Dienstag, 12. Mai 2015

Wird Bargeld bald verboten?

EU-Planwirtschaftler bedrohen die Freiheit
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,

steuern die EU beziehungsweise Deutschland auf ein Bargeldverbot zu? Diese interessante Frage stellen mir meine Leser im Rahmen meiner Krisensicher Investieren-Rubrik „Fragen Sie Claus Vogt“ immer wieder, und das völlig zu recht. Denn wenn Sie wie ich die Presse aufmerksam verfolgen, können Sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Bargeldumlauf gerade auf Ebene der EU-Bürokratie als bestenfalls überflüssige, teure und überholte Variante des Zahlungsverkehrs angesehen wird, und schlimmstenfalls als Hort des Bösen, Kriminellen und Staatsfeindlichen.


Beflissene „Star-Ökonomen“ helfen ihnen noch dabei

Selbstverständlich finden sich auch renommierte Ökonomen, die diese politischen Ambitionen unterstützen und nach der Abschaffung von Bargeld rufen. So sagte beispielsweise der Harvard-Professor Kenneth Rogoff Ende vorigen Jahres bei einem Vortrag in München, dass Bargeld das entscheidende Hindernis für weitere Zinssenkungen der Zentralbanken sei. Die Beseitigung von Bargeld sei eine elegante Lösung dieses Problems.

Als rundum staatsgläubiger und wohl auch staatshöriger „Elite-Ökonom“ fügte er natürlich noch hinzu, dass damit auch Steuerflucht und Drogenkriminalität besser bekämpft werden könnten. Dabei müsste er als Ökonom ja eigentlich wissen, dass Prohibitionen aus volkswirtschaftlicher Sicht ebenso schädlich sind wie viel zu hohe Steuersätze.


3 Gründe, warum EU-Politiker zu fast allem fähig sind

Zwar kann ich die im Internet kursierenden Behauptungen, dass die EU bereits konkrete Pläne schmiede, um Bargeld zu verbieten, nicht bestätigen. Aber wundern würde es mich aus folgenden 3 Gründen nicht:

Erstens ist die Überwachungs- und Regelungswut der linkspopulistischen Neokeynesianer, die den monströsen EU-Apparat beherrschen und immer weiter ausbauen, extrem ausgeprägt. Sie werden wohl nicht ruhen, bevor sie ihre Vision vom gläsernen Untertan verwirklicht haben, der in allen Bereichen des Lebens nach ihren bürokratischen Vorgaben tanzt.

Zweitens hat mit Jean-Claude Juncker einer der mächtigsten EU-Politiker den politischen Durchsetzungsprozess auf EU-Ebene einst sehr anschaulich beschrieben: Zunächst gibt man die Idee eines umstrittenen und eigentlich aussichtslosen politischen Vorhabens an die Öffentlichkeit und wartet auf die Reaktion. Fällt diese ablehnend aus, zieht man sich zurück, aber nur vorübergehend, dann bringt man die Idee erneut, usw. Auf dieser Weise sinkt nach und nach die Aufmerksamkeit des Volkes, und irgendwann wird der Punkt erreicht, an dem der Widerstand gebrochen ist. Schließlich hat das Volk noch anderes zu tun, als sich gegen immer neue Gängelungen aus Brüssel zu wehren. Der Prozess des Vorfühlens ist mit Hilfe von Rogoff und Konsorten schon erfolgt.

Drittens schließlich wohnt der Planwirtschaft zwingend die Tendenz zur Beseitigung der Freiheit inne. Das hat der große liberale Denker Friedrich August von Hayek in aller Klarheit deutlich gemacht. Jeder staatliche Eingriff in die Marktwirtschaft zieht einen ganzen Rattenschwanz unvorhergesehener Folgen nach sich, auf die dann mit neuen Eingriffen, Regelungen, Verboten und Gesetzen reagiert wird.

Nicht zuletzt deshalb kam Hayek auch zu dem Ergebnis, dass den Regierungen die Macht über das Geld entzogen werden müsse. Er wollte eine Freigeld-Bewegung anstoßen in Analogie zu der sehr erfolgreichen Freihandels-Bewegung des 19. Jahrhunderts. Eine großartige, aber weitgehend in Vergessenheit geratene Idee. Auf dieses Thema werde ich in einer der nächsten Ausgaben von Krisensicher Investieren eingehen.


Folgt auf das Bargeldverbot auch ein Goldverbot?

Wenn sich Deutschland bzw. die EU weiter in Richtung Überwachungsstaat und Polizeistaat bewegen, dann wird wohl auch das Verbot von Bargeld früher oder später auf der politischen Agenda ganz nach oben rücken. Im Unterschied zu einem Land wie Schweden sind wir davon aber noch ein gutes Stück entfernt. Und als unverbesserlicher Optimist setze ich darauf, dass es dazu letztlich doch nicht kommen wird. Doch wie steht es mit einem Goldverbot? Auch diese Frage wird mir seit einigen Jahren immer wieder gestellt.

