Montag, 29. Februar 2016

Klare Kante: Der Wochenrückblick (KW 9/2016)

Michael Auksutats' Statements der Woche
Über die irren Deutschen:
Die Amis glauben die Deutschen seien Irre.
Die Russen glauben die Deutschen seien Irre.
Die Japaner glauben die Deutschen seien Irre.
Nur die Deutschen glauben sie seien Napoleon. 
Läuft.

Über den fürsorglichen Verfassungsschutz:
Es ist übrigens interessant, dass sich um heimkehrende, professionelle Köpfer der Verfassungsschutz ganz persönlich kümmert und ihnen Job, Wohnung und Geld besorgt, um nach den entbehrungsreichen Jahren des Kampfes eine übergangslose Reintegration in den Schoss der Demokratie zu gewährleisten, während der Ostdeutsche an sich bei jeder unästhetischen Lautäußerung offensichtlich sein Existenzrecht verwirkt hat.
Vielleicht nimmt man staatlicherseits das Schwert schlicht ernster als das Transparent.

Über Wertekanon und Gesellschaft:
Jedes Gemeinwesen lebt davon, dass die Mehrheit seiner Mitglieder einen bestimmten Wertekanon teilt und seine Gesetze nicht deswegen befolgt, weil deren Übertretung mit einer Strafe geahndet wird, sondern weil schlicht der Wertekanon die Richtschnur des Handelns dieser Mehrheit darstellt. Polizeiliche Durchsetzung der Gesetze ist also nur bei einer Minderheit der Mitglieder der Gesellschaft geboten. 
Wenn entweder die Gesetze so geändert werden, dass sie nicht mehr dem Wertekanon der Gesellschaft entsprechen, oder die Gesellschaft Zulauf durch Menschen erhält, die einen anderen Wertekanon besitzen, wird das Gemeinwesen vor die Wahl gestellt die Gesetze zu ändern oder die Gesetze mittels brutaler Gewalt durchzusetzen, was in einem Polizeistaat mündet.
In beiden Fällen ist das Ergebnis eine andere Gesellschaft.

Über skurrile Länder:
Ich stelle mir vor, ich würde in einem Land leben, das ständig von share economy und digitaler Zukunft schwadroniert und keine Gelegenheit auslässt, den Segen der Arbeitszeitsouveränität zu beschwören - und dann Uber verbietet. 
Das wäre ziemlich skurril.

Über Möglichkeiten der Beseitigung der Armutsflucht:
Was ich übrigens bei der Flüchtlingsdebatte (soweit man das noch so nennen kann) ganz spannend finde, ist, dass niemand thematisiert, den Produzenten der Herkunftsländer beispielsweise zollfreien Zugang zum Europäischen Markt zu gewähren, um eben die Notwendigkeit der Armutsflucht abzumildern. Außerdem vermisse ich die Forderung an die Herkunftsländer Rechtssicherheit herzustellen, um Investitionen und Produktion zu ermöglichen.
Desweiteren höre ich nichts von Einreiseverboten und Kontosperrungen für politisch Verantwortliche jener Länder, aus denen tatsächlich politisch Verfolgte stammen.
Während die EU also Produktion in Israel/Palästina, von der sowohl Israelis als auch Palästinenser profitieren, am liebsten aus den Geschäften verbannen würde, tut sie nichts um den Migrationsdruck zu vermindern.
Falls der ein oder andere Einwand meinerseits ungewollt neurechts sein sollte, distanziere ich mich bereits jetzt von ihm.

Über Schengen:
Was mir als Laien ein ewiges Rätsel bleiben wird ist, dass die "Aussetzung" von Schengen realistischer ist, als ein gesamteuropäischer Grenzschutz. Als Nichtfachmann könnte man ja die Vermutung aufsitzen, dass die Grenzen der einzelnen Länder in ihrer Gesamtheit länger sind, als die Grenze des Schengenraums an sich. Es kann ja nicht sein, dass es dem Land zwar gelingt einen lückenlosen Rundfunkstaatsvertrag zu schaffen, der auf ewig die Besitzstände der Lindenstraßendynastie sichert, aber es keine Grundlage für einen stabilen Schengen-Raum gibt.
Es könnte aber natürlich sein, dass mir hier einfach die Fachkenntnisse fehlen.

Über die Undankbarkeit des Polizistenberufs:
Wenn eine Gesellschaft den Beruf des Polizisten zu einem der undankbarsten des Landes macht, dann muss sie sich nicht wundern, wenn nach und nach jene Polizist werden, die auf Dankbarkeit nicht angewiesen sind.

Über Schockbilder auf Zigarettenpackungen:
Ich bin dankbar und froh, dass sich unsere Fürsten in ihrer Weisheit und Herrlichkeit dazu durchgerungen haben, dem Pöbel in seinem verantwortungslosen Tun endlich grafisch die möglichen Folgen aufzuzeigen.

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