Donnerstag, 18. Februar 2016

Sechs kreative Methoden, um Dein Geld spurenlos in Sicherheit zu bringen

CC0 Public Domain/
pixabay
von Christoph Heuermann, dem Staatenlosen
Auf Staatenlos haben wir uns bereits mit offensichtlichen Methoden beschäftigt sein Geld legal ins Ausland zu überweisen. Heute soll aus Informationszwecken ein Exkurs erfolgen, auf welchen weiteren Wegen eine Überweisung möglich ist, ohne jedoch nachvollziehbar zu sein.

Wer sein Geld spurenlos auf ein Offshore-Konto bringen möchte, kann nämlich durchaus gute Gründe dafür haben. Solange er seine Kapitaleinkünfte entsprechend versteuert, kann dies durchaus legitim sein um seine finanzielle Privatsphäre zu sichern. Schließlich muss nicht jeder wissen, wo er seine Konten hält – schon gar nicht der bald geschiedene Ehe-Partner oder rachsüchtige Geschäftspartner.

Denn alles Bankgeheimnis nützt nicht, wenn der Überweisungsweg auf das Offshore-Konto ersichtlich ist. Und während Überweisungen die einfachste Art darstellen, sind sie nicht die einzigen legalen Möglichkeiten, die Besitzern von Offshore-Konten zur Verfügung stehen. Oft gilt dabei das Paradox von Geheimhaltung durch Offensichtlichkeit. Manche Methoden sind so offensichtlich, dass niemand eine damit verbundene Überweisung auf ein eigenes Offshore-Konto erwarten würde. Niemand wird also nach dem Verbleib des Geldes fragen bzw. kann mit einem offiziellen Schreiben den Verbleib des Geldes bestätigen.

Die Auflistung der folgenden Methoden erfolgt unter der Annahme, dass das Geld bereits versteuert wurde. Ob die Methode dann legal ist, hängt von den jeweiligen lokalen Gesetzen ab. Ob sie legitim ist, ist wiederum eine ganz andere Frage.

Sei also nicht dumm und erkundige Dich vorher über geltende Gesetze.

Schichtung (Verdunkelung)

Eine der ältesten Tricks, der jedoch sehr zeit- und kostenintensiv ist. Dabei startet man mit einer unschuldig aussehenden Überweisung von einem ausländischen Konto, das sich in keiner Steueroase befinden sollte. Großbritannien ist hier eine oft genutzte Jurisdiktion, von der das Geld in reputable Steueroasen wie Malta oder Gibraltar geschickt wird. Von dort wird das Geld an eine Jurisdiktion weitergereicht, die ein stärkeres Bankgeheimnis besitzt. Der Prozess kann so oft, wie man will, wiederholt werden, bis die Summen ihren endgültigen Bestimmungsort erreichen.

Konten in diesem Prozess sollten nicht auf den eigenen Namen laufen, sondern auf ein Offshore-Unternehmen mit nominierten Gesellschafter und Geschäftsführer. Dabei ist es wichtig, niemals an das gleiche Konto von mehr als einer Bank in der Zahlungskette zu überweisen. Gleichzeitig sollten Banken am eigenen Aufenthaltsort vermieden werden.

Für Behörden ist diese Methode fast unmöglich aufzudecken. Komplexere Strukturen, bei denen das Geld mehrere Male weitergeschoben wird, erfordern einen massiven Zeit- und Kostenaufwand. Oft müssen die Behörden aufgeben, nachdem sie die ersten paar Schichten bereits geknackt haben.

Natürlich wird es mit jeder zusätzlichen Schicht auch aufwändiger und teurer für den Konten-Besitzer. Banken wollen keine Transit-Banken sein, sondern am Geld auf Konten verdienen. Generell werden solche Transaktionen daher stark überwacht. Was bei solchen Transit-Konten zu beachten ist, erfährst Du in meinem in Kürze erscheinenden Buch: „Weil Dein Geld Dir gehört: mit Offshore-Banking durch die Krise“.

Rechnungslegung

In diesem Fall wird ein Offshore-Unternehmen gegründet, mit dem man sich selbst Rechnungen stellt. Diese Rechnungen sollten nicht greifbare Güter und Dienstleistungen umfassen, beispielsweise Web-Hosting, IT-Beratung, Computerspiel-Spielzeit oder VOIP-Dienstleistungen. Natürlich sollte man diese nicht versuchen von der Steuer abzusetzen, weil dies bei Offshore-Unternehmen oft nicht möglich ist.

In den meisten Ländern ist die relativ einfache und sichere Methode eine Grauzone, in Deutschland ist sie als illegal zu werten. Hohe Summen können damit ohnehin nicht transferiert werden.

Online-Glücksspiel

Online-Glücksspiele sind eine beliebte Methode, die jedoch zunehmend schwieriger wird. Sie eignet sich vor allem für kleinere Summen unter 10.000€.

