Freitag, 27. Februar 2015

Cannabis auf Rezept?

von Jan Hübner
Und wieder einmal ist die Debatte um Cannabis entfacht. Nachdem im letzten Jahr in den USA schon einige Schritte in Richtung Liberalisierung gemacht wurden, scheint sich auch in der Bundesrepublik etwas zu tun. Cannabis ist die am meisten konsumierte illegale Droge in Deutschland, von CBD Hanfsamen bis hin zum fertig gerollten Joint scheinen die Bürger die Pflanze fast genauso zu schätzen wie den Alkohol. Aber in dieser politischen Diskussion geht es einmal nicht um die komplette Freigabe des Rauschmittels, sondern um seine gesundheitlichen Vorteile und die potenzielle Freigabe für schwerkranke Schmerzpatienten.

Deshalb will die Bundesregierung bereits Ende des Jahres 2015 ein Gesetz erlassen, mit dem chronisch leidende Patienten viel einfacher und vor allem kostengünstiger an Cannabis-Präparate aus der Apotheke kommen. Laut Marlene Mortler (CSU) ist es das Ziel, dass mehr leidende Menschen von Cannabis als Medizin profitieren können. Der Wirkstoff in der Pflanze ist für viele MS-Patienten und Krebsleidende schonender als die chemisch zusammengesetzten Alternativen. Cannabis gilt als krampflösend, appetitanregend und schmerzhemmend, weshalb gerade Leute, die in einer Chemotherapie stecken, oft auf dieses Produkt zurückgreifen. Zudem sind die Nebenwirkungen deutlich milder. Aktivisten setzen sich bereits seit Jahren dafür ein, dass Cannabis zumindest teilweise für den medizinischen Konsum legalisiert wird.

Zwar können einzelne Patienten auf Rezept schon Cannabisprodukte aus der Apotheke bekommen. Das gleicht allerdings einem finanziellen Kraftakt, den nicht jeder stemmen kann. Deshalb soll das Gesetz vor allem dafür Sorge tragen, dass bald auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Medizin erstatten. Deshalb vergrößert sich die Gefahr, dass Schmerzpatienten selbst ihr Gras anbauen. Damit werden aber möglicherweise viele Menschen kriminalisiert, die es nicht verdient hätten. Gerade deshalb sei so ein neues Gesetz zwingend notwendig, um zwischen Freizeitkonsumenten und Patienten zu unterscheiden. Letztes Jahr hat ein Gericht in Köln zwar entschieden, das in Ausnahmefällen auch der erschwinglichere Anbau zu Hause erlaubt ist, allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig und kann berufen werden.

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