Freitag, 18. September 2015

Zu Besuch im Flüchtlingsheim: Staat, halt dich da raus!

von Andreas Jürgens
Letzte Woche entschied ich mich, mich einmal aktiv mit der momentanen Flüchtlingsdebatte und ihren näheren Umständen zu befassen. Als jemand, der dem Libertarismus sehr verbunden ist, habe ich mich entschieden, ein Flüchtlingsheim bzw. ein Aufnahmelager in der Bonner Südstadt aufzusuchen.

Kurz mal zwei Ikea-Tüten mit alten Klamotten vollgemacht und los sollte es gehen. In dem Moment kam mein Nachbar von der Arbeit nach Hause und sagte, ich sollte kurz warten, er mache mir auch noch eine Tüte mit Kleidung von ihm voll. Dann kam mir noch die Idee zu einem 1-Euro-Laden um die Ecke zu gehen, wo ich ein paar Stifte und Blöcke zum Malen für Kinder besorgen wollte. Ich bin schnell zum Laden hin und habe die Verkäuferin nach Möglichkeiten gefragt. Die ist kurzerhand zu Ihrer Chefin gegangen, die nach zwei Minuten mit drei riesigen Kartons (mit Waren im Wert von ca. 150 Euro!) aus dem Lager kam und sagte, ich solle die Stifte, Farbe, Blöcke etc. alle mitnehmen, denn sie hätte auch schon überlegt, wie sie helfen könne! Ich war total baff und hatte erst einmal Probleme beim Transport zu meiner Wohnung. Da warteten zudem ja noch die drei Taschen mit Kleidung. Ich habe dann ein Taxi gerufen, da ich die Sachen sonst nicht hätte tragen können. Der Taxifahrer fragte, wo es denn mit den ganzen Sachen hingehen sollte, und ich antwortete: „Zur alten Kaserne in der Südstadt.“ Dort angekommen war dann die Taxifahrt auch noch umsonst und der Taxifahrer half mir die ganzen Sachen bis zum Eingang zu tragen. Das war alles schon einmal Hammer und zeigt mir, dass ich auf die Hilfe von privaten Menschen immer zählen und hoffen kann und sollte.

Dann begann der Staat zu wirken: An der Eingangspforte sagte man mir, dass ich dort nicht hinein könne und die Sachen vorne am Eingang abgeben müsse, da sich die Verwaltung das erst einmal anschauen müsse. Dann erst würden die Sachen an die Menschen verteilt werden dürfen und zwar nur so, wie die Verwaltung es für nötig halte! Ah ja, wie Bürokraten die Hilfe also für nötig halten! Nach einer etwa fünfminütigen Diskussion wurde ich langsam ungehalten und sagte, dass es sich hierbei doch um Hilfe von Menschen für Menschen handele und die Verwaltung sich da gefälligst heraushalten sollte. Darauf standen da schon drei Leute vom Sicherheitspersonal vor mir und quatschen mich mit sinnlosen Parolen voll: ,,Wir haben die Anweisung von oben", etc. Ich fragte, ob sie auch selber denken und handeln könnten und ob sie denn selbst Kinder hätten. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Es ging nichts mehr. Dann sagte ich, dass ich doch gerne meine Sachen wieder haben wollen würde, die ich im Eingangsbereich abgestellt hatte, um sie vor dem Eingang an Menschen, die dort ja anscheinend rein und raus gehen dürfen (nett, dass man die Menschen dort zumindest noch rauslässt), verteilen zu können. Nach zwei Minuten kamen auch schon die ersten fünf Angolaner. Ich fragte kurz, ob sie Englisch sprächen, was sie bejahten, woraufhin sich eine Unterhaltung entwickelte, während ich begann, die mitgebrachten Sachen zu verteilen. Ob eine Winterjacke, ein Chelsea-Trikot oder auch zehn Peace-Love-Liberty-Shirts der Students For Liberty - über jede Kleinigkeit freuten sich die Menschen. In der Zwischenzeit kamen immer mehr Leute aus der Einrichtung und es entwickelte sich eine richtige Traube von Menschen. Jeder einzelne von ihnen war unheimlich dankbar. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Sachen verteilt - auch alle Malsachen waren wurden von den Kindern dankend angenommen.

