Donnerstag, 17. September 2015

Die moralische Entschlossenheit der Frau Dr. Merkel

von Kurt Kowalsky
In der "Welt", also in dieser Zeitung, ist heute als Zwischenüberschrift zu lesen: "Merkels moralische Entschlossenheit". Leider gibt der Artikel dann darüber keine Auskunft.

Aber die moralische Entschlossenheit eines Spitzenpolitikers im Demokratismus hätte mich schon interessiert. Ich verzichte jetzt auf Beispiele, aus denen die Abgründe dieser Soziopathen erahnt werden könnten. Aufrichtigkeit und Anstand hatten sie jedenfalls in den letzten 65 Jahren gescheut, wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser.

Zurzeit wird offenbar scharf gerechnet. Sie rechnen sich Stimmengewinne und Sympathien bei den Bürgern aus, welche der Auffassung sind, den Flüchtlingen möge geholfen werden. Am deutschen Wesen, mag die Welt genesen, hatte Geibel 1861 gedichtet. Und gemeint, von diesem Wesen ginge eine Friedenswirkung auf das europäische Staatengebilde aus.

Ja, Schriftsteller haben es oft schwer. Geibel dichtete auch etwas von Macht und Freiheit, Recht und Sitte und vom klaren Geist und dem scharfen Hieb.

Freiheit, verstanden als Abwesenheit von Fremdbestimmung, steht zu Recht und Sitte im eklatanten Widerspruch. Das willkürlich gesetzte Recht will die verkommenen Sitten mit Gewalt (was sonst?) richten, so dass letztendlich eben das Staatswesen mit seinem Gewaltmonopol übrig bleibt.

Die Gutmenschen und die Hassprediger sollten sich jedoch nicht zu früh freuen. Die moralische Verkommenheit der politischen Nomenklatura bringt es in jeder Situation fertig, dass seine potentiellen Wasserträger genau das heraushören, was sie hören wollen.

Und da man dabei stets rechnet, rechnet man vor allen Dingen mit der Vergesslichkeit des jeweils aufgeregten Pöbels.

Demzufolge wird Frau Dr. Merkel sich in ihrer moralischen Entschlossenheit noch einige Male drehen und wenden, so dass sie sich am Schluss wieder ihrer Mehrheit gewiss sein kann.

Ich meine dies übrigens politisch vollkommen wertfrei. Ich bin seit längerer Zeit der Auffassung, dass Gesellschaften nur in Strukturen der Gewalt, der Hetze, des Hasses, der Verlogenheit und der Falschmünzerei existieren können. Denn es sind, wie das geliebte "Volk", eben nur gedankliche Konstruktionen, welche Schreiberlinge wie Geibel, aber auch die damaligen Liberalen, mit Kräften bestätigten.

Ja, der Staat erfüllt eben die Funktion einer toten Hure, welche mit einsetzender Fäulnis, ungeahnte Öffnungen bietet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *