Montag, 9. November 2015

Gesellschaftsvertrag ade! Warum auch Du bald digitaler Nomade bist!

Christoph Heuermann
von Christoph Heuermann, der gerne staatenlos ist
Einst bestand der Unsinn darin, Könige als die Umsetzung von Gottes Willen in der Welt anzusehen. In unserem „aufgeklärten“ Ländern besteht heute der Sinn darin, einen fiktiven„Gesellschaftsvertrag“ zu akzeptieren, der Dich seit Deiner Geburt in einem bestimmten Staat knechtet. Während der Vertrag seitens des Staates beliebig änderbar ist, darfst Du einmal alle paar Jahre, als einer unter ein paar Dutzend Millionen, zumindest darüber entscheiden, wer den Vertrag fortan stetig zu seinem Gunsten ändert. Und nicht zu vergessen: nebenbei bezahlst Du Billionen an Schulden, die Du selbst weder erschaffen noch gewollt hast.

Ist dies wirklich so sinnvoll? Oder möchtest Du nicht lieber den Unsinn von heute mit Sinn von morgen ersetzen? Schließlich ist der „Gesellschaftsvertrag“, so viele ihn auch implizit akzeptieren, letztlich doch nichts anderes als eine Fiktion. Eine Fiktion, aus der Du heute noch ausbrechen kannst um ein Leben nach Deinen eigenen Wünschen zu führen!

Es ist eine gewollte Fiktion zu glauben, dass Dein zufälliger Geburtsort Dich zu irgendetwas gegenüber Deinem Geburtsland verpflichtet. Oder konntest Du dir ihn freiwillig aussuchen?

Genauso ist es eine Illusion zu glauben, dass Du ewig in einem fiktiven „Gesellschaftsvertrag“ gefangen bist, dem Du gar nicht zugestimmt hast. Der Weg aus der Knechtschaft ist einfacher als Du denkst – und ich denke, dass Du ihn schon bald gehen wirst!

Warum Du der Knechtschaft bald entkommen wirst

Du liest diesen Blog. Das heißt, Du beschäftigst Dich mit Gedanken, die in all Deinen Jahren staatlicher Bildung nie eine Rolle gespielt haben. Die richtige Mentalität ist dabei Dein Anfang um den Gesellschaftsvertrag zu entkommen. Vielleicht erscheint Dir alles noch so neu und revolutionär. Doch der globale Trend, dass mehr und mehr Menschen Herr ihrer eigenen Arbeit sind, lässt sich nicht aufhalten. Mittels neuer Technologien können sie ihr Einkommen einfach wie nie diversifizieren und diejenigen Länder erkennen und aufsuchen, die ihnen die besten Möglichkeiten bieten.

Falls Du noch niemand anderen kennst, der so lebt, wirst Du es vermutlich bald tun.

Und ich wage zu behaupten, dass Du bald selbst den Schritt in eine aufregende neue Realität startest und dem Gesellschaftsvertrag „Ade“ sagst. Hier ist warum:

Eine aufgedeckte Fiktion

Mehr und mehr Menschen erkennen, dass Staaten ihnen nicht die Vorteile bieten, die sie lange von ihnen angenommen haben. Sie sehen ein, dass sie in eine Moralfalle getrieben werden. Sie durchschauen langsam die Fiktion des Gesellschaftsvertrags und sehen, dass Politiker und Bürokraten im Namen des Guten ihre eigene Situation nur stetig verschlechtern.

Sie wissen zu Recht, dass viele jener Politiker unehrliche Personen mit leeren Versprechen sind, die ihre Pfründe zu Lasten des kleinen Bürgers bewahren zu versuchen.

Globale Massenmedien verstärken diesen Trend, indem sie den Menschen ermöglichen ungefiltert zu kommunizieren. Statt einsam und allein einer bestimmten Idee anzuhängen, lernen Menschen Gleichgesinnte kennen. Sozialer Beweis wirkt – je mehr andere eine bestimmte Idee hochhalten, desto mehr wird sie bei den meisten Menschen Anklang finden. War dies bisher der Unsinn des „Gesellschaftsvertrag“, so werden neue Generationen dank sämtlichen Wissens auf Knopfdruck alter Moral längst nicht mehr so bereitwillig folgen wie es ihre Eltern noch getan haben. Und sie erkennen aus rein praktischer Sicht, dass Staaten ihnen nicht das bieten können was jene vorgeben zu bieten. Sie befreien sich aus der Staatsfalle!

Staaten werden bankrott gehen

Die Wirtschaftskrise von 2009 ist alles andere als ausgestanden. Statt einer schmerzhaften, aber nötigen Rezession wurde die Krise durch staatliche Bankenrettung, Hilfspakete an verschuldete Staaten und zahlreiche unnötige Eingriffe in die Märkte nur zeitlich verschleppt. Dazu in einem anderen Artikel mehr – die Realität wird uns freilich schon allzu bald einholen. Die Auswirkungen der neuen Wirtschaftskrise werden dabei ungleich schlimmer sein.

