Montag, 30. November 2015

Massenmedien als Massenvernichtungswaffe?

Foto: Pixabay.
von Philipp Bogensberger
Immer häufiger lese ich, dass die Massenmedien Schuld an “falschen” Entwicklungen in der Gesellschaft seien. Durch Desinformation und einseitige Berichterstattung würden die Massen manipuliert und ruhig gehalten werden. Der Begriff “Lügenpresse” erlebt ein erneutes und vermutlich nicht sein letztes Comeback.

1968 waren es noch linke Gruppierungen, die unter anderem die Enteignung Springers und eine “demokratische Kontrolle” der Presse forderten. Die Pressekritik wurde damals durch Molotow-Cocktails, Steinwürfe und Attentate gegen Springer untermauert. Da der Marsch durch die Institutionen weitgehend geglückt ist und auch große Teile der Presselandschaft erfasst hat, geht die Pressekritik heute hauptsächlich von rechten Etatisten bei PEGIDA und AfD aus, die sich gegen den sogenannten linken Mainstream richten.

Sonntag, 29. November 2015

Saudi Arabien hui, Islamischer Staat pfui

Saudi Arabien hui?
von Ralph Eisbär
Es gibt für jedes Problem grundsätzlich zwei Herangehensweisen: Man kann die Symptome oder die Ursachen bekämpfen. Politik zelebriert, nicht zuletzt aufgrund der systemimmanenten Kurzsichtigkeit in Demokratien, wo kaum jemand über die eigene Wahlperiode hinausdenkt (nach der man sich gerne mal in die Pseudo-Privatwirtschaft vertschüsst), zumeist Symptombekämpfung.

Lehrbuchbeispiel Terror"bekämpfung": Bomben gegen den "Islamischen Staat", allen voran seine Hochburg Ar-Raqqa. Dort leben über 220 000 Menschen und nur der größte Naivling bis Realitätsverweigerer glaubt, dass dort stets nur seine Kämpfer und militärische Einrichtungen getroffen werden. Sogar in "Foreign Policy", nicht gerade ein übermäßig kritisches Magazin, wurden die offiziellen Zahlen zu den zivilen Opfern offen angezweifelt. Interessanterweise gibt es nur wenige Berichte über zivile Opfer. Anscheinend hat man die Aufdeckerjournalisten, sofern es überhaupt welche gibt, mittlerweile besser im Griff; oder der "Islamische Staat" ist wirklich so böse, dass er auch aus den letzten Humanisten kaltblütige Utilitaristen im Sinne von "der Zweck heiligt die Mittel" – vulgo: Auch "Kollateralschläden", übrigens das Unwort des Jahres von 1999 – macht.

Samstag, 28. November 2015

Heute in Brüssel: Die Bürger wollten und wissen es nicht

von Kurt Kowalsky
In der DDR war das Essen von Bananen wohl nicht verboten, aber die Exekution des politischen Willens einiger hundert Dummköpfe führte zu einem penetranten Mangel nicht nur an Südfrüchten. Folglich war die Gefahr, auf Bananenschalen auszurutschen, auf ein Minimum reduziert. So leisteten also auch geistig Minderbemittelte ihren Beitrag zur Unfallverhütung.

Es ist dann auch kein Zufall, dass diese Republik heute von Personen regiert und repräsentiert wird, die in der sowjetisch besetzten Zone ihre Karriere begannen. Die generelle Überwachung und Bevormundung, also die Gleichschaltung der Menschen, muss gelernt sein. Dabei verkennen wir nicht, dass die fortschreitende Bevormundung, die nahezu lückenlose Überwachung der Bürger, ähnlich wie die ständige Boykott- und Kriegshetze und die wachsende Zentralisierung der Macht, nur deshalb möglich sind, weil breite Schichten der Bevölkerung diese faschistoide Entwicklung noch nicht einmal erkennen.

Freitag, 27. November 2015

Romantisierung der Armut: Wohlstandsverwahrloste Schönrederei

Foto: Pixabay.
von Holger Pinter
Einem Freund hatten sie den Strom abgestellt. Der wollte zu lange nicht wahr haben, dass sein kleines Unternehmen Verluste machte und plötzlich war er richtig pleite.

