Freitag, 11. März 2016

Draghis neuester Rohrkrepierer: Aktienmärkte brechen ein - Gold steigt

Foto: World Economic Forum (Commons)
[CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Marktkommentar von Claus Vogt
Der irrwitzige Zentralbankkult der vergangenen Jahre hat den Zenit überschritten 
Gestern hat die zentralbankgläubige Finanzmarktgemeinde wieder einmal erwartungsvoll auf Mario Draghi und seine EZB geblickt. Obwohl seine bisherigen geldpolitischen Manöver nicht die gewünschte Wirkung entfaltet haben, forderte seine Fangemeinde lautstark mehr. Offenbar hat sich die Erkenntnis noch immer nicht herumgesprochen, dass die von ihm verabreichte Medizin schlicht und einfach die falsche ist, weshalb auch eine höhere Dosierung keine Besserung verspricht.

Auch bei Draghi selbst lässt diese inzwischen doch sehr naheliegende Erkenntnis weiter auf sich warten. In seiner geldpolitischen Verbohrtheit scheint er völlig lernresistent zu sein. Anstatt endlich die richtige Lehre aus dem von der internationalen Geldpolitiker-Nomenklatura angerichteten Schaden zu ziehen, hat er erneut die Dicke Berta in Stellung gebracht und wild drauflosgefeuert. Das Bild der dicken Berta passt perfekt zu dem geldpolitischen Irrsinn der vergangenen Jahre. Wie damals vor Verdun weigern sich die Verantwortlichen auch jetzt wieder, die Realität zu akzeptieren, die gemachten Fehler zu erkennen und eine Umkehr einzuleiten. Stattdessen halten sie an dem eingeschlagenen Weg fest und führen das einfache Volk in die Katastrophe. 

Draghi sorgt für das Ende der Bearmarketrally an den Aktienmärkten 

Wie Sie inzwischen sicherlich bereits wissen, hat die EZB nicht nur weitere Zinssenkungen bekanntgegeben, sondern auch ihr rechtsbrüchiges Anleihenkaufprogramm ausgeweitet. In Zukunft werden nicht mehr „nur“ 60 Mrd. € pro Monat neu kreiert, um damit Anleihen zu kaufen, sondern 80 Mrd. €, ein Mehr von stattlichen 33%.

Als Draghi im Frühjahr 2015 das ursprüngliche EZB-Anleihenkaufprogramm auf den Weg brachte, konnte man überall lesen, wie bullish diese Maßnahme für den Aktienmarkt sei. Daraufhin zeigte ich den Lesern meinesBörsenbriefes Krisensicher Investieren einen Chart, der den Kursverlauf des DAX seit 2007 darstellt und dazu die großen Veränderungen der EZB-Bilanzsumme während dieser Jahre. Da diese Anleihenkäufe zu einem entsprechenden Anstieg der EZB-Bilanzsumme führen, gibt ein Blick auf die EZB-Bilanz nämlich einen sehr guten Eindruck von dem tatsächlichen Ausmaß geldpolitischer Maßnahmen.

Werfen Sie nun einen Blick auf die aktualisierte Version dieses Charts. Wie Sie sehen, zeigt sich hier ein erstaunlich deutlicher Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Bilanzsumme und dem Verlauf des DAX. Allerdings ist dieser Zusammenhang genau andersherum als landläufig behauptet wird. 

DAX und Veränderungen der EZB-Bilanzsumme, 2007 bis 2016 

Der Zusammenhang zwischen Veränderungen der EZB-Bilanzsumme und des
DAX ist nicht so einfach wie landläufig behauptet.
Quelle: www.krisensicherinvestieren.com
Im März 2015 lautete mein Fazit: Wenn sich diese vielleicht überraschende, aber sehr klare Korrelation zwischen DAX und EZB-Bilanzsumme fortsetzen sollte, dann muss man zu dem Ergebnis kommen, dass dem DAX schon bald sehr schwere Zeiten bevorstehen.

Tatsächlich hat der DAX kurze Zeit später sein zyklisches Hoch von 12.400 Punkten erreicht. Danach ging es, wie Sie sehen, deutlich abwärts. Jetzt gehe ich davon aus, dass der neuste Rohrkrepierer Draghis das Ende der Baermarketrally des DAX eingeleitet hat, die Mitte Februar begonnen hat. Stellen Sie sich in den kommenden Wochen auf weitere Kursrückgänge ein. 

Zentralbankmachenschaften sind zusätzlicher Treibstoff für die Goldhausse 

Während die geldpolitischen Machenschaften von Draghi und Konsorten für die Aktienmärkte offenbar bearish sind, werden sie wahrscheinlich die noch junge Goldhausse zusätzlich befeuern. Dabei sehe ich allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen den Anleihenkäufen der EZB und der Höhe des Goldpreises. Die für Gold bullishe Botschaft besteht vielmehr im Versagen der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen der vergangenen Jahre, die nach und nach auch der eifrigste Anhänger des Zentralbankkults erkennen wird.

Im gleichen Maße, in dem das Versagen der Zentralbanken wahrgenommen wird, werden die Anleger nach Mitteln und Wegen suchen, mit denen sie sich vor den Folgen dieser kurzsichtigen und verantwortungslosen Politik schützen können. Und der beste Schutz vor wild gewordenen Zentralbankern und Regierungen, denen der Staatsbankrott droht, ist und bleibt Gold. 

Die Goldhausse hat begonnen: Nutzen Sie die Gelegenheit 

Wie wir auch an dieser Stelle schon geschrieben haben, signalisieren unsere Modelle und Indikatoren, dass wir uns am Beginn einer großen Goldhausse befinden. Erstmals seit 2011 hat auch unser Krisensicher Investieren Preisbänder-Indikator wieder eine generell bullishe Konstellation angenommen.

Dieser Indikator hat uns schon in den Jahren 2001 bis 2011 hervorragende taktische Dienste beim Kauf und Verkauf von Goldminenaktien geleistet. Wir sind sicher, dass er das auch in den kommenden Jahren der Goldhausse wieder tun wird. Lassen Sie sich die großartigen Chancen der kommenden Monate und Jahre nicht entgehen. Testen Sie noch heute meinen Börsenbrief Krisensicher Investieren – 30 Tage kostenlos.

Kommentare:

Tommy Casagrande hat gesagt…

Ich denke nicht, dass es zwingend ist, dass Draghi diese Politik fährt, weil er an sie glaubt. Möglich ist es aber nicht zwingend. Oder nicht zwingend der einzige Faktor. Die Staaten Europas sind dermaßen verschuldet, dass bei Zinsanhebungen Staatsbankrotte drohen. Allein daher ist es nachvollziehbar, dass die EZB die Zinsen nicht erhöhen wird.

StenkerHank hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
StenkerHank hat gesagt…

Glauben tut er nicht an seine Handlungen. Er kauft lediglich Zeit, und nur das zählt für Graf Zahl.

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