Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension: Frieden ist Krieg

Das Buch kann hier bestellt werden
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: John V. Denson: Sie sagten Frieden und meinten Krieg: Die US-Präsidenten Lincoln, Wilson und Roosevelt, 256 Seiten, 19,95 Euro, Druffel & Vowinckel.
Der Autor John V. Denson ist ein us-amerikanischer Jurist in Alabama, der zunächst Strafverteidiger war und dann zum Bezirksrichter gewählt worden ist.
Ob Denson wegen des Buches vielleicht mit Vorwürfen, wie "nur Revanchismus irgendeines Südstaatlers", bedacht worden ist, konnte ich nicht ermitteln. Doch ich kann mir vorstellen, dass dies so gewesen sein kann, da Denson in diesem Buch - bildlich gesprochen - nicht nur Anklage gegen jene Präsidenten (von denen zumindest einer sozusagen wie ein "Säulenheiliger" verehrt wird) erhebt, sondern auch das Urteil "schuldig spricht" und dieses auch ziemlich gut begründet.

Anhand der politischen Aktionen und des (offenen wie verdeckten) politischen Agierens der US-Präsidenten Abraham Lincoln, Woodrow Wilson und Franklin Delano Roosevelt sucht Denson nachzuzeichnen, dass es keinem dieser Präsidenten um den Frieden gegangen ist. Die Politik jener drei Präsidenten diente - gemäß Denson - nur den polit-ökonomischen Interessen der USA, genauer: den Interessen jener ökonomisch und politisch starken Gruppen, die gemeinhin unter dem Schlagwort "Wallstreet" figurieren - für Prof. Paul Craig Roberts z. B. wird durch "Wallstreet" eine ekelhafte Symbiose aus "Big Government und Big Business" repräsentiert, welche die herrschende Plutokratie der USA bildet.

Freiheitliche Literatur kann bei der 
Buchausgabe bestellt werden.

Bei Denson erweitert sich die "Wallstreet-Gruppe" zu einer anglo-amerikanischen Gruppe. Denson schildert die engen Beziehungen zwischen "Wallstreet" und "City of London". Denson schildert eindringlich die Handlungen, die Absichten und die Pläne der vielfältig in einander verwobenen Interessen jener britischen und us-amerikanischen "Eliten".

Die Schilderungen, die Erzählweise und der Aufbau der Argumentation durch Denson führen auch einen Leser, der vielleicht das Buch eher skeptisch zur Hand genommen hat, fast zwangsläufig zu dem Schluss, den Denson zieht: Die genannten US-Präsidenten dienten den Interessen einer übersichtlichen, aber sehr einflussreichen und elitären Personengruppe - also keinesfalls den Interessen der US-Bürger.

Die Gründungsväter der USA wollten einen freiheitlichen Staat, und sie schufen eine Verfassung, die diese Freiheit und die Interessen der Bürger der USA - dem eigentlichen Souverän - schützen und garantieren sollte. Eine Verfassung, die von Beginn an im Zielkonflikt zwischen Freiheit und Macht stand. Ein Zielkonflikt, den - folgt man der Darstellung von Denson - insbesondere jene genannten Präsidenten im Sinne der Macht für die polit-ökonomischen Partikularinteressen einer "elitären, plutokratischen Gruppe" gelöst haben.

Das Buch ist eine gute Ergänzung zur Lektüre des Buches von Hamilton Fish III (''Der zerbrochene Mythos - F.D. Roosevelts Kriegspolitik 1933-1945'') oder des Buches "Tragedy and Hope" von Carroll Quigley, welches auch in einer gekürzten deutschen Ausgabe (''Katastrophe und Hoffnung'') erschienen ist. Durch die Lektüre dieser drei Bücher wird eine Sichtweise der Historie vermittelt, die in dieser Art an den deutschen Schulen nicht gelehrt wird; denn - wie Winston Churchill dies treffend formulierte - die Geschichte wird vom Sieger geschrieben.

Ein Urteil darüber "wie es wirklich gewesen ist", muss sich natürlich jeder Leser dieser Lektüre selbst bilden.

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