Mittwoch, 7. Oktober 2015

Sozialismus und Kapitalismus: Auf die Freiwilligkeit kommt es an

Landauer: Sozialismus hat freiwillig zu
sein. Foto: Wikipedia.
von Tommy Casagrande
Bekannt ist der Ausspruch ,,Sozialismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen". Das ist leider wieder eine verkürzte, plakative Darstellung der Wahrheit. 

Freiwilliger Sozialismus ist kein Verbrechen. Staatlicher Sozialismus ist ein Verbrechen. Das gilt aber auch für den Kapitalismus. Freiwilliger Kapitalismus ist kein Verbrechen. Staatlicher Kapitalismus ist ein Verbrechen. 

Verbrechen ist jede Idee, wenn sie mit dem Staat umgesetzt werden soll, weil es bedingt, dass nur sein darf, was das Gewaltmonopol den Untertanen erlaubt. Darum missfällt mir die unter vielen Libertären naive Darstellung, Sozialismus sei an sich etwas schlechtes.

Sozialismus ist genauso wenig an sich schlecht wie Kapitalismus. Nur mit dem Staat werden beide Ideen zu etwas schlechtem und auf diese Weise systemisch instrumentalisiert. Das dient der Schaffung von Ideologie und Propaganda, auf die dann wiederum umgekehrt mit Ideologie und Propaganda reagiert wird.

Gustav Landauer und Martin Buber, beides ihrerseits Anarcho-Sozialisten gewesen, haben einst gesagt, Sozialismus ist es nicht, wenn der Staat Menschen enteignet und ihnen durch Gewaltandrohung etwas wegnimmt, sondern Sozialismus sei es, wenn Menschen freiwillig Eigentum zusammenlegen.

Besser kann man auf den Unterschied von Staat und Anarchie nicht hinweisen.

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