Montag, 9. Februar 2015

Rezension: Eine Fundgrube ökonomischer Vernunft

Dieses Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Hansjörg Klausinger: Machlup, Morgenstern, Haberler, Hayek und andere: Wirtschaftspublizistische Beiträge in kritischer Zeit (1931-1934), 400 Seiten, 29,80 Euro, Metropolis.
Zu Beginn der 1930er Jahre, also während der Weltwirtschaftskrise, wurden Vertreter der dritten und vierten Generation der "österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre" (Gottfried Haberler, Friedrich August von Hayek, Fritz Machlup, Oskar Morgenstern) journalistisch aktiv, um auch den Nicht-Ökonomen die wirtschaftlichen Grundlagen zum Verständnis ob der Hintergründe und Ursachen dieser Krise zu vermitteln.

Eine Vielzahl dieser Pressebeiträge aus jener Zeit sind in diesem Buch gesammelt und auch in exzellenter Weise kommentiert. Der Leser erhält ausführliches wirtschaftshistorisches und personenbezogenes Hintergrundwissen über jene Zeit.

Damals wie heute war und ist es in den veröffentlichten Meinungen populär, eine Wirtschaftskrise als Marktversagen zu verdammen und vom Versagen des Kapitalismus zu sprechen - ohne jedoch fundierte ökonomische Kenntnisse zu besitzen. 
In den hier versammelten Beiträgen, mit denen sich die "Austro-Liberalen" journalistisch in die Tagespolitik einmischten, spürt man den Wunsch und das Motiv, dem breiten Lesepublikum die interventionistische Chaospolitik der Staatsregierungen als Hauptursache der Weltwirtschaftskrise verständlich zu machen. Von daher wundert es nicht, dass man die Artikelsammlung auch mit 'Mehr Kapitalismus wagen' oder 'Mehr Marktwirtschaft wagen' betiteln könnte.

Für freiheitliche Literatur empfehlen wir die Buchausgabe
Die oben genannten österreichischen Ökonomen kämpften für eine Revitalisierung eines liberalen Regelwerks in und für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat, für Freihandel und Wettbewerb, gegen Kartelle, gegen Devisenbewirtschaftung, gegen Handelsbeschränkungen, für eine restriktive Geldpolitik in Verbindung mit konsequent einzuhaltender Goldparität der Währung; kurz: die journalistische Tätigkeit richtete sich gegen Interventionen jedweder Art.

Der Band ist, als Folge von teilweise geradezu funkelnden Formulierungen vieler Beiträge, ein richtiges Lesevergnügen und eine Fundgrube, um Nicht-Ökonomen wirtschaftliche Zusammenhänge aufzuzeigen. Die Beiträge zeigen auch, dass es möglich ist, ökonomisch anspruchsvolle Themen in einem für Nicht-Ökonomen verständlichen und brillanten Stil anzugehen und aufzubereiten, 
ohne dabei auf Wissenschaftlichkeit zu verzichten. Gelehrte, die dies können und praktisch umsetzen, fehlen heutzutage leider meist.

Fazit:
Ein hervorragendes Buch - sehr zu empfehlen. Ein wirkliches Lesevergnügen, durch die ausführlichen Kommentierungen von Hansjörg Klausinger auch für diejenigen Leser, denen historisches Detailwissen fehlt.
Mit Bezugnahme auf die derzeitige Weltfinanzkrise ist auch noch festzuhalten, dass die Beiträge des Bandes - umgewidmet auf das Heute - in Teilen doch sehr aktuell sind.

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