Ja, das ist dumm. Dumme Entscheidungen haben wir alle schon getroffen. Wenn Du jetzt rufst: "Ich nicht!", gratuliere ich Dir dazu, dass Du klüger bist als ich.

Jedenfalls habe ich meinem Freund geholfen, an Brennholz zu kommen und gelegentlich brachte ich ihm eine Flasche Schnaps mit, denn es war Winter und er sollte nicht erfrieren. Der Nachbar legte ihm ein Verlängerungskabel über den Hof, damit er zumindest Licht machen und Radio hören konnte, doch offenbar ist das verboten und so ein Arsch vom Ordnungsamt hat gepetzt.

Als ich die Situation meines Freundes in einem Gespräch mit einem alten Bekannten erwähnte, der bei der Stadt tätig war, wollte der mir zuerst nicht glauben, dass in seiner Gemeinde ein Mensch ohne Elektrizität auskommen muss. Als ich ihn nach ein paar Tagen wieder traf, wusste er es besser und erzählte mir, allerdings ganz vertraulich, dass in dieser Gemeinde wenigstens ein Dutzend Haushalte dauerhaft ohne Strom lebte.

Mittwoch, 25. November 2015

Die Aufmerksamkeitsökonomie: Keine Bösartigkeit

,,Je suis Paris'' -
Aufmerksamkeit als knappes Gut.
von Jorge Arprin
Nach den Terroranschlägen in Paris setzte eine gigantische Welle der Empathie ein. Menschen überall auf der Welt taten das, was man in unseren Zeiten tut, wenn man seine Betroffenheit ausdrücken will: Sie änderten ihr Facebook-Profilbild. Sofort witterten andere Facebook-Nutzer und mediale Persönlichkeiten Heuchelei: War nicht vor wenigen Tagen eine etwa gleich große Zahl an Menschen bei einem Terroranschlag der gleichen Organisation in Beirut gestorben? Warum hat Facebook da nicht angeboten, Profilbilder mit libanesischer Flagge zu verzieren? Sind Libanesen weniger wert als Franzosen? Ist die libanesische Flagge nicht schön genug?

Ähnliche Reaktionen gab es nach der weltweiten Anteilnahme nach dem Tod von Michael Jackson und gibt es ständig bei der medialen Aufmerksamkeit des israelisch-palästinensischen Konflikts. Ist Michael Jackson mehr wert als die Kinder in Afrika? Ist Gaza mehr wert als Südsudan? Es ist leicht, den betroffenen Menschen bösartige Motive zu unterstellen und sich für moralisch besser zu halten, wenn man diese Diskrepanz bei der Anteilnahme bemerkt. Doch diese Unterstellung kommt, wie so oft, wenn man anderen Bösartigkeit unterstellt und sich für besser hält, nur zustande, weil man wenig Ahnung von Ökonomie hat. In diesem Fall von der Ökonomie der Aufmerksamkeit.

Dienstag, 24. November 2015

Gold in Dollar: War das die Wende?

Marktkommentar von Claus Vogt
Endlich: Langfristindikator gibt Startschuss für neue Goldhausse 
Vorige Woche habe ich Sie darauf aufmerksam gemacht, dass ein Langfristindikator gerade ein Kaufsignal für Gold und Goldminenaktien gegeben hat. Dabei handelt es sich erst um das vierte Kaufsignal dieses Indikators seit 1975. Und die ersten drei Signale waren Volltreffer. Details zu dieser wichtigen Entwicklung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe meines Börsenbriefs Krisensicher Investieren

Dieses seltene Kaufsignal, dessen Bedeutung langfristiger Natur ist, wird sich wahrscheinlich als der Startschuss zu einer spektakulären Goldhausse herausstellen. Denn nach vier Jahren Edelmetallbaisse, in deren Verlauf die Minenaktien verheerende Verluste zu verzeichnen hatten, sind fast alle Ingredienzen vorhanden, die idealerweise in der Endphase eines großen Bärenmarktes beobachtet werden können.

