Freitag, 20. November 2015

,,Ich hasse und bekämpfe nicht den einzelnen Kapitalisten, sondern das System, welches diesen Kapitalisten so privilegiert.'' (Georg Engel)

Anarchokapitalismus:
Markt statt Befehl!
von Tommy Casagrande
Man hat zu unterscheiden zwischen Anarchokapitalismus und Staatskapitalismus. Das sind zwei verschiedene Dinge. 

Das Problem ist nicht der Kapitalismus, sondern der Staat. In der Historie hat es aber nur Staatskapitalismus gegeben. Anarchokapitalismus war immer nur die Theorie, wie sich Wirtschaft entwickeln würde, wenn sie frei wäre. Frei war sie aber nie in der Realität, weil es mit dem Staat durchgesetzte Privilegien gab, die für andere Hürden waren, über die sie nicht springen konnten. 

Das schuf stets ein Ungleichgewicht, aus dem heraus sich auch die Linken gebildet haben. Die Propaganda war immer, ''wir seien frei'', ''wir haben Kapitalismus''. Das war und ist aber nur die Propaganda. Sie dient nicht dazu die Frage aufzuwerfen, ob ein Staat an sich vielleicht ein Konzept ist, das für Menschen gar nicht passt, weil sie zu individuell und verschieden sind, während ein Staat sich eine Gewalt anmaßt und auch Urteile fällt, die gegen die Freiheit eines Einzelnen verstoßen. Damit sind Staat und Recht, oder Staat und Freiheit, jeweils zwei verschiedene Dinge. Die Propaganda aber behauptet, es sei das gleiche. Auch hier, um den Staat vor Kritik zu immunisieren. Und wie man merkt, klappt es ganz gut. 

Wenn Engel von Privilegierung spricht, ist das Wort ja eh schon eindeutig. Nur ein Staat kann Privilegien verteilen, die eine Folge staatlicher Eingriffe sind. Der Kaufmann kann keine Privilegien verteilen. Er kann sich aber sehr wohl für Privilegien in seinem Sinne einsetzen, wenn es einen Staat gibt, der sich in wirtschaftliche Belange einmischt. Somit mischen sich dann auch Kaufleute zwangsläufig in die Belange staatlicher Eingriffe und Privilegien ein. Es entsteht der allseits bekannte Filz aus Big Government und Big Business.

Auch Karl Marx hat an der staatlichen Überformung des Kapitalismus Kritik geübt, nicht am Kapitalismus ohne Staat. Den theoretischen Kapitalismus ohne Staat nannte er eine Wertschöpfungsmaschine, die nötig ist, um alle zu ernähren. Er war begeistert vom theoretischen Kapitalismus. Die Überformung durch staatliche Herrschaft führte zu einem perversen Kapitalismus, den Marx kritisiert hat. Und den kritisiert auch Engel.

Einen Kapitalismus ohne Staat hat es nie gegeben. Es gab Kapitalismus mit mehr und mit weniger Staat. Und je nach dem, in welchen Bereich der Staat eingegriffen hat, kam es zu Verzerrungen am Markt und zu Schieflagen, die sich auch auf andere Bereiche auswirkten. Jedoch, selbst ein Kapitalismus mit staatlicher Überformung schafft es, einen Wohlstand zu entfachen, der eine Andeutung dessen gibt, was er könnte, wenn er von seinen Ketten entfesselt würde. 

Roland Baader betonte immer wieder: "Markt oder Befehl". Das sind die zwei Alternativen.

1 Kommentar:

  1. Die Kommunisten meinen da aber was anderes als wir. Das "System" ist wohl der Privatbesitz an den Produktionsmitteln, und das "Privileg" ist es zu den Besitzern zu gehören (egal wie man diese Position erlangt hat). Die haben total andere (falsche) Definitionen und können somit nur Bullshit daraus schlussfolgern.
    Es ist wahr, dass Marx auch den Staat kritisiert hat, aber nur, weil er nicht ansatzweise verstanden hat, wie sein eigenes System funktionieren müsste, oder er wollte es gar nicht so genau wissen, was gemessen an seinen Aussagen über die praktischen Sozialisten auch ziemlich wahrscheinlich ist. Die "Vergesellschaftung der Produktionsmittel" bedeutet in der Praxis immer Verstaatlichung, da eine Gesellschaft weder planen noch handeln kann, und es wurde niemals ein alternativer Weg dazu präsentiert. Falls hier ein Linker mitliest: es kann auch keinen geben - Kollektive existieren nur in den Köpfen, ausführen müssen es immer reale Personen, für sich oder für eine Organisation. Die Organisation, die sich anmaßt, für die Gesellschaft zu handeln ist der Staat und kann nur der Staat sein, da er als einziger befugt ist Gewalt anzuwenden. Ohne Gewalt kann man eine so riesige Anzahl an Menschen nicht dazu bringen, der Organisation ihre gesamte Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, erst recht nicht, wenn man nur politische Versprechen als Gegenleistung anbietet, an die man nicht einmal gebunden ist.
    Wenn ihr irgendwelche Linken, für die Marx eine Autorität ist, vom Anarchokapitalismus überzeugen wollt, dann bestärkt sie nicht auch noch in ihren Irrtümern. Der 1. Schritt zur Erkenntnis für die ist, Marx' Murks restlos von der Festplatte im Gehirn zu löschen. Selbst die Erkenntnisse der (damals liberalen) Nationalökonomie, die Marx noch vertreten hat, sind zu einem großen Teil schon überholt. Es gibt keinen Grund, sich mit dem noch zu beschäftigen.

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *