Dienstag, 17. März 2015

Krasse Fehlinformationen aus dem Umweltministerium Niedersachsen

von Christoph Frädrich
Zum vierten Mal jährt sich in diesem Monat die schreckliche Umweltkatastrophe von Fukushima in Japan. Damals wurden weite Teile der Ostküste Japans von einem Tsunami erfasst. Dieser sorgte großräumig für Zerstörung und Chaos. Ebenfalls von der Flutwelle erfasst wurde das Kernkraftwerk in Fukushima. Diese Flutwelle löste einen Ausfall im Kraftwerk aus, welcher eine Explosion und später mehrere Kernschmelzen zur Folge hatte. 

Diese Naturkatastrophe kostete 18.537 Menschen das Leben und über 6.100 wurden verletzt. In diesen Tagen wird den Menschen gedacht, nicht nur denen, die Hab und Gut verloren haben, sondern auch den Todesopfern.
Auch das Niedersächsische Umweltministerium tat dies am 11. März 2015. Im ersten Moment natürlich ehrenhaft, aber schaut man genauer hin, so ist es doch in gewisser Weise sehr geschmacklos. Letztes Jahr versuchte es Claudia Roth auf die gleiche Weise die traurigen Tatsachen zu verdrehen und für ihren politischen Vorteil zu nutzen. Das Ministerium in Niedersachsen gab sich die Ehre es ihr nachzumachen:

„Pressemitteilung 55/2015

Mit einer Mahnveranstaltung gedachten die Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Oberbürgermeister Stefan Schostok und Umweltminister Stefan Wenzel gemeinsam mit hannoverschen Bürgern am vierten Jahrestag der Opfer der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima.

In einer Erklärung dazu heißt es: "Wir trauern. Wir gedenken der Toten und unser Mitgefühl ist bei den Verletzten und ihren Angehörigen. Wir appellieren an Politik, Wissenschaft und die gesamte Gesellschaft, an den Zielen des Atomausstiegs und der Energiewende festzuhalten. Fukushima mahnt, die Sicherheit des AKW-Betriebs bis zur Stilllegung und bis zum sicheren Rückbau konsequent zu gewährleisten. Auch die sich verschärfenden Probleme mit der Atommülllagerung sind ein Alarmsignal. Die Atomkraft hat der Menschheit Lasten mit unabsehbaren Folgen aufgebürdet. Nach Fukushima kann die Konsequenz deshalb nur lauten: Abschalten!

Am 11. März 2011 um 14.47 Uhrzeit ereignete sich ein heftiges Seebeben; ein Tsunami überschwemmte das Land, kurz darauf setzte in den Reaktorblöcken des Atomkraftwerks Fukushima die Kernschmelze ein und große Mengen an Radioaktivität traten aus. Als Folge kamen Tausende Menschen ums Leben oder wurden verletzt. Noch heute sind rund 120.000 Menschen aus dem Gebiet evakuiert. Böden, Wälder und Gewässer in der Umgebung sind verseucht.“

Die exakte, wenn auch nichtsdestotrotz traurige Zahl der durch die in den Reaktorblöcken einsetzende Kernschmelze im Atomkraftwerk von Fukushima ums Leben gekommenen Menschen beläuft sich auf genau zwei, mindestens 100 Menschen wurden von einer Strahlung von mehr als 100 Millisievert erfasst.

In Deutschland folgten daraufhin staatlich verordnete Abschaltungen vieler Atomkraftwerke, welche den privaten Energiesektor zu einem staatlichen Energiesektor werden ließen, die den Energieversorgern klare Vorgaben machten, wie man in Zukunft zu arbeiten hat. Wirtschaftlich gesehen ein großer Eingriff durch den Staat, welcher für Probleme sorgt und weiter sorgen wird. 

Das Umweltministerium in Niedersachsen nutzt hier eine Katastrophe aus, verdreht die Tatsachen und versucht so ihren Interessen und Vorgaben nachzugehen. Scheinbar sind die Opfer dafür ein gern genutztes Mittel zur Zweckerfüllung. Dies ist nicht nur eine traurige Art von politischer Werbung, sondern auch eine perverse noch dazu. Dass man diese Worte noch so veröffentlicht ist ein Schlag ins Gesicht für die Angehörigen der Opfer in Japan.

Persönlich blicke ich immer noch geschockt auf die Tage zurück im März 2011. Die Naturkatastrophe nahm vielen Menschen das Leben und denen, die überlebten, die Lebensgrundlage. Die Ereignisse im Atomkraftwerk sind ebenfalls mit Erschrecken festzustellen. Aber eines bleibt immer fragwürdig: die Stadt Fukushima liegt sehr nah an der Grenze zwischen der Eurasischen Platte und der Nordamerikanischen Platte. Das heißt aus der Sicht der Plattentektonik war es von der Firma Tepco komplett falsch dort ein Atomkraftwerk zu errichten, weil die dortige Erdbebengefahr riesig ist. Die Folgen erlebten wir am 11. März 2011.

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