Irgendwann kam dann der Chef dieser Einrichtung vor den Eingang und wollte mit mir reden. Ich war gespannt - er sagte mir, dass das, was ich hier machen würde, eigentlich nicht gehen würde, da man die Anweisung hatte dies zu unterbinden. Ich sagte, dass man so etwas auch an die Presse weiter leiten könnte und ich den einen oder anderen Pressemenschen auch kennen würde, der bestimmt brennend an so einer Geschichte interessiert wäre. Zwei Minuten später hatte ich einen Besucherausweis und der Chef führte mich durch die Einrichtung. Währendessen entwickelte sich zu meiner Überraschung ein sehr interessantes Gespräch: Er regte sich über die Bürokratie, Verwaltung, das Arbeitsverbot (alle Menschen dort wollten arbeiten!) und vieles weitere auf! Ich war sehr erstaunt. In der Einrichtung waren Menschen aus 14 Ländern, alles dort war friedlich und es gab keinerlei Probleme. Dann sprach ich mit einigen Syrern und Nigerianern. Diese sagten mir, dass sie richtig über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung überrascht wären, da sie in ihren Herkunftsländern immer etwas anderes gehört hatten und natürlich auch die deutsche Geschichte ein wenig kannten. Endlich mal ein vernünftiges Bild von Deutschland im Ausland! Schlussendlich verließ ich die alte Kaserne wieder und bedankte mich noch beim Chef der Einrichtung für seine unbürokratische Hilfe.

Für mich steht fest: Private Initiativen und Hilfe von Mensch zu Mensch sind das einzige, was wirklich hilft. Der Staat sollte sich da verdammt noch mal raus halten! Und allen Linken und Rechten, die auf ihre Art und Weise nach dem Staat rufen, sage ich: Haltet eure Fresse! Und allen Libertären und Freiheitsliebenden sage ich: Nutzt diese Riesenchance, um zu zeigen, dass es privat und ohne Staat besser geht!

Kommentare:

  1. "Staat halt dich daraus"? Ist das ein Witz? Die sind doch überhaupt erst wegen den staatlichen Sozialleistungen gekommen.

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  2. Dann soll der Staat sich auch dahingehend raushalten, dass er keine Sozialleistungen zahlt. So einfach ist das.

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  3. "Nutzt diese Riesenchance, um zu zeigen, dass es privat und ohne Staat besser geht!"

    Das entaeuscht mich am meisten, dass es viele Leute gibt, die sich Libertaer nennen und hier den Staat und seine centrale Migrationsplannung unterstuetzen. Sie bedienen damit das Klische des herzlosen freien Markt Befuerworter. Der einzige Grund warum wir hier ueberhaupt ein Problem haben, ist doch wegen geschlossener Grenzen und der ganzen Buerokratie die damit einhergeht.

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  4. "tolles Bild von Deutschland im Ausland"

    Und welches soll das genau sein? Leider hast Du nicht gefragt, warum die Leute sich ausgerechnet nach Deutschland auf den langen Weg gemacht haben (ohne Sprachkenntnisse, mit anderem Kultur/Werte-System, mit anderen Arbeitsfähigkeiten als in der Heimat).
    Warum stehen denn die ganzen Flüchtlinge an den osteuropäischen Grenzen mehr oder weniger randalierend, um ausgerechnet in die Länder zu gelangen, wo Sozialhilfe mit vollen Händen verteilt wird (Deutschland, Dänemark, Schweden)?
    Ich sehe hier nur ein Bild von Deutschland: Hier gehen die Oberdeppen anschaffen, damit die Sozen es aus ihnen rauspressen und enteignen können, um es den "ach so Bedürftigen" in den Popo zu blasen. Das hat sich mittlerweile in der Tat weltweit herumgesprochen. Deutschland ein Land für Parasiten.

