Samstag, 14. März 2015

Rezension: Gut gemeint ist häufig das Gegenteil von gut!

Das Buch kann man hier kaufen
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Dambisa Moyo: Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann, 236 Seiten, 14,95 Euro, Haffmans & Tolkemitt.
Die Autorin des Buches, Dambisa Moyo, wurde 1969 in Sambia geboren, sie studierte an der American Universität in Washington D.C [Abschlüsse: Bachelor of Science (B.S.) in Chemie und Master of Business Administration (MBA) in Finanzwirtschaft], an der Harvard Universität [Abschluss: Master of Public Administration (MPA)] und schloss die Studien an der Universität Oxford mit dem Doktorat in Volkswirtschaftslehre ab.
Dambisa Moyo hat im Anschluss an ihre Studien für die Weltbank und Goldman Sachs gearbeitet.

Mit diesem Buch - das englische Original erschien 2009 - erfolgte durch Dambisa Moyo ein Frontalangriff auf die herkömmliche und übliche Art der Entwicklungshilfe, die aus den sogenannten entwickelten Staaten in die unterentwickelten Staaten Afrikas fließt.

Dambisa Moyo zeigt auf, dass die herkömmliche Entwicklungshilfe

- nicht-entwickelt, sondern die Entwicklung, die Eigenverantwortung und die Eigeninitiative in den afrikanischen Ländern hemmt, da z. B. etliche Aufgaben - wie z. B. die Infrastruktur - nicht durch Afrika selbst, sondern durch die ausländische Entwicklungshilfe-Industrie durchgeführt werden;
Für freiheitliche Literatur empfehlen wir die Buchausgabe
- die Korruption fördert. Anstatt dass die zufließenden Gelder in entwicklungsfähige Projekte einfließen, die den Menschen Nutzen bringen könnten, würden korrupte Politiker sich an den Geldern mästen und ein Leben in Luxus führen;

- keineswegs ein günstiges Investitionsklima fördert; denn erst, ja nur die additiven Direktinvestitionen (die in der Regel fehlen und ausbleiben) können und würden die Menschen in Arbeit und Brot bringen;

- ebenfalls nichts leistet, damit Rechtssicherheit in den Empfängerländern entstehen kann und gewährleistet wird. Und Rechtssicherheit ist fundamental wichtig, damit Afrika den erfolgreichen marktwirtschaftlichen Weg gehen kann, den andere Regionen - die man heute zu den wirtschaftlich erfolgreichen und harten Konkurrenten der etablierten Industriestaaten zählt - schon gegangen sind;

- eine Entwicklungshilfe-Industrie gezüchtet hat, die zu einer Krake gewachsen ist, welche nur eigene Partikularinteressen verfolgt. Diese Krake spielt geschickt, z. B. in der Vor-Weihnachtszeit, auf der Tastatur des Mitleids und der christlichen Nächstenliebe. Dadurch sammelt diese Krake Jahr für Jahr - auch unter der werbewirksamen Hilfe von vielen prominenten Stars, die sich gutgläubig und naiv vor den Karren der Krake spannen lassen - Milliarden von Dollars für einen nur vordergründig guten Zweck;

Diese und viele weitere Missstände führt Dambisa Moyo an.

Üblicherweise werden westliche Kritiker der Entwicklungshilfe-Industrie angefeindet, mit Angriffen wie typische westliche Wohlstandspinsel, die keine Ahnung von den Sorgen und Nöten der Dritten Welt haben; z. B. der undifferenzierte Aufschrei, der zu hören war, als z. B. Hoimar von Ditfurth in einem sehr differenziert und ausgewogen aufgebauten Artikel im SPIEGEL (33/1984) die Frage nach den "mörderischen Konsequenzen des Mitleids" aufgeworfen hatte.

Diese Angriffsfläche entfällt bei Dambisa Moyo, so dass es von Vorteil ist, dass eine Afrikanerin dieses Buch geschrieben hat. Doch auch Dambisa Moyo musste Anfeindungen ertragen, z. B. typisch für eine Ökonomin, die nur das Wirtschaftliche sieht, für das Soziale blind ist und kein Herz für die Menschen habe.

Dazu lässt sich nur sagen: Gerade weil Dambisa Moyo das Wirtschaftliche aufgreift, denkt sie an das Soziale und hat ein Herz für die Menschen in Afrika!


1 Kommentar:

  1. "Armut ist Diebstahl" von Dr. René Zeyer sei hier erwähnt, er befasst sich neben der Situation in Afrika vorallem mit der Situation in den Industrieländern (Deutschland, USA, Schweiz).

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