Hinweis: Petition gegen das Verbot halbautomatischer Schusswaffen

Hinweis der Freitum-Redaktion
Da wir davon ausgehen, dass einige unserer Leser gerne eine Petition zur Legalisierung halbautomatischer Waffen unterzeichnen wollen würden, nachdem die EU vor kurzem einen entsprechenden Gesetzesentwurf in die Wege geleitet hat, weisen wir auf eine solche Petition hin, die man nun im Internet unterzeichnen kann. Hier der Originalwortlaut zu besagter Petition:

,,Am Morgen des 7. Januar 2015 griffen Terroristen die Redaktion von Charlie Hebdo mit vollautomatischen, unregistrierten und illegalen Schusswaffen an.

Seitdem hat die EU eine neue Gesetzgebung vorbereitet, um halbautomatische Schusswaffen zu verbieten, welche sich in den Händen von rechtschaffenen EU-Bürger befinden. Dies geschieht trotz der Tatsache, dass solche Waffen nicht von den Terroristen eingesetzt wurden und nicht einmal typischerweise von Kriminellen eingesetzt werden.

Sonntag, 22. November 2015

Externe Berater in der öffentlichen Verwaltung

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,

seit Jahren lassen sich Dienststellen der öffentlichen Verwaltung durch externe Berater unterstützen, was in vielen Fällen sinnvoll und nutzbringend ist. Allerdings treffen die verantwortlichen staatlichen Stellen in diesem Zusammenhang so manche Fehlentscheidungen, welche dann die Staatskasse belasten!

Entgeltliche Beratungen von Behörden durch externe Dienstleister gibt es zu den unterschiedlichsten Themen (von der unentgeltlichen „Beratung“ durch Lobbyisten soll nachfolgend nicht die Rede sein). Häufig werden Externe damit beauftragt, ein Gutachten zu speziellen Fachfragen der jeweiligen Behörde zu erstellen. Rechtsanwälte und Steuerberater werden zur Beratung in Rechts- und Steuerangelegenheiten herangezogen. Gar nicht selten führen Unternehmensberater Organisationsuntersuchungen in der öffentlichen Verwaltung durch, wobei sich das Honorar für eine größere Organisationsuntersuchung auf einige Hunderttausend Euro und mehr belaufen kann.

Freitag, 20. November 2015

,,Ich hasse und bekämpfe nicht den einzelnen Kapitalisten, sondern das System, welches diesen Kapitalisten so privilegiert.'' (Georg Engel)

Anarchokapitalismus:
Markt statt Befehl!
von Tommy Casagrande
Man hat zu unterscheiden zwischen Anarchokapitalismus und Staatskapitalismus. Das sind zwei verschiedene Dinge. 

Das Problem ist nicht der Kapitalismus, sondern der Staat. In der Historie hat es aber nur Staatskapitalismus gegeben. Anarchokapitalismus war immer nur die Theorie, wie sich Wirtschaft entwickeln würde, wenn sie frei wäre. Frei war sie aber nie in der Realität, weil es mit dem Staat durchgesetzte Privilegien gab, die für andere Hürden waren, über die sie nicht springen konnten. 

Das schuf stets ein Ungleichgewicht, aus dem heraus sich auch die Linken gebildet haben. Die Propaganda war immer, ''wir seien frei'', ''wir haben Kapitalismus''. Das war und ist aber nur die Propaganda. Sie dient nicht dazu die Frage aufzuwerfen, ob ein Staat an sich vielleicht ein Konzept ist, das für Menschen gar nicht passt, weil sie zu individuell und verschieden sind, während ein Staat sich eine Gewalt anmaßt und auch Urteile fällt, die gegen die Freiheit eines Einzelnen verstoßen. Damit sind Staat und Recht, oder Staat und Freiheit, jeweils zwei verschiedene Dinge. Die Propaganda aber behauptet, es sei das gleiche. Auch hier, um den Staat vor Kritik zu immunisieren. Und wie man merkt, klappt es ganz gut.

