihr hier bleiben wollt.” Eine starke Identität wie eine Religion verschwindet nicht einfach so. Statt den Nationalsozialismus zu beenden, wäre es das Klügste, sich um eine “zeitgemäße” (also massiv verdrehte) Auslegung von ''Mein Kampf'' zu bemühen, die der Mehrheit der 80 Millionen friedlichen Nazis gerecht würde. Dieses hypothetische Beispiel führt uns zum echten Beispiel mit dem Islam und zeigt, was für eine Taktik die erfolgsversprechendste ist, um mit dem Islamismus fertig zu werden.

Zuerst muss klargestellt werden, dass es einen friedlichen, toleranten Islam nicht gibt. Die heiligen Schriften des Islam kann man so heruminterpretieren wie man will, es findet sich keine Basis für eine Vereinbarkeit mit einer freien Gesellschaft. Angehörige von anderen Religionen, Blasphemisten, Apostaten, Frauen und Homosexuelle können niemals gleichberechtigt leben. Die ständige Behauptung, etwas sei “gar nicht so gemeint”, ist absurd. Wenn etwas geschrieben steht, ist es so gemeint, die intoleranten und gewalttätigen Stellen des Koran sind nicht ironisch gemeint. Wer trotzdem im Koran eine Anleitung für eine freiheitliche Demokratie findet, der findet auch in den Schriften von Mises und Hayek eine Anleitung für eine sozialistische Volksrepublik. Glücklicherweise lebt die große Mehrheit der Muslime nicht streng nach den Regeln des Koran. Aber die Religion spielt eine starke Rolle in der Gesellschaft und Politik.

Welche Folgen es hat, wenn Religion an Einfluss gewinnt, konnte man im letzten Jahrzehnt sehen. Galt der Islamismus nur als Problem im Nahen Osten, Afghanistan, Pakistan und Teilen Ostafrikas, fasste er in Gegenden Platz, die früher als wenig radikalislamisch galten: In der Türkei führte Erdogans Herrschaft zur Reislamisierung, in Westafrika führt der Boko Haram eine ausgedehnte Terrorkampagne, auch Mali kämpft gegen Islamisten und das ehemals tolerante Gambia wurde plötzlich zur Islamischen Republik, in Südasien gewinnen Islamisten in Bangladesch und Indonesien an Einfluss und sogar im Balkan entstanden im eigentlich ultra-säkularen Bosnien Salafisten-Hochburgen. Nur zwei islamische Länder sind heute in Religionsfragen wirklich moderat geblieben: Albanien und Kasachstan (dafür sind sie autoritär, korrupt und von ethnischen Konflikten geplagt, aber das ist jetzt nicht das Thema).

An all dem ist die Rückbesinnung auf den Islam Schuld. Wie Sam Harris sagte: “Das Problem mit dem islamischen Fundamentalismus sind die Fundamente des Islam”. Diese sind nun mal näher an den Muslimbrüdern dran als an Lamya Kaddor oder Jürgen Todenhöfer. Ja, es gibt Hunderte Millionen friedlicher Muslime, aber das hat nichts mit dem Islam zu tun. Nun kommen wir aber zur wichtigen Frage, wie man das Problem des Islamismus lösen kann. Die eine Lösung wäre, den Islam als die totalitäre Ideologie zu entlarven, die er ist, und eine Abkehr von ihr zu fordern. Das wird aber niemals funktionieren, denn wie ich in meinem Beispiel mit der Nazi-Religion gezeigt habe, hat Religion für die Mehrheit der Menschen eine extrem starke identitätsstiftende Wirkung (und das irrationalerweise völlig unabhängig vom Inhalt ihrer heiligen Schriften), die nicht einfach so verschwindet.

Die erfolgsversprechendste Lösung, um mit dem Islamismus fertig zu werden, ist: Es braucht eine skandalös falsche Interpretation des Islams, der ihn friedlich erscheinen lässt. Selbstverständlich hätte Mohamed diese nachträgliche Reinwaschung nicht verdient, und Islamkritiker sollten weiterhin die volle Wahrheit über den Islam sagen. Doch man sollte ehrlich sein und sich eingestehen, dass das, was Menschen wie Hamed Abdel-Samad über den Islam sagen, sich niemals in der islamischen Welt durchsetzen wird. Es ist wichtig, dass ihm nicht der Mund verboten wird, egal ob von Islamisten, Linken oder “liberalen” Muslimen, aber seine Aufgabe ist eher die, Kritik an der Religion zu ermöglichen, als seiner Sicht zum Sieg zu verhelfen. Nicht mal in der christlichen Welt haben radikale Kritiker des Christentums Erfolg gehabt, stattdessen setzte sich eine “zeitgemäße” Auslegung der Bibel durch.

Es gibt durchaus viele Muslime, die bereits heute eine friedliche (also falsche) Islam-Interpretation leben und viele weitere, die solche Interpretationen verbreiten wollen. Beispiele wie Bassam Tibi und Ahmad Mansour findet man natürlich vor allem im Westen, aber es gibt sie auch in den islamischen Ländern. Es ist also nicht unmöglich: auch im Christentum hat es ja funktioniert. Neben der Möglichkeit, den Islam theologisch zu “reformieren”, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, den Islam einfach von der Politik fernzuhalten. Aber am besten wäre es, beides zu tun. Es braucht Imame, die den Propheten Mohamed so reinwaschen wie die Linkspartei die DDR: Verdreht, leugnet und ignoriert den Koran. Die ganze Menschheit würde davon profitieren.

Kommentare:

  1. Kaddor ist doch die Lehrerin in Dinslaken deren Schüler vermehrt in den Dschihad gezogen sind?!

    Ob da nicht was schief gelaufen ist, wage ich nicht in den Politisch Korrekten Denkraum zu stellen.

    Wohlan...

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  2. Nicht die friedliche Interpretation ist falsch, aber vieles was Sie hier behaupten. Sie haben keine Ahnung vom Islam, das merkt man. Hetze und Lügen dienen zwar den Rechten, aber sie Sorgen auch für Hass, Diskriminierung, und am Ende steht dann ein Krieg. Wir hatten das schon und es ist traurig das so viele Menschen daraus nicht gelernt haben was Toleranz und Akzeptanz bedeutet.

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  3. @A I B
    Kein einziges Argument bringen, aber trotzdem bullshitten, ja? Diese Gutmenschen, die jegliche Kritik am Islam sofort als Hetze bezeichnen, kotzen mich echt an. Wenn jemand Hass auf sich zieht, dann sind es Leute wie Sie. Die DDR ist gestorben, ihr IMs könnt euch also verpissen.

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  4. @A I B

    Richtig, wir hatten das schonmal. Da wurde nämlich eine judenhassende, demokratiefeindliche Massenbewegung nicht bekämpft, bevor sie mächtig genug werden konnte, um an die Macht zu kommen. Man ließ sie munter gegen die jüdische Weltverschwörung hetzen ( vgl.: antisemitische Pro-Palästinakundgebungen 2014 ), verurteilte gefasste Straftäter sehr milde und ohne großes Aufsehen bestrafen ( vgl. der Umgang mit Nils D. und anderen Syrien-Heimkehrern) und beschwichtige konsequent die Gefahr, die von ihnen ausging, während man anderen die Schuld zuschob ( vgl. AfD). Daraus haben die Deutschen tatsächlich nicht gelernt, da haben Sie recht.

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