Donnerstag, 15. Oktober 2015

Das Problem der Diskriminierung

Tommy Casagrande
von Tommy Casagrande
Das Problem der Diskriminierung sind die systemischen Strukturen, die an sich schon diskriminierend wirken - beispielsweise auf Geringqualifizierte. Hier macht seltsamerweise niemand den Mund auf und erwägt gegen Diskriminierung zu klagen. Er müsste nämlich auf einen entstaatlichten Arbeitsmarkt klagen.

Offenkundig wird also zwischen richtiger und falscher Diskriminierung unterschieden. Und die Unterscheider gehören wohl eher zur privilegierten Gruppe, oder meinen es zu tun.

Im gegenwärtigen System ist natürlich problematisch, wenn zur systemischen Diskriminierung sich auch noch die persönliche/menschliche hinzugesellt. Dann wiegt Diskriminierung doppelt schwer.

Aber die schlimmere Diskriminierung ist die systemische Diskriminierung.

Weil ohne staatliche Eingriffe oder ohne Staat die Menschen nicht gebunden wären, sich der Diskriminierung zu fügen. Sie hätten ja selbst genug Optionen um nicht auf jene angewiesen zu sein, die sie diskriminieren, sondern sie könnten mit jedem Beziehungen aller Art eingehen, die sie tolerieren, und auch sie selbst wären in der Situation ein Leben aufzubauen, das sie glücklich macht. Sie wären nicht von der Gnade anderer abhängig. Und ebenso wenig wären sie abhängig von der Geisteshaltung anderer.

Leben und leben lassen, denken und denken lassen, meinen und meinen lassen. Eigentumsrechte sind der Schiedsrichter, nicht Gesinnungen.

1 Kommentar:

  1. "Diskriminierung ist ein ebenso unabdingbares gesellschaftliches Recht wie Gleichheit ein politisches ist. Es geht nicht darum, wie die Diskriminierung abgeschafft werden kann, sondern um die Frage, wie man sie auf den Bereich der Gesellschaft, wo sie legitim ist, beschränken kann; wie man verhindern kann, dass sie auf die politische und persönliche Sphäre übergreift, wo sie sich verheerend auswirkt." (Hannah Arendt)

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