Ist es bisher nur Griechenland, dass am Rande des Staatsbankrotts steht, wird es vielen anderen Staaten bald ebenso gehen. Zwar lassen sich Politiker in ihrem Überlebenswillen immer neue kreative Maßnahmen einfallen, können langfristig den Marktgesetzen jedoch nicht standhalten.

Bargeldverbot, Negativzinsen und Enteignungen sind nur ein kleiner Teil dessen, was uns in den nächsten Jahren droht.

Schließlich reicht selbst eine Drei-Viertel-Besteuerung der Bevölkerung nicht aus, um die Kosten der Maschinerie zu bedienen, die mit einer rapide alternden Bevölkerung zu kämpfen hat. Glaubst Du ernsthaft, dass selbst 100% Besteuerung ausreichen würden?

Wenn es soweit ist, wird in manchen Staaten ein Umdenken einsetzen. Viele Staaten werden zwar ihr Heil in noch unheilsameren Ideologien wie dem Faschismus und seinen sozialistischen Spielarten suchen – die Märkte für alles verantwortlich machend. Einige werden jedoch erkennen, dass ihre einzige Überlebenschance jene ist, andere Menschen für ihre heimische Wirtschaft zu begeistern – so wie es etwa Estland mit seinem „E-Resident“-Programm versucht. Statt implizitem „Gesellschaftsvertrag“ scheint zumindest ein kleiner baltischer Staat die Vorzüge freiwilliger Verträge zu begreifen. So sehr die Unterdrückung in einigen anderen Ländern zunehmen wird, so sehr werden andere versuchen daraus Kapital zu schlagen um dringend benötigtes Kapital ins Land zu ziehen. Die Möglichkeit von Zweitpässen, attraktiven Steuervorteilen und mehr wird in Zukunft nicht verschwinden, sondern einen Schub erfahren. Die Welle Digitaler Nomaden, die noch schlimmerer Knechtschaft flieht oder von attraktiven Vorteilen profitieren möchte wird nicht aufzuhalten sein.

Staaten müssen sich diesen Trend mit attraktiven Dienstleistungen anpassen – oder werden untergehen.

Menschen erschaffen ihre eigene Arbeit

Allen Zukunftsspekulationen zum Trotz lässt sich eine Tatsache nicht leugnen: Menschen erschaffen zunehmend ihre eigenen Jobs. Statt sich mit Arbeitslosigkeit zufrieden zu geben, werden sie selbst aktiv. Globale Verbindung ermöglicht dabei beidseitiges Win-Win. Kunden relativ reicher Länder können kostengünstige Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die für Dienstleister relativ armer Länder immer noch ein Vermögen darstellen.

Jeder kann heute seine Fähigkeiten jedem anderen anbieten und dabei gleichzeitig mehrere Kunden bedienen.

Und wenn er erst noch Fähigkeiten erwerben muss, ist es für jeden mit ein paar Klicks möglich. Globales freies Internet ist nämlich näher, als viele denken.

Dies alles lässt viele Menschen realisieren, dass ihre Arbeit letztlich portabel ist. Sie sehen ein, dass sie nicht an den Ort gebunden sind, an dem sie geboren oder aufgewachsen sind. Sie sehen keinen Unterschied darin für einen Kunden am gleichen Ort oder dem anderen Ende der Welt zu arbeiten, wenn sie ihn ohnehin nicht zu Gesicht bekommen. Oder siehst Du einen?

In einer rapide alternden Bevölkerung in westlichen Staaten wird Talent zunehmend knapp. Schlaue Geschäftseigentümer – einige machen dies bereits jetzt – werden Talente unter Vertrag nehmen, ganz gleich wo sie sich befinden, sofern sie ihre Aufgaben zufriedenstellend erledigen. Dies bringt schließlich beiden Seiten nur Vorteile. Oder was sind die Nachteile für Dich?

Warum auch Du bald digitaler Nomade bist

Ich bleibe bei meiner Einschätzung. Die wirtschaftliche Situation und das staatliche System Deines Heimatlandes werden Dich im Laufe der nächsten Jahre immer wieder daran erinnern, dass Deine Chancen in Deinem Heimatland zunehmend abnehmen. Noch mag Dir unbegrenzte globale Mobilität und ein flexibler Lebensstil nicht erstrebenswert erscheinen, doch diese Mentalität wirst Du langsam aber sicher ablegen. Du siehst schließlich wie immer mehr Menschen die Vorteile davon ausnutzen und ihre persönliche Freiheit finden. Du siehst genauso wie andere Menschen mit ihren gut gemeinten Engagement der Logik des Systems nur hinterherhecheln. Welcher dieser Menschen möchtest Du sein? Diejenigen, die den „Gesellschaftsvertrag“ als unentrinnbare Wahrheit akzeptieren oder diejenigen, die den „Gesellschaftsvertrag“ als Fiktion sehen und sich aus ihm befreien?

Wenn Du den Staatenlos-Blog liest, möchtest Du Herr über Dein eigenes Leben sein, nicht Knecht für das Leben anderer, oder?

