Mittwoch, 27. Januar 2016

Der immer wiederkehrende Irrtum der Tierschützer - Staatliche Verbote

Bild: Wilhelm Leibl/Auktionshaus Bergmann
von Tommy Casagrande
Die nächste durchs Dorf getriebene Sau sind in diesen Tagen die Gatterjagden, die den Tierschützern ein Dorn im Auge sind. Man muss Gatterjagden nicht gut finden, doch sie zu ertragen ist Teil einer freien und offenen Gesellschaft. Darum ist es unethisch und Unrecht, sie zu verbieten. Von Außen mit der Waffengewalt des Staates über die Menschen zu herrschen ist der verhängnisvolle Irrtum all jener, die Freiheit mit Zwang, Frieden mit Gewalt und Recht mit Unrecht verwechseln.

Die Mehrheit, oder auch eine Minderheit im Namen der Mehrheit, verbietet per Gesetz eine Gatterjagd. Schön und gut, aber das diesem Verbot zugrundeliegende Prinzip hat nur das Kriterium, dass die Mehrheit, oder eine Minderheit im Namen der Mehrheit, etwas mit Staatsgewalt anderen aufzwingt. Dieses Kriterium genügt nicht, um zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Es ist fundamentlos. Nichts anderes als ein hohles Instrument der Herrschaft. Als nächstes wird per Gesetz verboten, dass ein Mensch auf zwei Beinen geht oder dass 1 plus 1 gleich 3 ist. Es hätte die gleiche Qualität wie ein gesetzliches Verbot von Gatterjagden.

Tierschutz kann kein universeller Wert sein. Er ist das Bedürfnis von bestimmten Menschen. Zudem ist auch nicht eindeutig, was sich hinter dem Wort verbirgt. 1000 Tierschützer haben untereinander zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was Tierschutz bedeutet. 

Sich unter Tierschutz einen gesellschaftlichen Zustand vorzustellen, der gleich dem Sozialismus aus einem Überwachungsapparat besteht, in dem Beamte die Verhaltensweisen der Menschen kontrollieren, ist kein Tierschutz, dem man nacheifern sollte. Der Denkfehler derer, die so etwas anstreben, ist zudem, dass ein solches System auf jene zurückfällt, die es etablieren möchten. Es braucht ja nur eine andere Seite die Machtkompetenz sich zu eigen machen.

Tiere werden von Individuen geschützt, die ein Tier besitzen. Mehr kann es, wenn man bestrebt ist in einer freien und offenen Gesellschaft zu leben, nicht geben. Alles was über die Freiwilligkeit hinausgeht, fördert die Strukturen von Herrschaft und Knechtung und endet irgendwann in Niedergang, Unfreiheit und Krieg. Als Gegner solcher Zustände muss man gegen jede Tendenz in der Gesellschaft sein, die das Prinzip von menschlicher Freiheit aushöhlt und unterwandert. 

Es ist in Ordnung mit Worten anzuprangern und es wäre noch besser, durch eigenes Vorbild eine Alternative aufzuzeigen. Schlecht ist hingegen, sich positiv für die Ausweitung staatlicher Kompetenzen auszusprechen. Schlecht ist, gegenüber dem Staat als naives Kleinkind aufzutreten und unreflektiert an eine zauberhafte Allmacht des Staates zu glauben. 

Viele Zustände, die gegenwärtig existieren, wirken gegenwärtig alternativlos. Es ist aber die falsche Option, mit Gesetzen einen Wandel herbeizuführen, weil Gesetze in der Vergangenheit einen Zustand geschaffen haben, aus dem der gegenwärtige Eindruck einer Alternativlosigkeit entstammt. Dieses Prinzip gleicht dem verhängnisvollem Versuch ein Feuer durch Benzin löschen zu wollen.

Alternativen in der Gesellschaft entwickeln sich grundsätzlich immer nur durch eine Zunahme an Freiheit und nicht durch eine Abnahme an Freiheit. Die Zunahme an Freiheit ist erreichbar durch das liberale Ideal eines Staatsabbaus. Und das ist wahrhaft alternativlos. Ohne Staatsabbau gibt es keine Zunahme an Freiheit und ohne Freiheit keine Zunahme von Alternativen. 

Das Resultat eines Zustandes mit wenig Freiheit ist ein solches, in dem gesellschaftliche Gruppen versuchen Einfluss auf den Staat zu erlangen, um die jeweils andere Seite zu unterjochen. Die Politisierung nimmt zu und kann sich dann in Schlägereien entladen, bei denen beide Seiten die jeweils andere anzeigen, begonnen zu haben. 

Wir brauchen für eine freie und friedliche Gesellschaft eine Entpolitisierung von gesellschaftlichen Bereichen, die nur durch die Rückkehr des Liberalismus und des Staatsabbaus zu erwirken ist. 

Tierschützer sollten nicht den Fehler machen und das liberale Ideal verwerfen, nur weil es Menschen oder Parteien gibt, die behaupten liberal zu sein, es aber bei kritischer Überprüfung doch nicht oder nur teilweise sind.

Kommentare:

  1. Aus welchen Gründen soll doch gleich das Nichtaggressionsprinzip nicht auch zwischen Menschen und Tieren gelten?

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  2. Weil Sie mit Tieren nicht argumentieren können.

