Donnerstag, 4. Februar 2016

Über den Debitismus - Geld als Schuld

von Tommy Casagrande
Der Debitismus behauptet, Geld sei kein Tauschmittel. Anstelle dessen wird behauptet, es sei ein Schuldschein. Auf dieser Grundlage basierend hat der Debitismus sich ein in sich stimmiges theoretisches Konstrukt geschaffen. Jedoch steht und fällt es mit der Begriffsdefinition von Geld. 

Um die Behauptung zu widerlegen, Geld sei kein Tauschmittel, genügt es, den Fokus auf die Begriffsdefinition zu legen. 

Ein Geld, nicht Geld an sich - so etwas gibt es nicht - ist immer das "marktfähigste Produkt" solange es nicht durch Zwang in einem freien Markt verboten wird. 

Geld ist nichts weiter als der Name des Tauschmittels, mit dem am Markt am leichtesten getauscht werden kann.

Wenn alle Marktteilnehmer bereit sind ihre Tauschwaren für Butter zu tauschen, wird aus Butter ein Geld. Die Butter hat dann zwei Funktionen. Erstens als Genussmittel, und Zweitens als Tauschmittel. 

Auf einem unbehinderten Markt wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit (mit großer Wahrscheinlichkeit sage ich darum, weil in einer freien Gesellschaft Menschen natürlich auch frei darin sind, umständliche Tauschmittel zu verwenden, wenn sie das möchten) nur das Geld durchsetzen, welches die besten Voraussetzungen mitbringt, also unter anderem dauerhaft ist (das ist Butter nicht, die wird ranzig), einen hohen Tauschwert bei geringer Menge bietet (wie viele Tonnen Butter braucht man, um ein Auto einzutauschen?), und eine gute Teilbarkeit (Eier zum Beispiel kann man nicht teilen ohne Rührei zu bekommen).

Aus diesem Grund haben sich im Laufe der Geschichte Edelmetalle als Tauschmittel etabliert. Es gab aber auch andere. Jüngeres Beispiel sind Zigaretten in Kriegsgefangenenlagern. 

Ist einmal ein Geld akzeptiert, kann es auch als Vergleichswert benutzt werden. Dieser Vergleichswert ist es, der es uns erlaubt, Gewinn und Verlust relativ einfach zu berechnen, indem man die Werte aller anderen Waren mit ihrem Buttergeldwert vergleicht, kurz: Buchführung betreibt. 

All dies wird von den meisten Ökonomen entweder bestritten, als zu trivial betrachtet oder schlichtweg abgelehnt. Ich kann dies an dieser Stelle nicht weiter erläutern und muss es jetzt einmal so stehen lassen. 

Der rettende Anker gegen alle Geldtheorien, die auf dem Markt sind, ist die Definition. Ein Geld ist das marktfähigste Produkt in einem unbehinderten Markt.

Die Schuldgeldidee (Debitismus) definiert Geld anders. Für sie ist Geld das, was der Staat bestimmt. Ein gesetzliches Zahlungsmittel. 

Auf dieser Basis baut die gesamte Theorie auf und ist dann auch ziemlich schlüssig. Nur ist eben die Grundannahme falsch.

Genauso wie die Infinitesimalrechnung in sich zwar schlüssig sein kann, jedoch völlig absurd wird, wenn man nicht akzeptiert, dass eins und eins zwei ergibt, genauso absurd ist es eine Wirtschaftstheorie zu entwickeln und die Grundlage des Wirtschaftens, menschliches Handeln, außer Acht zu lassen.

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