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  5. @AdvocatusDiaboli: Kann das nicht auch damit zusammenhaengen, dass Deutschland den Anschein macht, dass hier FLuechtlinge eine Chance bekommen, waehrend sie in Ungarn und anderen Laendern haeuffig pruegel bekommen? Kann es nicht damit zusammen haengen, dass in Deutschland die Wirtschaft noch am stabilsten erscheint? Es kommen ja auch viele Leute aus dem EU Ausland nach Deutschland oder Grossbritanian, weil sie dort mehr Arbeitsmoeglishkeiten haben. Und kann das nicht auch damit zusammenhaengen, dass in Deutschland viel hoehere Loehne zu erwarten sind? In Ungarn verdient der Durchschnittsarbeiter schliesslich nur 300Euro im Monat. Wer glaubt, dass der Unterschid zwischen Deutschland und anderen EU Staaten nur Sozialhilfe sein kann, schein mir ein bischen ignorant. Immigratanten Weltweit gehen vor allem dahin wo die besten Loehne gezahlt werden und sie die besten Moeglichkeiten haben. Und das ist in der EU unter anderem Deutschland, im Moment jedenfalls.

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  6. @Nico:
    Das hört sich für mich eher nach dem Märchen vom arbeitssuchenden Facharbeiter an, welches Tag ein Tag aus schon die Systempropaganda verbreitet.
    Derartige Geschichte nehme ich keinem ab, der:
    1.) Nicht bereits die Landessprache des Ziellandes spricht.
    2.) Mehr Geld für einen "Schlepper" ausgibt, als für die eigene Eröffnung/Kapitalisierung der eigenen Fähigkeiten/Tätigkeiten zuhause.

    Die Fragestellung bleibt: Warum kommen die ausgerechnet hierher? Wieviele haben sich denn bereits in der Schweiz beworben? Denn dort gibt es noch sehr viel höhere Löhne als in DE (insbesondere Netto). Hast Du denn nicht mal gefragt, "Was kannst Du? Warum glaubst Du, gibt es für Dich hier einen Markt?"

    Gruß AD

    P.S.
    die Realitysoap "Die Auswanderer" ist da schon bezeichnend: Wer Zuhause ein Loser, wird auch im Ausland nicht erfolgreich. Der Unterschied dabei, andere Länder blasen's dem nutzlosen Deppen nicht gutmenschentrunken in den Popo.

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  7. Bezeichnend ist zudem wer wen willkommen heißt:
    Jeder Facharbeiter ist äußerst willkommen und gut bezahlt in z.B. Kanada, Australien und Neuseeland. Komisch, dort wollen die aber alle garnicht hin (oder was habe ich verpasst?).
    Wer ist denn nach deutscher Denke willkommen? Genau, die "Bedürftigen", die Troublemaker der Welt, eine dicke Polizeiakte darf da nicht fehlen, um die Bedürftigkeit eindrucksvoll zu unterstreichen.

    Schöne Grüße auch noch vom Kalifen von Köln, oder Muhlis Ari. Die großen Idole von Fatima Roth und den anderen Gutmenschendeppen.

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  8. “Jeder Facharbeiter ist äußerst willkommen und gut bezahlt in z.B. Kanada, Australien und Neuseeland.”

    Nee, nur ein ganz kleiner Teil von Qualifizierten Leuten bekommt da ein Visum. Aber qualification ist auch egal. Es gibt eine quasi unbegrenzte Nachfrage nach Arbeitskräften, wenn es einen freien Arbeitsmarkt gibt. Deutschlands Arbeitsmarkt ist freier als viele anderen in Europa.

    Der Grund warum die nicht die Landessprache sprechen ist, weil viele von denen tatsächlich Flüchtlinge sind. Die wollten ihre Heimat nicht verlassen, sondern mussten das. Die haben nicht unbedingt von vornherein Deutschland als Ziel. Einige haben aber auch Verwandte hier, so dass es nicht unbedingt notwendig ist, sofort Deutsch zu sprechen.

    Und der Eindruck täuscht, dass die alle nach Deutschland wollen. Die landen im Moment in vielen Ländern, und würden sicherlich auch gerne in die Schweiz, wenn die die Grenzen auf machen würde. Aber es ist nun einmal im Moment Deutschland, dass sich entschlossen hat, die Grenzen wenigstens ein bisschen zu öffnen. Und deswegen kommen die dann hier hin. Da steckt übrigens reiner Egoismus von Seiten der Politik hinter. Deutschland braucht dringend junge Arbeitskräfte um die Sozialsysteme am laufen zu lassen. Aber warum auch immer. Je mehr kommen umso besser für Deutschland. Mehr Menschen, bedeutet mehr Menschen produzieren Wohlstand. Der Wohlstand steigt also, wie immer wenn man freie Märkte zulässt.

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