Mittwoch, 18. November 2015

Der nächste Schritt der Entkriminalisierung

Bild: Wikimedia Commons/
Christopher Thomas
von Jorge Arprin, ohne Rücksicht auf Gefühle
Jetzt ist es soweit: Cannabis soll in Deutschland legal werden. Allerdings nicht für den Privatkonsum, sondern als Schmerztherapie und von einer staatlichen Agentur überwacht. Der Staat wird also zum Dealer. Schon heute dürfen in seltenen Ausnahmefällen Patienten Cannabis nehmen, das dafür aus den Niederlanden importiert wird. Mit dem neuen Gesetzesvorstoß sollen weit mehr Patienten legal kiffen dürfen, private Anbieter sollen auf Anfrage der Cannabis-Agentur den Bedarf decken, und erstmals wird der Staat durch den Cannabis-Konsum auch Steuern einnehmen. Der Vorschlag kommt von der für ihre progressiven Ansichten bekannten CSU.

Es wäre natürlich besser, wenn der Staat sich komplett raushalten würde und auch den Privatkonsum legalisieren würde, wie z.B. in den Niederlanden, Uruguay und einigen US-Bundesstaaten, doch Entkriminalisierung ist ein erster Schritt in Richtung kompletter Legalisierung und der Staat verdient letztlich in allem etwas mit, das ist derzeit der Normalzustand, wenn etwas legal ist, also wird es auch bei einer Cannabis-Legalisierung nicht anders sein. Es bleibt zu hoffen, dass der aktuelle Vorstoß tatsächlich durchkommt und den Weg für die komplette Liberalisierung ebnet (nicht, weil Cannabis toll ist, sondern weil die Prohibitionspolitik überall gescheitert ist).

Dienstag, 17. November 2015

Was Du tun kannst, um Deinen politischen Fußabdruck zu verkleinern

von Victor Frei
Im Folgenden zehn Ratschläge zur Verkleinerung Deines politischen Fußabdrucks:

1. Verschiebe so viele Tätigkeiten wie möglich auf den grauen Markt

Die allermeisten menschlichen Interaktionen finden auf dem weißen Markt statt. Dieser ist jedoch streng reguliert, kontrolliert, überwacht und nahezu alle Interaktionen auf dem weißen Markt (mit ein paar Ausnahmen bei den Steuerfreibeträgen, siehe unten) werden besteuert, das heißt, dass die interagierenden Akteure bestohlen werden. Der graue Markt verbindet die positiven Aspekte des weißen Marktes (freiwilliger Tauschhandel aller Güter) mit den positiven des schwarzen Marktes (befreiter Markt ohne Einmischung des Gewaltmonopolisten). Hier sind Kontakte besonders wichtig. Du kennst einen Imker? Kaufe Deinen Honig bei ihm ohne Rechnung. Du kennst einen Musiklehrer? Mache Deine Musikstunden  bei ihm gegen Barzahlung. Du kennst einen Tätowierer? Lass ihn Dein Tattoo stechen. All das stärkt den grauen Markt, die Individuen dahinter - der Gewaltmonopolist geht leer aus, während im Idealfall die interagierenden Akteure Geld sparen. Für weitere theoretische Hintergründe empfehle ich den Begriff „Agorismus“ bei einer Suchmaschine Deines Vertrauens (z.B. startpage.com) einzugeben und sich generell die Werke dessen Schöpfers Samuel Edward Konkin III (dessen ,,Neulibertäres Manifest'' demnächst erstmalig auf deutscher Sprache in der Edition Freitum erscheinen wird) einzulesen. Besonders „An Agorist Primer“ und „The Agorist Class Theory“ seien hier erwähnt.

Montag, 16. November 2015

Ruhe in Frieden, Martin Prange!

Bild: Wikimedia Commons/Niki
Nachruf der Freitum-Redaktion
Mit großer Trauer vernahmen wir die Kunde vom Tod des Martin Prange. Am Donnerstagnachmittag ist Martin, Betreiber der Facebook-Seite ,,Entbrüsselt Euch'' und aktives Mitglied der deutschsprachigen libertären Szene, auf der A81 zwischen Villingen-Schwenningen und Rottweil mit seinem Jaguar frontal in das Heck eines Lasters geprallt, nachdem er das Stauende übersehen hatte. Er hat den Unfall nicht überlebt.