Dabei wird Geld auf mehreren Glücksspiel-Seiten geparkt, je mehr desto besser. Die Einlage sollte bei einer Methode erfolgen, wo keine Rücküberweisung möglich ist. Das heißt in der Regel Kreditkarte oder Paysafecard. Falls nämlich jemand nach dem Verbleib des Geldes fragt, kann man sich mit einer Geschichte über seine Glücksspielsucht herausreden.

Nach der Einlage muss das Geld mindestens einmal vollständig für Glücksspiele benutzt werden. Dies ist notwendig, weil der Anbieter sonst Geldwäsche wittert. Dies tut er allerdings auch, wenn die falschen Glücksspiele gewählt werden. Gerade Wetten mit geringem Risiko sind zu vermeiden – etwa, dass Deutschland San Marino im Fussball schlägt oder Neuseeland die Schweiz im Rugby. Einem guten Risiko-Analyst würde dieses Verhalten auffallen.

Stattdessen sollten viele Runden Black Jack, Video Poker oder andere Casino-Spiele gewählt werden. Viele Runden mit minimalen Einsätzen sind erforderlich um das Verlust-Risiko zu minimieren. Dabei kann auf Bots zugegriffen werden, die dies für einen erledigen. Dafür sollte man jedoch technisch begabt genug sein, diese ein menschliches Verhalten simulieren zu lassen. Falls nicht gerade ein Glücksspiel-Pro, wird es wahrscheinlich Verluste geben, die bei vielen Runden mit kleinen Einsätzen jedoch gering ausfallen. Obwohl zeitaufwändig und oft mit Verlusten verbunden, bleibt es eine oft gewählte Methode mit geringem Risiko.

Gerichtliche Klage

Diese kreative Methode kann auf mehrere Arten erfolgen, bedeutet essentiell aber sich selbst durch ein eigenes Offshore-Unternehmen zu verklagen und die geschuldeten Geldsummen auf sein eigenes Offshore-Konto zu überweisen. Bestechend in seiner Offensichtlichkeit ist das Risiko richtig gemacht sehr gering. Allerdings kann sich natürlich ein Schuldspruch negativ auf die Person auswirken. Auch ist es eine Methode, die selten zweimal angewendet werden kann, es sei denn man kooperiert mit entsprechenden Vertrauenspersonen.

Wohltätigkeitszwecke

Diese Methode ist selten legal und in vielen Augen noch illegitimer. In diesem Fall werden Offshore-Unternehmen oder -Stiftungen gegründet, die einen Namen ähnlich einerWohlfahrtsorganisation tragen. An diese wird einfach ein Betrag nach Wahl gespendet.

Ist man sehr kreativ, gründet man seine eigene Charity und setzt Webseiten und ähnliches auf um sie Nachprüfungen standhalten zu lassen. Gerade wenn man auf die Idee kommt, seine Spende an sich selbst noch von der Steuer abzusetzen, sollte eine entsprechend ausgefeilte Struktur für die Charity stehen. Spenden an Fake-Charities sind in vielen Ländern aber illegal und Steuerbehörden sind neuen oder wenig bekannten Wohltätigsorganisationen meist sehr skeptisch gegenüber, gerade wenn sie aus Steueroasen stammen.

Mit Bargeld und Edelmetallen reisen

Mit dem Geldkoffer in die Schweiz zu reisen ist nicht mehr möglich. Zumindest werden ihn Bankfilialen nicht akzeptieren. Trotzdem ist die alte Art immer noch legal in der Europäischen Union, sofern unter 10.000€ mit auf Reisen genommen werden. Alles darüber muss deklariertwerden, was an sich kein Problem darstellt. Inwieweit dies jedoch durchsetzbar innerhalb der Offenen Grenzen des Schengen-Raumes ist. ist die andere Frage. Selbst bei Flugreisen ist die Gefahr eher gering kontrolliert zu werden.

Während die Schweiz keine hohen Bareinlagen mehr akzeptiert, ist dies in anderen Ländern weiterhin eine relativ normale Sache. In vielen Ländern sind Geldkarten etwa noch Mangelware, weshalb deren Banken zwingend auf Bares angewiesen sind. Dazu gehören unter anderem Banken in Armenien, Aserbaidschan, Liberia, Tansania und vielen weiteren afrikanischen Staaten. Oft stehen diese jedoch auf gewissen Listen und unter gewisser Beobachtung. Außerdem besteht immer die Gefahr seine unversicherten Taschen zu verlieren. Gerade für Nummern-Konten innerhalb Europas bleibt es aber eine attraktive Möglichkeit. Auch mit diesen pseudonymen Konten werde ich mich in meinem neuen Buch auseinandersetzen.

1 Kommentar:

Elke hat gesagt…

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