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  3. In einer privatrechtlichen Gesellschaft wird es mehr und differenzierteren Tierschutz geben als heute: Durch private Hauseigentümer, private Waldbesitzer, in Privatschulen, durch private Vereine, in privaten Transportunternehmen, privaten Firmen, Handelshäusern, Labors u.v.a. Genauso mag es "Vereine zum Tierquälen" geben, denen aber vermutlich bald Geld und Möglichkeiten ausgehen werden.

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  4. Mit manchen Menschen kann man ebenfalls nicht argumentieren. Gilt dann zwischen diesen dummen Menschen und mir auch kein Nicht-Aggressionsprinzip?

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  5. Es geht darum, dass Tiere es prinzipiell nicht können.
    Mal ganz davon abgesehen ist es völlig unmöglich sein Leben abzuschließen ohne auch nur ein einziges Tier umgebracht zu haben. Denken Sie nur an die erschlagenen Fliegen, die zertretenen Regenwürmer und zerquetschten Stechmücken. Und bei der Nahrungsproduktion müssen auch viele Schädlinge ihr Leben lassen. Das NAP auf Tiere anzuwenden ist einfach Unfug. Sonst müssten Sie das schön vorsichtig sein, wenn Sie bei Regen draußen herumlaufen - jeder zerquetschte Wurm ist dann fahrlässige Tötung und müssten mit ca. 3 Jahren Gefänginis bestraft werden.

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  6. Gut. Tiere sind prinzipbedingt dumm. Menschen nicht. Aber dumme Menschen hätten demnach einzig und allein deshalb Rechte, weil es mindestens ein Wesen mit menschlicher DNA gibt, bei welchem Intelligenz vorliegt. Dann würden ja die Rechte eines Lebewesens von seinen Artgenossen abhängen. Das ist ein ziemlich kollektivistischer Gedanke.

    Der Regenwurm hätte ja nicht auf meine Straße laufen dürfen. Er hat aus Dummheit gegen mein Eigentum verstoßen.

    Umgekehrt dürfte ich auch nicht einen Regenwurm im Wald zertreten.

    Aber man muss ehrlich sein: Die Menschen wollen einfach bequem leben und Wälder abholzen um eine eigene Hütte bauen zu können. Völlig egal, ob zuvor ein Vogelnest (Haus) in dem Baum war. Der Vogel ist zwar nicht intelligent, aber er greift nie Menschen an. Er ist friedlicher als jeder Politiker. Der Vogel will uns auch seinen Baum nicht verkaufen, weil er nicht mit uns redet. Aber die Menschen holzen den Baum trotzdem ab.

    Jetzt schauen wir uns mal Psychopathen an. Sie beuten uns aus, weil sie kein Gewissen haben und die normalen Menschen mit Gewissen als irrational und defekt betrachten. Weil sie bequemer leben wollen. Weil sie sich als Übermenschen betrachten und uns als Menschen abklassifizieren, wie wir Tiere abklassifizieren.

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  7. Wenn das NAP für Tiere gelten würde, müssten auch die Tiere sich daran gegenüber anderen Tieren und auch Menschen halten. Sie tun das jedoch nicht. Ein Mensch gilt für seine Aggression jedoch auch dann als verantwortlich, wenn er dumm ist. Oder kommen dumme Mörder davon?
    Der Regenwurm hat nicht gegen ihr Eigentum verstoßen - erstens ist die Straße überhaupt nicht ihr Eigentum und zweitens kann man sich sicher sein, dass der Regenwurm von ihrem Eigentum keine Kenntnis hat und Sie ihn deshalb höchstens darum bitten könnten aufzuhören gegen ihre Eigentumsrechte zu verstoßen und Sie für die Verstöße zu entschädigen, wenn Sie auf ihn die gleichen Maßstäbe wie auf Menschen anwenden wollten. Sie hätten auch kein Recht die Nachbarskinder umzubringen, weil die aus Versehen auf ihr Grundstück krabbeln. Zurückbringen könnten Sie sie, aber nicht zertreten.
    Was ist übrigens mit den Rechten von Pflanzen, wieso dürfen die Ihrer Meinung nach eigentlich umgebracht werden? Da fällt mir übrigens auch noch ein: wenn das NAP für Tiere gelten würde, müsste man sie aus ihren Ställen freilassen ... Freiheitsberaubung ...
    Wenn man so genauer darüber nachdenkt, würden einem wahrscheinlich noch 100 Sachen einfallen. Sie sehen, wenn man versucht das NAP auf jede Lebensform anzuwenden gleitet es ins Absurde ab. Keine Moral kann die biologischen Realitäten aufheben. Wenn Sie leben wollen, müssen sie die Rolle erfüllen, die Ihnen die Evolution (oder wenn Sie gläubig sind eben Gott) zugewiesen hat. Praktisch jede Produktion tötet/"versklavt" Tiere und Pflanzen sowieso, auch die primitivsten Wirtschaften können es nicht vermeiden. Die menschliche Spezies wäre schon längst ausgestorben, wenn sich vor vielen Jahren alle entschieden hätten keine Tiere mehr zu töten um aus ihnen Nahrung, Kleidung und Zelte zu machen. Die Kälte hätte sie alle umgebracht.
    Moral ist nichts was Sie in irgendeiner Form schwächer macht oder Ihnen Opfer abfordert, wie praktisch alle Kollektivisten glauben, sondern ein Rezept um Sie vor der meisten Aggression zu schützen - wer selbst niemanden angreift oder Angriffe auf andere fordert wird nur die Menschen als Feinde haben, die ihn sowieso angegriffen hätten, während alle anderen dazu gar keinen Grund haben werden und mit denen beschäftigt sind, die sie angreifen.

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