Ein Goldverbot ist wesentlich schwerer umzusetzen als ein Bargeldverbot, weil die Politik Gold nicht als bedrohlich empfindet. Außerdem gibt es Gold auch in Form von Schmuck und Sakralgold. Daraus ergibt sich ein nicht zu lösendes Abgrenzungsproblem: Wie immer die Grenze gezogen wird, sie kann leicht umgangen werden.

Ein ähnliches Argument gilt in gewissem Umfang aber auch für Bargeld. Wie bei jedem Verbot wird es auch bei einem Bargeldverbot zahlreiche Umgehungen geben, also Ersatzgelder. Gold wird sicherlich eines davon sein, aufgrund seines hohen Wertes aber nicht das wichtigste. Der Staat muss in dieser Situation immer weitere Besitzverbote aussprechen und durchsetzen, also letztlich eine Diktatur etablieren. Als Kenner der Geschichte kann ich dieses Extremszenario leider nicht ausschließen. Aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich und bleibe bei meiner Empfehlung: Kaufen Sie Gold. Für den Fall eines Bargeldverbotes auch in kleinen Einheiten.


DAX: Jetzt geht es abwärts – das sollten Sie ausnutzen

Den spekulativen Irrsinn, der den Kursverlauf des DAX im Rahmen seiner „Draghi-Rally“ seit Anfang des Jahres geprägt hat, habe ich mit einer gewissen Belustigung beobachtet. Denn er erinnerte mich lebhaft an die Höhepunkte der Spekulationsexzesse des Neuen Marktes – wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Tatsache ist, dass beide Episoden keinerlei Bezug zu realwirtschaftlichen Entwicklungen hatten und auf völlig unrealistischen Annahmen basierten. Am Neuen Markt war es der Glaube, dass der technische Fortschritt die Bäume in den Himmel wachsen lässt. Jetzt war und ist es der geradezu abgöttische Glaube an die planwirtschaftliche Allmacht der Zentralbankbürokraten, mit dem der Höhenrausch des DAX gerechtfertigt wird.

Trotz der offensichtlichen Exzesse der vergangenen Monate blieb ich während der laufenden Spekulationsblase lange als interessierter Beobachter an der Seitenlinie stehen. Erst in meinem Krisensicher Investieren-Wochenupdate vom 18. April habe ich diese abwartende Haltung aufgegeben und meinen Lesern den Kauf zweier Short-Positionen auf den DAX empfohlen, mit denen sie von fallenden Kursen profitieren. Die Fülle kurz- und mittelfristiger Verkaufssignale war einfach zu groß, um nicht aktiv zu werden. Und die charttechnische Unterstützung für eine Korrektur befindet sich erst im Bereich von rund 10.000 Punkten.


DAX, 2013 bis 2015

Sehen Sie selbst: Die charttechnische Unterstützung befindet
sich bei erst 10.000 Punkten. Quelle: StockCharts.com
Ist die Blase jetzt geplatzt?

Noch ist es zu früh, um Ihnen diese Frage mit einem klaren Ja beantworten zu können. Denn Spekulationsblasen sind in erster Linie ein massenpsychologisches Phänomen. Deshalb lassen sie sich mit ökonomischen Methoden zwar erkennen, aber der konkrete Zeitpunkt ihres Platzens ist damit kaum vorherzusagen. Gewöhnlich erreicht der spekulative Irrsinn nämlich ein Ausmaß, das man als unbeteiligter Beobachter kaum fassen kann. Um das Geschehen auf den Punkt zu bringen, bietet sich ein Bonmot von Albert Einstein an, der einst sagte, dass nur zwei Dinge unendlich seien: das Universum und die menschliche Dummheit. Allerdings sei er sich bei Ersterem nicht ganz sicher.

Soviel lässt sich allerdings jetzt schon sagen: Im Moment sind sämtliche Ingredienzien vorhanden, die für eine große Trendwende sprechen. Vielleicht stellt sich der heftige Zinsanstieg, den die Anleihemärkte in den vergangenen Tagen erlebt haben, ja als der Tropfen heraus, der das Fass zum Überlaufen bringt. Bleiben Sie also vorsichtig und handeln Sie schnell, wenn Sie dieses Mal nicht zu den Verlierern, sondern zu den Gewinnern der Baisse gehören möchten. Bestellen Sie noch heute Krisensicher Investieren 30 Tage kostenlos.

Herzliche Grüße,

Ihr
Claus Vogt

P.S.: Nicht nur die Short-Positionen werden sich jetzt auszahlen. Auch mit unserer kurzfristig ausgerichteten Erdgas-Empfehlung liegen wir im Moment bereits 5,3% im Plus. Noch ist es für einen Einstieg nicht zu spät. Jetzt Krisensicher Investieren für 30 Tage zum Test anfordern.

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