Dienstag, 3. Februar 2015

FDP: Auf zum letzten Gefecht!

von Petr Bystron
Nach ihrem Rausflug aus dem Bundestag sowie einer Reihe von Landtagen bläst die FDP zum letzten Gefecht. Die Monate außerhalb der Parlamente rückten die Partei an den Rand der Bedeutungslosigkeit. Die Liberalen nutzten die Zäsur zur Selbstreflexion, inneren Reinigung und einem neuen äußeren Anstrich.

Schlaues Marketing soll die FDP zurück an die Macht führen. Berater von Boston Consulting machten sich ans Werk und analysierten im Sommer letzten Jahres den Wert der Konkursmasse. Ihr Fazit lautete, die Marke FDP sei erstaunlich „intakt", vieles müsse man nicht ändern. Die Kreativen der Berliner Agentur Heimat kamen in den folgenden Monaten wohl zu einem anderen Schluss, denn sie verpassten der Partei ein neues Logo. Weg mit dem vielen Gelb und den spiddelligen drei Buchstaben. In kräftigen blauen Lettern heißt die Partei nun „Freie Demokraten". Das Kürzel FDP versteckt sich verschämt in einem rosa Kasten.

Pardon! Dies ist kein Rosa, sondern lupenreines Magenta. Ausgerechnet die Farbe, die jeder Deutsche mit dem bürokratischen Moloch und ehemaligen Staatsbetrieb Telekom assoziiert, soll nun bei den Liberalen „mehr Wärme" und „Menschennähe" symbolisieren. Na Bravo! Früher hätte man dazu nur gesagt: Rosa ist schwul. Das geht heutzutage natürlich nicht mehr, das wäre nicht politically correct.

Nun gut. Wichtiger als die Oberfläche sind ohnehin die Inhalte. Und da präsentierte Christian Lindner soeben der Welt eine Sensation: Die Liberalen wollen nun die Partei der Freiheit sein. Oha! Diese Parole rief derselbe Christian Lindner bereits 2010 aus. In der Theorie war es sowohl damals wie auch heute richtig. Eine liberale Partei müsste eigentlich die Wächterin der persönlichen Freiheit der Bürger sein. Den Liberalen stünde diese Rolle fast genuin zu. Nur in der Praxis haben die Liberalen dieses Versprechen leider nie eingelöst. Der glücklose Ex-FDP-Vorsitzende „Fipsi" Rösler würde sagen: „wir haben nicht geliefert". Klar: Mutti Merkel hatte den Buben den freiheitlichen Unsinn schnell ausgetrieben.

Und so werden die Deutschen heute weiterhin von fremden Geheimdiensten fröhlich ausspioniert, vom eigenen Staat kalt enteignet und von der politischen Kaste als „Nazis" beschimpft, wenn sie mal ausnahmsweise nicht gegen die Atomkraft, sondern die Islamisierung Europas demonstrieren gehen. Nicht einmal die Abschaffung des blöden Ladenschlussgesetzes haben die Liberalen hinbekommen.

Man kann sich ein neues Logo verpassen und stimmige Botschaften in die Welt hinaus posaunen. Die Frage ist aber, wer wird dieses alte Produkt in neuer Verpackung noch kaufen? Denn der Kern einer jeden Marke ist ihre Glaubwürdigkeit. Die haben die Liberalen jedoch längst verloren.

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