Als Digitaler Nomade kannst Du diesen Weg gehen. Du wirst ihn auch gehen – da bin ich mir sicher. Irgendwann…

Kommentare:

  1. "In unserem 'aufgeklärten' Ländern besteht heute der Sinn darin, einen fiktiven 'Gesellschaftsvertrag' zu akzeptieren, der Dich seit Deiner Geburt in einem bestimmten Staat knechtet" - Ich frage mich, wer eine Argumentation ernstnehmen soll, die sogleich mit einem Pappkameraden beginnt. So etwas kann nur in den ideologischen Bestätigungsfehler führen. Dass Institutionen 'fiktiv' sind, ist eine Binse - er ist es ebenso, wie die "Universität" oder der "Staatsbankrott". Das wenig Überzeugende dieses Artikels liegt also darin, einige Fiktionen anhand irgendwelcher ideologischer Kriterien als "Illusion" zurückzuweisen, während andere Fiktionen akzeptiert werden.

    Auch diese Aussage hier ist massiver Unsinn: "Während der Vertrag seitens des Staates beliebig änderbar ist..." Natürlich sind Gesellschaftsverträge nicht "seitens des Staates beliebig änderbar" - denn so eine "Seite" gibt es gar nicht. Der Gesellschaftsvertrag der BRD, das Grundgesetz, kann nur durch eine demokratische Zweidrittelmehrheit von Seiten des Bundestags und des Bundesrats geändert werden. Verfassungsänderungen sind möglich, können aber durch jeden Bundesbürger vor dem dafür zuständigen Gericht Gegenstand einer Klage werden. Offenbar muss sich der Autor erst ein bisschen mit dem Funktionieren eines Staatssystems auseinandersetzen, bevor er den nächsten Rant schreibt.

    "möchtest Du nicht lieber den Unsinn von heute mit Sinn von morgen ersetzen?" - Spätestens an dieser Stelle haben Sie, lieber Herr Heuermann, jede Glaubwürdigkeit verwirkt. Denn wer mit Missionspredigerfloskeln die eigene Weltanschauung derart unverblümt in die Welt zu tragen versucht, der nimmt sich selbst jede argumentative Spannung.

    "Mehr und mehr Menschen erkennen, dass Staaten ihnen nicht die Vorteile bieten, die sie lange von ihnen angenommen haben. Sie sehen ein, dass sie in eine Moralfalle getrieben werden" - Das ist nun 1:1 das Argument des Immoralisten, wie Kallikles in Platons 'Gorgias', der allerdings nicht merkt, dass auch er für sein Argument Kriterien für 'richtig' und 'falsch' voraussetzen muss. Der Trick des Immoralisten besteht einfach darin, diese Kriterien als 'natürlich' zu behaupten - und genau das finden wir auch hier wieder: "Sozialer Beweis wirkt – je mehr andere eine bestimmte Idee hochhalten, desto mehr wird sie bei den meisten Menschen Anklang finden." - Frage: Warum sollte ein "sozialer Beweis" per Mehrheitsentscheid "wirken" - wenn es genau diese Kriterien sind, die ein Gesellschaftsvertrag sichert? Umgekehrt gefragt: Wie soll sich jemand auf einen "sozialen Beweis" eigentlich verlassen können, wenn niemand die soziale Fiktion anerkennt, dass jeder eine gleiche Stimme hat? Schon an dieser Stelle ist das Argument reflexiv massiv inkonsistent.

    Der Rest dieses Blog-Artikels besteht aus einer Aneinanderreihung von unbegründeten Behauptungen, recht albernen slippery-slope-Annahmen und daraus resultierenden Autoritätsfiktionen (als hätten Sie festzulegen, was in Zukunft passieren wird)und einer beinahe komischen Attitüde, die eigene unbegründete Annahme - denn die genannten Gründe sind allesamt recht ahnungslose Pappkameraden - fortlaufend selbstaffirmativ zu verstärken: "Ich bleibe bei meiner Einschätzung."

    Versuchen Sie es noch einmal, ohne sich den Gegner schon auf Angriff zurechtzuschnitzen und ohne die Großspurigkeit, allen anderen die Zukunft vorhersagen oder sie auf die 'richtige' Seite ziehen zu wollen. Dann klappt das auch mit dem Überzeugen.

    Übrigens: Eine Antwort, die meine Argumente ignoriert, nimmt sich selbst das Recht, ernst genommen zu werden. Sie wird überdies - mit dem ersten Wort - an dem scheitern, das wir vor jeder Infragestellung desselben bereits gemeinsam haben.

    AntwortenLöschen
  2. Bei dem Artikel handelt es sich um Werbung, die über Emotionen funktioniert und nicht über sachliche Begründungen. Einige Begriffe sind sehr wage gehalten (z.B. "Moralfalle") Darum findet man schnell einen Widerspruch. Das mit dem "sozialen Beweis" ist aber nur eine Metapher: damit ist gemeint, dass Leute anderen durch Vorleben zeigen, wie sie zu Glück/Wohlstand etc. kommen und "beweisen", dass es so geht. Ihr Beitrag ist auf einem viel zu hohen Niveau angesetzt und darum der absolute Overkill.

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *