Sonntag, 18. Januar 2015

Habermanns Richtigstellung: Schweiz

von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Schweiz.
Das sozialpolitisch zu seinem Vorteil immer noch ,,rückständigste'' Industrieland Europas. Dort wurde z. B. erst nach dem Zweiten Weltkrieg die staatliche Rentenversicherung und erst 20 Jahre später eine zentrale Arbeitslosenversicherung eingeführt. Obwohl auch dort der Wohlfahrtsstaat nach und nach einzieht, ist die Schweiz doch immer noch ein Muster an bürgerlicher Vorsorgementalität, Nonzentralisation und politischer Erzogenheit der Bürger (durch die Möglichkeiten der Direktdemokratie). Nur in der Schweiz kann sich ein Bürger noch im vollen Sinn als solcher fühlen, denn er wählt sogar seine Beamten und bestimmt (kantonal, kommunal) mit über die öffentliche Kreditaufnahme.

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Der durchschnittliche Schweizer Bürger ist politisch besser informiert als der durchschnittliche deutsche Bundestagsabgeordnete, der in 90 von 100 Fällen die Vorlage gar nicht mehr übersieht, über die er abstimmt. Die Unabhängigkeit, Neutralität und Solidarität der Schweiz machte sie zu einem idealen Refugium für politisch oder ökonomisch bedrohte Menschen. Europa braucht eine unabhängige Schweiz!


Literaturtipp: Walter Hirt, Robert Nef und Richard C. Ritter (Hrsg.): Eigenständig. Die Schweiz - ein Sonderfall, Zürich 2002.
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Prof. Dr. Gerd Habermann, Jahrgang 1945, ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und freier Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft
Bei Freitum erscheint monatlich ,,Habermanns Richtigstellung''.

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