Dienstag, 31. März 2015

Habermanns Richtigstellung: Soziale Gerechtigkeit


Friedrich August von Hayek
von Prof. Dr. Gerd Habermann
Dieses Mal: Soziale Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit des Marktes ist so präzise wie die Grammatik: Wer 100 Euro schuldet, muss eben diese 100 Euro zahlen. Die ,,soziale'' Gerechtigkeit ist hingegen eine Schimäre. Hier definieren Regierungen willkürlich, was jeweils als ,,gerecht'' anzusehen ist, wem was zukommt oder, mit Lenins Formel: wer wieviel? Umverteilung, die auf freiwilligem Wege dem Gefühl echter Solidarität, Nächstenliebe oder Barmherzigkeit entspricht, wurde plötzlich zur ,,Gerechtigkeit''. So konnte man, statt vom Nächsten Mitgefühl und Barmherzigkeit zu erwarten, auf sein ,,gutes Recht'' pochen, in dessen Tasche zu greifen und sich so mit gutem Gewissen selbst bedienen. Im Übrigen wird wohl Friedrich August von Hayek zuzustimmen sein:
,,Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich intensiv damit befasst, den Sinn des Begriffs ,soziale Gerechtigkeit’ herauszufinden (...). Ich bin zu dem Schluß gelangt, dass für eine Gesellschaft freier Menschen dieses Wort überhaupt keinen Sinn hat (...) Nicht nur ,soziale Gerechtigkeit’, sondern auch ,soziale Demokratie’, ,soziale Marktwirtschaft’ oder ,sozialer Rechtsstaat’ sind Ausdrücke, die dadurch, dass das Adjektiv ,sozial’ den an sich vollkommen klaren Ausdrücken Gerechtigkeit, Demokratie, Marktwirtschaft oder Rechtsstaat hinzugefügt wird, beinahe jede beliebige Bedeutung erhalten können.’’
Literaturtipp: Friedrich August von Hayek: Recht, Gesetz und Freiheit, Tübingen 2005.

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