Donnerstag, 26. Februar 2015

Von echten Demokraten und Schwätzern

von Kurt Kowalsky
In einer von der freien Universität Berlin durchgeführten Umfrage, stimmten 61 Prozent der These zu, dass wir uns in keiner "echten Demokratie" befänden, weil die Wirtschaft und nicht die Wähler das Sagen hätten.

42 Prozent der Befragten meinten, dass ihnen "soziale Gleichheit" wichtiger wäre als die Freiheit des Einzelnen.

Solche Umfrageergebnisse beunruhigen besonders die "Freiheitsfreunde", welche klammheimlich der Illusion anhängen, Deutschland über politische Wahlen irgendwie zu befreien. Hat man doch in der Vergangenheit schon soviel auf des Nachbarn Ochsen eingeredet, dass man ihn fast vom eigenen Liberallala überzeugt hat. Leider hat er dann am Schluss doch die SPD gewählt oder andere Halunken - nur eben nicht die "Richtigen".

Die Schrift, die den Anarchokapitalismus begründete:
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Politische Wahlen und Meinungsumfragen haben eine Wesensgleichheit, zu der ich folgendes bemerken möchte:

Es ist irrelevant was Leute glauben - und entsprechende Meinungsumfragen drücken - wenn überhaupt - eine Stimmung aus, welche weder durchdacht sein muss, noch verantwortet werden muss.

Die Gegenüberstellung von Sozialismus und Kapitalismus ist dann auch in diesem Sinne eine politische. Tatsächlich fühlt sich der Befragte nicht als Akteur (also als potentiell Handelnder), sondern in einem Wunsch- oder Selbstbedienungsmodus. Das ist ähnlich wie vor Weihnachten: "Wenn ich mir was wünschen dürfte, wünschte ich mir ein Perpetuum Mobile."

Die Frage ist, was derjenige, der für die Wichtigkeit "sozialer Gleichheit" eintritt, tatsächlich tut, befindet er sich auf der Seite der Opfer. Gehört er also zu den Personen, welchen man auf Grund der sozialen Gleichheit die Hälfte seines Einkommens wegnimmt.

In gleicher Weise kann man auch nicht über Demokratie und Volksabstimmung diskutieren, da sich die Befürworter mental stets auf der Seite der Gewinner der Abstimmung befinden.

Deshalb muss man den Kopf dieser Leute in einen Schraubstock spannen und die darum herumstehende Mehrheit stimmt mit ihm zusammen ab, ob man den Apparat noch eine halbe Umdrehung weiterdreht. Wenn ihm dann die Augen aus dem Schädel treten und er immer noch dafür ist, dass das Gesetz der Mehrheit gilt, dann ist es ein echter Demokrat - ansonsten nur ein Schwätzer.

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