Dienstag, 16. Februar 2016

Politik und Journalismus: Grunzender Gleichklang

Bild: CC0 Public Domain/pixabay.
von Kurt Kowalsky, aus der Reihe "Kowalsky berichtet aus der Schweineherrschaft"
"Das grundsätzliche Problem der Demokratie ist vermutlich, dass immer mal wieder die Macht der Dummheit siegt", schreibt Wolfgang Herles und meint, die größte Gefahr für den politischen Journalismus wäre Komplizenschaft mit Politikern. Ach was?

Das sind leider die falschen, die verharmlosenden Kategorien. Das grundsätzliche Problem der Demokratie ist die Verschleierung ihrer monströsen Hinterhältigkeit. Und an dieser Verschleierung hat gerade der Journalismus einen gewaltigen Anteil.

Der "Rapist" tritt als Psycho-the-rapist auf und suggeriert Mitbestimmung und Meinungsfreiheit. Als würde es einem Vergewaltigungsopfer irgend etwas nutzen, kann es kurz vor seiner Schändung nochmals seine Meinung sagen.

Und selbstverständlich sollten die hilflosen Protestierer darauf achten, dass sie die Ehre der Person (§374 StG) nicht verletzen, den Staat und seine Symbole nicht verunglimpfen (§ 90a StGB) oder (Gott bewahre) das (Mit-)Volk nicht verhetzen (§130 StGB).

Ja, es ist offenbar leicht verhetzbar, dieses Volk, von dem angeblich nach Art. 20 GG die Staatsgewalt ausgeht.

Wo ist der Beitrag eines "kritischen", "objektiven" oder "was sonst noch" Journalisten, der diese wohlklingende Farce auch nur einmal hinterfragt hätte? Fehlanzeige!

Keine Staatsmacht geht von irgend einem Volke aus. Wie sollte sie auch? Setze dies doch Willensklarheit und Ernsthaftigkeit voraus. Im Gegenteil, der überwiegende Teil des Volkes hat noch nicht einmal den Willen, seine eigene Hilflosigkeit zu überwinden.

"Wenn man lange genug wartet", so ein japanisches Sprichwort, "wird das schönste Wetter." Und frei nach Wolf Biermann, warten so die Narren an des Flusses Ufer, bis das Wasser abgeflossen. Oder in anderen Worten: ...bis das Land ausgebeutet und ruiniert, mit einer völlig verdummt und vereinzelten, gespaltenen Bevölkerung, nach dem nächsten Krieg wieder aufgebaut werden kann.

Mit Dummheit an der Macht hat das alles nichts zu tun. Es ist das fatale Resultat einer über 60-jährigen Indoktrination, die darauf abzielte, dass es etwas mit "Recht" und "Freiheit" zu tun hätte, greift man in die Souveränität anderer Personen ein.

Der Eingriff in die Souveränität anderer Personen ist die Ursache nahezu aller Konflikte. Ob in Partnerschaft oder Ehe, ob bei Konflikten zwischen den Generationen oder Gemeinschaften und Staaten, stets glaubt die eine Seite, die andere zu einem Handeln nötigen zu dürfen, das Letztere so nicht präferiert hätte. Die Bereitschaft, die Souveränität und Integrität anderer zu verletzen ist dann auch der gemeinsame Nenner aller politischen Gauner.

Wenn die Roten die Braunen, die Schwarzen die Grünen, die Gelben die Blauen bekämpfen, lenkt dies trefflich von ihrem gemeinsamen Willen ab, andere Menschen nicht so leben lassen zu wollen, wie sie dies gerne möchten.

Der Begriff der "freiheitlich-demokratische Grundordnung" ist heute das Schibboleth für staatlich legitimierte Bevormundung und Unterdrückung.

Und an dieser Indoktrination hat der Journalismus einen gehörigen Anteil. Man schmiert sich gegenseitig und der geneigten Leserschaft diese freiheitlich-demokratische Grundordnung unter die Nase und bildet sich dabei noch ein, man wäre ein kritischer Geist, ist man vermeintlich oppositionell.

Vielleicht sollte man mal den Griffel beiseite legen, hat man seit dem Gemeinschaftskundeunterricht nichts mehr dazu gelernt. Das Grundgesetz und seine Gesetzes-, sprich Willkürvorbehalte sind eine gute Lektüre zur Weiterbildung.

Ohne Jurist zu sein, würde man dann vielleicht erkennen, wie die Gewaltherrscher Begriffe wie "Würde", "Freiheit", "Unverletzlichkeit" oder "Meinung" definieren und relativieren.

Natürlich ist es in jedem Schweinestall behaglich warm, doch bei einem Mindestmaß an Individualität und Denkvermögen, wäre es beliebig unwahrscheinlich, dass alle im Gleichklang grunzen.

Die Berichterstattung über die freiheitlich-demokratische Massenvergewaltigung ist dann auch nicht lügenhaft, sie findet erst gar nicht statt.

Hier ist die eigentliche Komplizenschaft des politischen Journalismus mit den Politikern. Und diese Systemtreue ist keine Erscheinung der letzten Jahre, sie ist Wesensmerkmal seit der Entstehung gewaltmonopolistisch beherrschter Gesellschaften.

Ich wünsche allen eine angenehme Lektüre bei der täglich erzwungen Kopulation von Staatsherrschaft und Willensfreiheit. Auf neudeutsch: "Ich fick dich! Ehrlich! Hier, kannst du lesen!"

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