Diejenigen, die ihn kannten, beschrieben ihn als Ästheten, der einen Sinn für das Schöne hatte; als aufmerksamen und freiheitlichen Geist mit großen Interesse an tiefgründigen Diskussionen; als netten, höflichen und hilfsbereiten Menschen.

Seine Beiträge waren uns stets eine Bereicherung: satirische Kommentare, interessante Reiseberichte und schonungslose Kritik an der Brüsseler Misswirtschaft aus der Feder von Martin Prange haben wir immer wieder gerne gelesen.

Sonntag, 15. November 2015

Langfristindikator gibt Kaufsignal für Gold – erst das vierte Signal seit 1975

Bild: Wikimedia Commons/Szaaman.
Marktkommentar von Claus Vogt
Mitte Oktober durchbrach der Goldpreis in Dollar die massive Widerstandszone bei 1.150 $ bis 1.180 $. Damit sah es so aus, als habe der Goldmarkt nach vier Baissejahren endlich nach oben gedreht und eine neue Hausse begonnen, zumal sowohl die fundamentalen Rahmenbedingungen als auch die Extremwerte der Sentimentindikatoren ausgesprochen bullish sind für Gold. 

Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, kam es zunächst aber ganz anders. Anstatt nach oben durchzustarten, ging es mit dem Goldpreis in einer sehr schnellen Bewegung wieder zurück in den Bereich der Jahrestiefs bei rund 1.080 $. Damit hat sich das unmittelbar bullishe Szenario, das zuvor so überzeugend aussah, wieder in Luft aufgelöst.

Wenn sich der Gesetzgeber nicht um die Kosten seiner Regelungen kümmert

von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

Gesetze sind hierzulande häufig recht kompliziert. Das hängt damit zusammen, dass die Politik bei der Gesetzgebung vielfach schwer nachvollziehbare Kompromisse aushandelt, um unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Welche Kosten die Umsetzung der gefundenen Kompromisse bei den zuständigen Behörden verursacht, kümmert die politischen Akteure bei ihrem Ringen um Mehrheiten hingegen wenig.

In den Gesetzgebungsverfahren müssen regelmäßig die Interessen der Fachpolitiker und der Finanzpolitiker zum Ausgleich gebracht werden. Für Sozialpolitiker beispielsweise können die einzelnen Sozialleistungen gar nicht hoch genug und kann der Kreis der Leistungsempfänger gar nicht weit genug sein. Die Finanzpolitiker sehen dies gewöhnlich anders. Sie möchten die Höhe der Sozialleistungen niedrig halten und die Zahl der Leistungsempfänger nach Möglichkeit beschränken.

Mittwoch, 11. November 2015

Waffen und Gewaltverbrechen

Foto: Wikimedia Commons/
Michael Donnermayer
von Jorge Arprin, ohne Rücksicht
Es dürfte kein anderes Thema geben, bei dem die politischen Ansichten zwischen den USA und Deutschland so weit auseinanderliegen wie beim Thema Waffenrecht. In den USA haben viele Bundesstaaten ein liberales Waffenrecht: die Bürger können leicht an Waffen rankommen und tun das oft auch. In Deutschland herrschen hingegen einige der strengsten Waffengesetze der Welt: jeder, der legal an eine Waffe kommen will, muss einen bürokratischen Marathon bewältigen und selbst nach Erlangen der Waffe mit ständigen Kontrollen rechnen. Während in Deutschland völliger Konsens herrscht, tobt in den USA seit Jahren eine heftige Debatte um Sinn und Unsinn der Gesetze. Beide Seiten benutzen dabei fragwürdige Argumente.

Dienstag, 10. November 2015

Vorstellung des Grundgesetzes: Artikel 5: Meinungsfreiheit

Bild: Pixabay.
von Kurt Kowalsky
So mancher hat wohl den Eindruck, dass in jüngster Zeit der Artikel 5 des Grundgesetzes irgendwie außer Kraft gesetzt wurde. Das ist nicht der Fall. Die hinterlistige Monstrosität der bundesdeutschen Verfassung öffnete für jedwede Sanktion dem Herrschaftsapparat die Spielwiese, die er braucht, seine Willkür frei zu entfalten.

