Mittwoch, 25. März 2015

Rezension: Ein Appetitanreger, der Lust auf eine intensivere Beschäftigung mit den Austrians macht

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Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Thorsten Polleit: Ludwig von Mises: Leben und Werk für Einsteiger, 152 Seiten, 14,99 Euro, FinanzBuchVerlag.
Die Herausgabe dieses Buches, welches einen sehr guten Überblick zum Leben und Werk von Ludwig von Mises bietet, wurde 2013 zum vierzigsten Todestag durch den Präsidenten des deutschen Ludwig-von-Mises-Instituts besorgt.

Der Beitrag, den Hans-Hermann Hoppe, emeritierter Ökonomie-Professor, diesem Buch beisteuert, zeichnet den intellektuellen Lebensweg von Ludwig von Mises nach.
Ein Leben, das als Mikro-Geschichte konzentriert wie durch ein Brennglas die Makro-Geschichte des verdammten 20. Jahrhunderts symbolisiert.

Ludwig von Mises wurde am 29. September 1881 in Lemberg geboren und verstarb am 10. Oktober 1973 in New York. Hans-Hermann Hoppe zeichnet das Bild eines der wichtigsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie - eines Wirtschaftstheoretikers, Sozialphilosophen und Politikberaters von außergewöhnlichem Format.
Für freiheitliche Literatur empfehlen wir die Buchausgabe
Insbesondere war Ludwig von Mises auch ein außergewöhnlicher Lehrer, dessen Seminare (ob das Wiener Privatseminar oder das New Yorker Seminar) das Saatgut stellten, aus welchem die Österreichischen Schule der Nationalökonomie hervorragenden Nachwuchs schöpfen konnte:
Zu den regelmäßigen Teilnehmern des Wiener Privatseminars von Mises in den 1920er Jahren gehörten z. B. Martha Steffy Browne, Gottfried von Haberler, Friedrich August von Hayek, Fritz Machlup oder Oskar Morgenstern - die alle wegen der braunen Sozialisten ihre Heimat Österreich verlassen hatten und in der Emigration als Universitätsprofessoren reüssierten.
Auch das Mises-Seminar an der New York University war erfolgreich - in diesem waren brillante Köpfe vertreten, wie z. B. Israel M. Kirzner, Ralph Raico, George Reisman, Murray Newton Rothbard oder Hans F. Sennholz.

Guido Hülsmann, Ökonomie-Professor in Frankreich, gibt mit seinem Beitrag einen umfassenden Einblick in die Geld- und Konjunkturtheorie von Ludwig von Mises. Dieser Einblick ist zwar als Einführung gedacht, doch so ausgezeichnet dargelegt, dass auch jeder Leser mit fortgeschrittenen Kenntnissen zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie seinen Gewinn daraus ziehen wird.

Philipp Bagus, Ökonomie-Professor in Madrid, zeigt dem Leser die Eckpfeiler der Mises-Kritik zu staatlichen Interventionen, zur Bürokratie und zum Sozialismus auf. Dabei zeigt Philipp Bagus anhand der alternativlosen Politik zur Euro-Rettung wie hochaktuell und damit zeitlos die Kritik ist, welche Mises bezüglich der Anmaßungen staatlichen Machbarkeitswahn erarbeitet hat.

Thorsten Polleit, Präsident des Münchener Mises-Instituts und Honorarprofessor für Ökonomie, hat das würdige Vorwort des Buches geschrieben; in seinem eigentlichen Beitrag erläutert er die wissenschaftliche Methodik des Ludwig von Mises: Die Methode der Praxeologie. Praxeologisch zu arbeiten ist das Gegenteil von empirischem Arbeiten, denn gemäß Mises ist die Ökonomie keine Erfahrungswissenschaft, sondern eine Theorie vom menschlichen Handeln - und damit eine a priori-Theorie. Diese a priori-Theorie wird durch Thorsten Polleit fein und differenziert aufbereitet - eine sehr gute Hinführung für Neulinge.

Fazit: Ein vorzügliches Büchlein, welches gerade für Einsteiger und Neugierige einen hervorragenden Überblick in das Lebenswerk eines der bedeutendsten Theoretiker der Österreichischen Schule der Nationalökonomie leistet - ein Überblick, der Appetit auf mehr davon macht.

Kommentare:

  1. Ich persönlich halte die Biografie für weitaus interessanter. Weil sie die Entwicklung von von Mises nachzeichnet. Das macht vieles verständlicher und man fragt sich immer wieder, warum wandern wir in die gleiche falsche Richtung?

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  2. Meinen Sie die hier?: http://www.amazon.de/Erinnerungen-von-Ludwig-Mises/dp/382820581X/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1427296947&sr=8-12&keywords=ludwig+von+mises

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  3. Lieber Herr Domenicus,
    die Rezension zu den „Erinnerungen“ finden Sie auch hier auf „Freitum“ (http://www.freitum.de/2014/09/rezension-ludwig-von-mises-ausgezeichnet.html).
    Zugestanden, die dortigen Anmerkungen von Mises zeigen überdeutlich und hart das „Warum der falschen Wege“, die der Westen seit vielen Jahrzehnten geht!
    Nichtsdestotrotz, dieses Büchlein hier „Ludwig von Mises: Leben und Werk für Einsteiger“, welches Thorsten Polleit herausgegeben hat, halte ich für einen sehr guten Einstieg für „Neuankömmlinge“ im Lager der „besseren Ideen“ – und auch für ein Lesebuch, welches fähig ist die Neugierde für den „Wert der besseren Ideen“ zu wecken.
    Mit den besten Grüßen
    Hubert Milz

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