Samstag, 17. Januar 2015

Psychopathologische Gauner bedrohen die Pressefreiheit

von Kurt Kowalsky
Die schreibende und schmierende Journaille war sich anlässlich des Anschlags auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ darin einig, dass das Attentat „ein Angriff auf die Pressefreiheit“ gewesen sei. Da ich nirgendwo eine Gegenstimme vernommen habe, fühle ich mich gezwungen, diesbezüglich ebenfalls mein dummes Maul aufzureißen.

Irgendwelche zivilen oder paramilitärischen Figuren können die sogenannte Pressefreiheit nicht angreifen. Die Freiheit, sich in Wort und Bild auszudrücken, wie es jemandem beliebt, ist solange eine natürliche Selbstverständlichkeit, bis irgendwelche Machthaber die Menschen zwingen, bestimmte Sachverhalte nicht zu erwähnen. Spätestens in der Schule erfahren dies die Kinder, denn vielen wäre es ein Bedürfnis, an die Tafel zu schreiben: „Der Lehrer ist doof!“

Die politischen Machthaber verankern nun in ihren monströsen Verfassungen das Instrument der Pressefreiheit. Wohlgemerkt „Instrument“ und nicht „Recht“ im eigentlichen Sinne. Denn man kann niemandem ein Recht einräumen, das er bereits aus sich heraus besitzt. Weshalb es auch zum Beispiel keinen Laubfrosch kümmert, ob in so einer Verfassung für ihn die Quakfreiheit verankert ist oder nicht.
Erst dann, wenn man insgeheim beabsichtigt, den Fröschen das Quaken zu reglementieren oder bereits den Spaten zum Plattmachen bereit gelegt hat – man ihnen diese Freiheit also nicht lassen will –, benötigt man das Instrument des Gewährens. Dämmert‘s?

Subkutan wurde also in den jeweiligen Verfassungen die sogenannte „Pressefreiheit“ in eine materiale Implikation gewickelt, wobei die jeweiligen Junktoren von den Machthabern bestimmt werden. Und diese bestimmen dann, was überhaupt als Satire gilt und was nicht. Und das herrschende politische Gesindel schwingt sich auf, was, wer und mit welchen Verrenkungen sagen oder schreiben darf. (Ein einziger dummer Satz hier, und ich bräuchte Montag früh keinen Wecker, weil um sechs Uhr die Bullen die Tür eintreten würden.)

Wer hat also die Pressefreiheit angegriffen? Es sind die Figuren, welche sie seit der Erfindung der Schrift einschränken, verunmöglichen, verzerren, um sie dann scheinheilig teilweise wieder zu gewähren. Irgendwelche Dumpfbacken, ob mit oder ohne Raketenwerfer, können vielleicht einen Journalisten töten, doch die Pressefreiheit kann und ist von den gleichen psychopathologischen Gaunern bedroht, welche auch alle anderen persönlichen Freiheiten der Menschen einschränken, sie anlügen, ausrauben, aufhetzen und in den Krieg schicken.

Der Grad der Verblödung gewisser journalistischer Hackfressen wird nur durch ihre Korruptheit und Staatsnähe übertroffen.

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