Ja, diese Freiheit haben sich die Verfasser eingeräumt. Wie viel Freiheit Ihnen, liebe Untertanen, bleibt, können Sie sich an den Jackenknöpfen abzählen. (Aber bitte nicht so laut.)

Also hier Absatz 1 von Artikel 5 Grundgesetz:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Montag, 9. November 2015

Gesellschaftsvertrag ade! Warum auch Du bald digitaler Nomade bist!

Christoph Heuermann
von Christoph Heuermann, der gerne staatenlos ist
Einst bestand der Unsinn darin, Könige als die Umsetzung von Gottes Willen in der Welt anzusehen. In unserem „aufgeklärten“ Ländern besteht heute der Sinn darin, einen fiktiven„Gesellschaftsvertrag“ zu akzeptieren, der Dich seit Deiner Geburt in einem bestimmten Staat knechtet. Während der Vertrag seitens des Staates beliebig änderbar ist, darfst Du einmal alle paar Jahre, als einer unter ein paar Dutzend Millionen, zumindest darüber entscheiden, wer den Vertrag fortan stetig zu seinem Gunsten ändert. Und nicht zu vergessen: nebenbei bezahlst Du Billionen an Schulden, die Du selbst weder erschaffen noch gewollt hast.

Ist dies wirklich so sinnvoll? Oder möchtest Du nicht lieber den Unsinn von heute mit Sinn von morgen ersetzen? Schließlich ist der „Gesellschaftsvertrag“, so viele ihn auch implizit akzeptieren, letztlich doch nichts anderes als eine Fiktion. Eine Fiktion, aus der Du heute noch ausbrechen kannst um ein Leben nach Deinen eigenen Wünschen zu führen!

Sonntag, 8. November 2015

Habermanns Richtigstellung: Sozialer Darwinismus

von Prof. Dr. Gerd Habermann
Diesmal: Sozialer Darwinismus
Eine falsche Übertragung des Darwinismus auf die ,,soziale Frage''. (Der Klassenkampf ist das linke Pendant zum biologistischen ,,Rassenkampf''.) 

Von der Wettbewerbsgesellschaft wird behauptet, dass sie den Starken auf Kosten des Schwachen begünstige. In Wirklichkeit kann jedoch der Starke nur stark dadurch sein, dass er seinen Mitmenschen nützliche Dienstleistungen bietet, insoweit ist seine Macht nur ,,geliehen'' und der ,,Schwache'' wird nicht ,,vernichtet'', sondern nur darauf verwiesen, Kapital und Arbeit möglichst nutzbringend einzusetzen. Dies gilt auch für ausscheidende Unternehmen.

Samstag, 7. November 2015

Studierendenschaften: Spielwiesen für zukünftige Politiker

Bild: pixabay/CC0 Public Domain.
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,

die deutschen Hochschulen klagen seit Jahren über ihre schlechte Finanzausstattung. Aber in fast allen Universitäten und Fachhochschulen gibt es ein kleines Biotop, wo an Geld kein Mangel herrscht und dementsprechend locker damit umgegangen wird. Gemeint sind die Studierendenschaften, die in den meisten Bundesländern gesetzlich verankert sind. 

Mitglieder einer Studierendenschaft sind – ob sie es wollen oder nicht – alle an der betreffenden Hochschule eingeschriebenen Studenten. Rechtlich gesehen handelt es sich bei den Studierendenschaften um Körperschaften des öffentlichen Rechts, die ihre Angelegenheiten selbst verwalten. Die Studierendenschaften haben die Aufgabe, sich um die fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Studierenden zu kümmern. Organe der jeweiligen Studierendenschaft sind das Studierendenparlament und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA).

Freitag, 6. November 2015

,,Es wird Staatsbankrotte geben - auch in Europa!'': Interview mit Roland Leuschel und Claus Vogt

Skeptisch und realistisch: Claus Vogt.
Foto: clausvogt.com
Ralf Flierl und Ralph Malisch (Smart Investor) im Gespräch mit Claus Vogt und Roland Leuschel

Smart Investor: Herr Vogt, Herr Leuschel, eine der drängenden wirtschaftspolitischen Fragen ist die Staatsverschuldung. Wollen wir die theoretischen Optionen kurz durchdeklinieren, oder gibt es ohnehin keine praktikable Lösung?


