Montag, 28. Dezember 2015

Deutsche Schulden über alles, über alles … in der Welt

Ständig am Wachsen: Deutschlands Schulden.
Foto: Wikipedia Commons/Elwood j blues.
184.000 Milliarden Euro Schulden weltweit – Und es nimmt kein Ende
von Roland Leuschel
„Deutschland, Deutschland, über alles, über alles wächst mal Gras. Ist das Gras ein Stück gewachsen, frisst’s ein Schaf und sagt, das war’s”, pflegte in Anspielung auf die erste Strophe von Hoffmann von Fallerslebens Deutschlandlied am Ende jeder seiner Büttenreden drei Jahrzehnte lang der „Bote vom Bundestag”, der Mainzer Jürgen Dietz, zu sagen. 

Keine Angst, ich möchte jetzt nicht auf meine alten Tage in die Karnevalszunft wechseln. Doch würden Sie nur ein Wort dieses pointierten Schlusssatzes durch ein anderes ersetzen, würde es wunderbar zu dem folgenden Text passen:

184.000 Milliarden Euro: Auf diese kaum vorstellbare Zahl beläuft sich die Weltverschuldung. An und für sich ist diese Zahl eben nur eine Zahl. Gefährlich ist dagegen die Dynamik, die hinter ihr steckt: Vor sieben Jahren betrug die Weltverschuldung 130.000 Milliarden Euro: Sie ist in dieser kurzen Zeit also um 41% gestiegen. Besonders dynamisch hat sich dabei die Staatsverschuldung mit einem Plus von 76% entwickelt, während die Schulden der privaten Haushalte „nur“ um 21% gestiegen sind.

Der Staatsschuldenstand in der Eurozone ist mittlerweile auf 9,7 Billionen Euro angestiegen. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) entspricht das 93,5% und ist erheblich höher als die 60%, die von den Eurostaaten im Stabilitätspakt von Maastricht einst als Höchstgrenze festgelegt wurden. 

Selbst wir Deutschen erfüllen die Maastricht-Kriterien nicht (mehr) 

Nun ist in der Eurozone der mit Abstand wichtigste Partner Deutschland, und der Betrachter könnte geneigt sein zu glauben, dass in Deutschland ja die Lage noch relativ günstig ist, und dieses Land die gesamte Eurozone wieder in Ordnung bringen könnte.

An dieser Hoffnung habe ich allerdings Zweifel. Denn die gesamte Staatsschuld Deutschlands liegt mit offiziell 2,2 Billionen Euro oder 71% des BIP ebenfalls schon deutlich über der 60%-Marke. Und die implizite Staatsverschuldung, die unter anderem auch Pensionsansprüche des Beamtenheeres berücksichtigt, beträgt sogar 4,4 Billionen Euro. In unserer Themenschwerpunktausgabe „Deutschlands Staatsverschuldung“ vom Oktober letzten Jahres sind wir auf dieses Thema explizit eingegangen, während wir in unserem aktuellen Themenschwerpunkt 26 Gründe nennen, die für den Beginn einer neuen Goldhausse sprechen. Wenn Sie Interesse an diesem interessanten Themenschwerpunkt haben, bestellen Sie jetzt Krisensicher Investieren 30 Tage kostenlos.

Experten haben errechnet, dass wir mindestens ein jährliches Wirtschaftswachstum von 1,5% in den kommenden Jahren benötigen, um die bestehenden Staatsschulden zu finanzieren. In den 1960er Jahren hatten wir 3,5%, in den 1970er Jahren 2%, in den 1980er Jahren 1,7% und in den 1990er Jahren 0,8% Wirtschaftswachstum. Für dieses Jahr erwarten die gewöhnlich zu optimistischen Experten 1,5%. 

Schuldenabbau bei Miniwachstum ist unmöglich 

Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass ein Abbau der Schulden in den kommenden Jahrzehnten nicht möglich sein wird – selbst wenn die nach unten manipulierten Zinsen nie mehr steigen sollten.

Also bliebe eigentlich nur die Lösung eines gigantischen Anwachsens des Sparvolumens. Aber auch dies scheint illusorisch, insbesondere in Zeiten der Nullzinspolitik. 

Sogar die Bild-Zeitung hat es verstanden: „Nie wieder Zinsen“ 

Am Donnerstag, dem 3. November 2015, gab EZB-Chef Mario Draghi bekannt, dass er das jetzige Kaufprogramm für Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat über den September 2016 hinaus bis März 2017 verlängern und somit zusätzliche 360 Milliarden Euro mehr in die Märkte pumpen wird. Den Leitzins werde er auf dem Rekordtief von 0,05% belassen. Daraufhin titelte die Bild-Zeitung in fetten Lettern: „Nie wieder Zinsen auf Erspartes!” Das sollte jedem Anleger zu denken geben. 

Niedrige Zinsen verführen Anleger zu höherem Risiko … 

Die Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch formulierte es in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2015 so: „Je länger Phasen niedriger Zinsen andauern würden, umso größere Anreize bestünden für die Marktteilnehmer, erhöhte Risiken einzugehen. Problematisch werde es, wenn die Akteure nicht über ausreichende Kapitalpuffer verfügten, um die Risiken abfedern zu können.”

Im Klartext kann das zum Beispiel bedeuten, dass bei den Versicherungen die Erträge nicht mehr ausreichen, um den vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Es kann auch bedeuten, dass Anleger, die auf der Suche nach einer höheren Rendite in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien oder Junkbonds angelegt haben, bei einem starken Kursrückgang oder einem Crash empfindlich getroffen werden. 

… dann kann ein Crash sie auf dem falschen Fuß erwischen 

Das gilt natürlich insbesondere für Anleger, die Wertpapiere auf Kredite kaufen. Und die Statistik zeigt, dass sich die Summe der Wertpapierkredite auf Rekordniveau befindet.

Der ehemalige amerikanische Präsident Thomas Jefferson, der hauptsächliche Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776, hat es einmal so formuliert: „Ich wünschte, ich könnte nachträglich einen Zusatz an die amerikanische Verfassung hinzufügen, der es jeder Regierung in Zukunft verbietet, Kredit aufzunehmen und sich Geld bei Banken auszuleihen.” 

Jetzt zählt für Sie nur eins: Gold 

Dem ist nichts hinzuzufügen. Und für einen Anleger, der auf Werterhalt seiner Ersparnisse ausgerichtet ist, bleibt unausweichlich nur die Alternative, die wir bereits vor geraumer Zeit postuliert haben: Legen Sie 25% bis 35% Ihrer Ersparnisse in physisches Gold an. Die nächste Finanzkrise steht vor der Tür, und die Notenbanken werden weiterhin die Geldschleusen öffnen.

Um auf den „Boten vom Bundestag” zurückzukommen, er würde heute wohl etwas anders formulieren: „Schulden, Schulden über alles, über alles wächst mal Gras. Ist es einmal stark gewachsen, kommt ein Schaf und frisst das Gras, große Inflation – das war‘s.” Eine große Inflation wird als unausweichliche Folge der gigantischen Staatsschuldenorgie und der sie begleitenden Geldmengenausweitung der Notenbanken mit Sicherheit kommen. Bleiben Sie also auf der Hut und bereiten Sie sich entsprechend vor. Bestellen Sie noch heute unseren unabhängigen Börsenbrief Krisensicher Investieren – 30 Tage kostenlos.

P.S.: Noch eine Warnung: Sie sollten Ihr Gold geschickt geografisch streuen.






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