Sonntag, 13. September 2015

Dow Theory gibt eindeutiges Baissesignal für die Aktienmärkte

Marktkommentar von Claus Vogt
Die Dow Theory hat sich seit mehr als 100 Jahren bewährt und irrt sich selten 

Ende Mai 2015 habe ich Sie hier bereits auf das deutliche Warnsignal aufmerksam gemacht, das zu dieser Zeit von der altehrwürdigen Dow Theory für die Aktienmärkte gegeben wurde. Jetzt ist es Zeit, sich erneut mit diesem Thema zu beschäftigen, denn auf das damalige Warnsignal ist inzwischen ein unmissverständliches Baissesignal gefolgt.

Ich kann Sie nur warnen: Dieses Baissesignal sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn die Dow Theory hat sich in den vergangenen 100 Jahren immer wieder bewährt und Anleger vor großen Kursverlusten bewahrt. 

Am Ende einer Hausse zeigen sich gegenläufige Entwicklungen 

Für Sie zur Erinnerung: An den Finanzmärkten zeichnen sich gesunde Trends durch Uniformität aus. Bezogen auf die Aktienmärkte heißt das, dass nicht nur fast alle Sektoren an einer verlässlichen und tragfähigen Trendbewegung teilnehmen müssen, sondern auch eine Fülle verschiedener Indikatoren. Kommt es hingegen zu auffälligen Divergenzen und gegenläufigen Entwicklungen, dann steht gewöhnlich eine Trendwende bevor.

Die Dow Theory, die vor über 100 Jahren entwickelt wurde, basiert auf dieser Beobachtung. Sie wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts von Charles H. Dow in dem von ihm gegründeten Wall Street Journal im Rahmen seiner regelmäßigen Editorials schrittweise publiziert.

Konkret verfolgt die Dow Theory den Kursverlauf des Dow Jones Industrial Average und des Dow Jones Transportation Average. Dahinter steht folgende Überlegung, die ökonomisch sinnvoll und nachvollziehbar ist:

Solange die Konjunktur freundlich ist, werden sich sowohl die Industrie als auch das Transportwesen ungefähr im Gleichschritt entwickeln. Denn Güter, die produziert werden, müssen zum Verkauf auch transportiert werden. Laufen die beiden Sektoren bzw. die sie repräsentierenden Aktienindizes aber auseinander, dann geben sie damit das Signal, dass die Konjunktur in schwere Fahrwasser gerät, was gleichzeitig ein Warnsignal für die Börsen darstellt. 

Transportindex war im Mai schon 6 Monate im Abwärtstrend 

Den folgenden Chart habe ich Ihnen schon einmal in meinem Marktkommentar vom 22. Mai 2015 gezeigt, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass sich der Dow Jones Industrial Average und der Dow Jones Transportation Average zu dieser Zeit bereits seit einem halben Jahr nicht mehr im Gleichschritt bewegt hatten. Während Ersterer sich noch in einem flachen Aufwärtstrend befand, ging es bei Letzterem bereits bergab. Von seinem Ende November 2014 erreichten Hoch war der Transportation Average sogar schon 8,5% gefallen. Die Dauer und das Ausmaß dieser negativen Divergenz waren sehr ausgeprägt, was dem damit einhergehenden Warnsignal besonderen Nachdruck verliehen hat. 

Dow Jones Industrial Average (oben) und Dow Jones Transportation Average, 2014 bis Mai 2015

Die ausgeprägte negative Divergenz, die diese beiden Indizes im Mai 2015
zeigten, war ein klares Warnsignal für die Aktienmärkte. Quelle: StockCharts.com

Jetzt folgte das Dow Theory Verkaufssignal 

Das hier noch einmal gezeigte Warnsignal ist lediglich die erste von zwei Bedingungen der Dow Theory, die erfüllt sein müssen, um ein Verkaufssignal zu geben und die Baisse auszurufen. Die zweite Bedingung lautet, dass beide Indizes, also der Transportindex und der Industrieindex, unter das Tief ihrer jeweils letzten Korrektur fallen müssen. Genau das ist Ende August auf sehr überzeugende Weise geschehen. Beide Indizes sind sowohl unter die Tiefs der kleineren Korrekturen zur Jahreswende gefallen als auch unter das Oktober 2014-Tief. Deutlicher kann ein Verkaufssignal der Dow Theory nicht sein. 

Dow Jones Industrial Average (oben) und Dow Jones Transportation Average, 2014 bis September 2015

Nach der ausgeprägten Divergenz, die diese beiden Indizes im Mai 2015
zeigten, wurde jetzt ein klares Baissesignal gegeben.: StockCharts.com

Eine Fülle bewährter Indikatoren bestätigt dieses Baissesignal 

Sie wissen natürlich so gut wie ich, dass kein Indikator unfehlbar ist. Deshalb ist es unerlässlich, eine Vielzahl treffsicherer Kennzahlen und Prognosemodelle zu verwenden, um die Wahrscheinlichkeit von Fehlsignalen möglichst gering zu halten – so wie wir das in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren tun. Dort zeigen wir Ihnen nicht nur, dass nahezu alle bewährten Indikatoren inzwischen Verkaufssignale gegeben haben, sondern auch, dass das Risiko und mit ihm das Abwärtspotenzial der Aktienmärkte mindestens so groß ist wie in 2007, 2000, 1972 und 1929. Diese Jahreszahlen stehen für den Beginn der vier schwersten Baissen der vergangenen 100 Jahre.

Weil Roland Leuschel und ich es wichtig finden, dass Sie als Gewinner aus dieser Baisse hervorgehen, widmen wir uns dem Thema „Baisse an den Aktienmärkten“ ausführlich in unserer neuen Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt-Ausgabe, die am 22. September 2015 erscheint. Dort analysieren wir unter anderem den typischen Verlauf von Hausse zu Baisse und erklären, warum es in der gerade erst begonnenen Abschwungphase zu einem Mangel an Liquidität kommen wird, der für schwere Turbulenzen sorgen wird. Außerdem gehen wir in einem Exkurs auf Nutzen und Grenzen der Charttechnik ein. Lassen Sie sich diese spannende Themenschwerpunkt-Ausgabe nicht entgehen, und bestellen Sie noch heute Krisensicher Investieren 30 Tage kostenlos zum Kennenlernen.

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