Vogt: Selbstverständlich gibt es praktikable Lösungen, aber leider keine schmerzfreien. Dazu ist es längst zu spät. Die prinzipiell zur Verfügung stehenden Lösungen der Überschuldung lauten: Inflation, drastische Steuererhöhungen in Kombination mit Ausgabenkürzungen sowie Staatsbankrott.

Smart Investor: Müssen wir uns also auf Staatsbankrotte einstellen – auch innerhalb Europas?

Petition: Nein zu Hetze und Gewalt-Anstiftung: Subvention und Aufführung von Theaterstück „Fear“ stoppen

,,Schlechter Galgen'' und ,,gute Guillotine''.
Foto: Twitter (Ausschnitt).
von Hubert Milz
die unten aufgeführte Petition sollte meines Erachtens unterzeichnet und verbreitet werden. Es sollten so viele als nur möglich diese Petition gegen die gewalttätige „faschistische bundesdeutsche Antifa“ unterstützen.

Ignazio Silone wird der folgende Satz zugeschrieben: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus». Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“ Mag sein, dass Silone diesen Satz so nie formuliert hat, trotzdem trifft dieser Satz voll auf die „Antifa“ zu. Ebenfalls auf solche geistigen Brandstifter – z. B. Falk Richter; nicht zu vergessen die politischen Brandstifter – z. B. Bundesjustizminister Heiko Maas, für den jeder Mensch, der anders denkt als er selbst, ein Gesinnungskrimineller ist. Aus jenen Ecken wurde im Anschluss an die Kölner Messer-Attacke gerufen: „PEGIDA hat in Köln mitgestochen!“

Donnerstag, 5. November 2015

Der Bund und die Steuern

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,

unser Staat finanziert sich ganz überwiegend durch Steuern. Für deren Eintreibung sind die verschiedenen Dienststellen der Finanzverwaltung zuständig. Deren Vorgaben müssen die Steuerpflichtigen ohne Wenn und Aber erfüllen, und zwar unverzüglich. Sieht sich die Finanzverwaltung hingegen selbst mit Anforderungen konfrontiert, lässt sie sich manchmal sehr viel Zeit, um auf die neue Situation zu reagieren, wie das nachfolgende Beispiel beweist.

In der Föderalismusreform des Jahres 2009 ging es schwerpunktmäßig um die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern. Ein Thema der Reform war die Versicherungsteuer. Mit dieser Steuer werden Prämien- und Beitragszahlungen aus Versicherungsverträgen belastet. Die Steuer wird von den Versicherungen an den Staat abgeführt, wirtschaftlich trägt letztlich der Versicherungskunde die Steuerlast. Das Aufkommen der Versicherungsteuer steht seit jeher dem Bund zu, aktuell beläuft es sich auf etwa 11 Milliarden Euro im Jahr.

Murray Rothbards Hauptwerk bald auf deutsch?

Rothbards Hauptwerk bald auf deutsch? 
Foto: Wikimedia/LvMI
Hinweis auf ein unterstützenswertes Projekt
Wenn man einen deutschsprachigen Anarchokapitalisten danach fragen würde, was er sich denn wünschen würde, wenn er einen Wunsch frei hätte, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass er antworten würde: ,,Man, Economy and State von Murray Rothbard in deutscher Übersetzung!''

Das Scholarium - früher bekannt als Institut für Wertewirtschaft - macht die Erfüllung dieses Wunsches nun möglich. Allerdings bedarf es finanzieller Unterstützung, denn der Aufwand einer professionellen Übersetzung von Murray Rothbards Hauptwerk ist immens. 

Wer das Projekt unterstützen und - auf Wunsch - im Buch vermerkt werden möchte, kann dies tun: Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Mittwoch, 4. November 2015

Die Lizenz zum Ausbeuten

Das Taxi-Kartell wird durch Lizenzen am Leben erhalten.
Foto: Wikimedia Commons / Jim.Henderson
von Jorge Arprin
Laut dem Deutschen Judobund gibt es in Deutschland 200.000 Judoka. Damit ist Judo der zweitgrößte Kampfsport in Deutschland (2013 wurde Judo von Karate übergeholt). Es ist also eine große Leistung, ein Judomeister zu werden, könnte man meinen. Nun ja, oder auch nicht. Theoretisch könnte sich jeder selbst “Judomeister” nennen und ein Dojo aufmachen, indem er schwarze Gürtel an besonders gute Schüler verleiht. “Judomeister” ist ein nicht reglementierter Beruf. Es gibt kein Gesetz, dass irgendeine Qualifikation vorschreibt, um sich Judomeister zu nennen. Natürlich sprießen deshalb nicht überall falsche Judomeister aus dem Boden, aber gesetzlich wäre es möglich.

Das gilt nicht nur für Judomeister, sondern auch für andere Berufe wie Koch, Bodyguard, Priester oder Fußballtrainer. Bei all diesen Berufen handelt es sich, zumindest in Deutschland, um nicht reglementierte Berufe. Für viele andere Berufe gilt: Man kann sie nicht einfach so ausüben, sondern muss erst besondere Qualifikationen bzw. eine Berufslizenz vorweisen. Betroffen sind vor allem Berufe, die als besonders wichtig gelten, wie z.B. Ärzte, Lehrer und Anwälte, aber auch viele Berufe, die eigentlich nicht denselben Stellenwert haben, wie z.B. Masseure, Gärtner, Maler und Lackierer, Diätassistenten, Friseure, Bäcker und – wie wir seit den Uber-Kriegen mitbekommen haben – Taxifahrer.

Dienstag, 3. November 2015

Blöde wollen auch was lesen

von Kurt Kowalsky
Bild.de wehrte sich mit einer Einstweiligen Verfügung dagegen, den Bild.de-Werbeblocker-Blocker zu umgehen oder so ähnlich.

Wie wir uns durch nachhaltigen investigativen Journalismus selbst überzeugen konnten, bekommt man beim Aufruf der entsprechenden Seiten mehr oder weniger professionelle Werbung zu sehen.


Wir haben bislang vermutet, dass genau dies Sinn und Zweck von Bild.de sei. Dass es auch Leute gibt, welche genau diese Werbung nicht sehen wollen, sondern das Geschmiere dahinter, war für uns bisher undenkbar.

In unserer Aktion "Blöde wollen auch was lesen", bieten wir deshalb den Geblockten, gegen Einsendung von 6,99 Euro in Briefmarken, die Zusendung von 2,5 Kilo Hunde- oder Hühnerkacke, ersatzweise 3,5 Kilo Kaffeesatz im nicht ganz neutralen Postpaket an.

Montag, 2. November 2015

Termine: November 2015

Auch für den November haben wir wieder eine Auswahl an interessanten Veranstaltungen zusammengefasst.

Auf zwei Veranstaltungen möchten wir besonders aufmerksam machen: Zum einen auf die Regional Conference der European Students for Liberty in Wien, bei der es schwerpunktmäßig um die Lehren der Austrian Economics gehen wird, zum anderen auf die große liberale Richtungsdebatte an der Ostsee, organisiert von eigentümlich frei - unser Redakteur Dominik Ešegović wird dort auch einen Vortrag halten.

Sollten wir wichtige Termine vergessen haben, so bitten wir darum, uns dies mitzuteilen.

Heidelberg, 1. November, 12 Uhr: Erstes Staatenlos-Treffen. Mit Christoph Heuermann. Weitere Informationen: hier.

Zürich, 4. November, 18 Uhr: Der Krieg um das Bargeld. Konferenz des Liberalen Instituts. Anmeldung erforderlich.

Frankfurt am Main, 9. November, 19 Uhr: Was ist heute eigentlich noch links? - Inventur einer politischen Idee. Vortrag von Rainer Eppelmann im Hayek-Club Frankfurt. Ort: Villa Bonn, Siesmayerstraße 12. Eintritt frei. Anmeldung per Email an CChristmann@vhu.de wird erbeten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *