Freitag, 30. Januar 2015

Gemeinsame Förderungen durch EU, Bund und Länder: Wie Kofinanzierungen falsche Anreize setzen

Gotthilf Steuerzahler fragt sich ... was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die EU verfügt über einen beachtlichen Haushalt von derzeit 145 Milliarden Euro im Jahr. Daraus finanziert sie im Rahmen ihrer Zuständigkeiten eine Fülle von Maßnahmen in den einzelnen Mitgliedstaaten. In der Regel ist bei solchen Förderungen vorgesehen, dass sich die Mitgliedstaaten mit einem Eigenanteil beteiligen. In Deutschland sind in der Regel die Bundesländer für Fördermaßnahmen zuständig und übernehmen dementsprechend einen Teil der Finanzierung. Soweit nach der Kompetenzverteilung des Grundgesetzes zulässig, beteiligt sich auch der Bund finanziell. Bei diesen gemeinsamen Finanzierungen von EU, Bund und Ländern treten häufig Fehlentwicklungen auf, die in der Interessenlage der Beteiligten begründet sind und sich nur schwer verhindern lassen.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Von Tsipras, Draghi und anderen Wunderheilern

Quelle: comdirect.
von Luke Lametta
Na das klappt doch schon richtig gut mit SYRIZA und Alexis Tsipras, dem neuen Messias in Sachen Gesundung Griechenlands und ''Friedensprojekt Europa''. Hier zu bestaunen: Der Aktienkurs der Piraeus Bank, 9000 Mitarbeiter, in drei Tagen mal eben die halbe Marktkapitalisierung eingebüßt. Griechische Staatsanleihen fliegen gleich hinterher, Wasserstand von Papieren mit vier Jahren Restlaufzeit: Noch 74%. And counting.

Gut, das war dann wohl nix mit 30 Mrd. Euro IWF-Rettungsplan, 80 Mrd. Euro EU-Rettungsplan und 96 Mrd. Euro griechische Staatsanleihen im Buch der EZB. Konnte ja keiner ahnen. "Keep calm and carry on", in der Interpretation des Genres "Wienerlied": ♬ Wenn der Herrgott net will / nutzt des goa nix / schrei net rum / bleib schön stumm / sog: es woa nix.

Das Glückliche Gefängnis der Millennials

von Niccolò Viviani aus dem Englischen übersetzt von Moritz Bierling
Du hast bestimmt schon tausendmal das folgende Sprichwort über menschliches Balzverhalten und Anziehungskraft gehört: “Gleich und gleich gesellt sich gern.” Deine Erfahrung sagt dir, dass das stimmt. Und ich bin mir sicher, dass du auch das gegenteilige Sprichwort gehört hast: “Gegensätze ziehen sich an.” Auch das belegt deine Erfahrung. Wie ist das möglich?

Da beide Redewendungen wahr zu sein scheinen, gilt es hier einen Widerspruch aufzulösen. Im Fall menschlicher Kompatibilität versucht dies Keirsey in seinem Buch “Please Understand Me II”:

“Eine Kombination aus Ähnlichkeit in Gedanken und Ausdrucksweise - konkret oder abstrakt - gepaart mit der Art man Ziele zu erreichen sucht - kooperativ oder utilitaristisch - scheint der Schlüssel zu sein, um menschliche Anziehung zu erklären.” 

Dienstag, 27. Januar 2015

Rezension: Konsequent freiheitlich

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gustave de Molinari: Produktion der Sicherheit, 56 Seiten, 4,49 Euro, Edition Freitum.
Gustave de Molinari, geboren 1819 und 1912 gestorben, war ursprünglich Arzt gewesen, bevor er sich in den 1840er Jahren in Paris bei Frédéric Bastiat in der Ligue pour la Liberté des Échanges (Freihandelsbund) einbrachte.
Dort setzte er sich in zahlreichen Publikationen mit ökonomischen Fragen auseinander. Er war ein konsequenter Verteidiger der Freiheit und jedwede Art von Freiheitsbeschränkung (z. B. Interventionismus, Protektionismus, Imperialismus) fand in ihm einen konsequenten Gegner. Molinari besaß insbesondere die Gabe, dass er komplexe Probleme einfach erklären und auflösen konnte; so auch in diesem Essay.

Molinari stellt eingangs fest, dass es zwei Ansichten zur Organisation der Gesellschaft gibt:
Einmal die Sicht, dass die Gesellschaft durch Gesetze etc. ganz bewusst vom Menschen künstlich geschaffen wird, so dass die Regierungen die Gesellschaft durch Fortentwicklung der Gesetze etc. ganz bewusst nach ihrer Façon ändern und umgestalten können.
Dann gibt es die Sichtweise, dass die Gesellschaft rein natürlich, aufgrund allgemeiner – nicht von Menschenhand bewusst gesetzten und erdachten – Gesetzen funktioniert.

Sonntag, 25. Januar 2015

Terminhinweis: Roland-Baader-Treffen 2015


Auch in diesem Jahr findet das traditionelle Roland-Baader-Treffen statt, das dem 2012 verstorbenen großen Freiheitsdenker und Popularisator freiheitlicher Ideen gedenkt. Grußworte sprechen Dirk Müller, Susanne Kablitz, Peter Boehringer und Kristofer Berking. Im Vordergrund steht dabei die Diskussion des Baader-Werks “Geld, Gold und Gottspieler”. Das Treffen beginnt am 14. Februar um 16 Uhr und endet gegen 13 Uhr am darauffolgenden Tag.

Das genaue Programm ist hier abrufbar.

Um Anmeldung wird gebeten: info@ifaam.de.

Samstag, 24. Januar 2015

Fette Gewinne mit Goldminenaktien

Vom unbekannten Zentralbankbürokraten zum selbsternannten Imperator
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
Europa hat nach langer Zeit wieder einen selbsternannten Imperator, der über dem Gesetz steht: EZB-Präsident Mario Draghi. Er wird ab März dieses Jahres Monat für Monat aus dem Nichts 60 Mrd. € neues Geld erschaffen, mit dem die EZB vor allem Schuldscheine rettungslos überschuldeter EU-Mitgliedsstaaten kaufen wird. Dieses Vorhaben ist ohne Wenn und Aber Staatsfinanzierung mit der Notenpresse. Das ist so offensichtlich, dass wohl nur ein hochdotierter Jurist auf der Gehaltsliste der Europäischen Union zu einem anderen Ergebnis kommen kann.

Freitag, 23. Januar 2015

Akkreditierung von Studiengängen: bürokratisch, teuer und überflüssig

Gotthilf Steuerzahler fragt sich ... was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die deutsche Hochschulwelt hat in den letzten Jahren viele Reformen erlebt. In den meisten Bundesländern nahm sich der Staat zurück und gestand den Hochschulen eine größere Autonomie zu, was sehr zu begrüßen ist. Aber so ganz mochte die Wissenschaftspolitik die Hochschulen dann doch nicht in die Freiheit entlassen. Zum Teil wurden im Zuge der Reformprozesse sogar neue Regelungen geschaffen, welche zwar modern daherkommen, aber die Hochschulen im Ergebnis nur belasten. Da besteht noch viel Änderungsbedarf.

Ein Beispiel für eine solche belastende Regelung ist die Verpflichtung der Hochschulen zur Akkreditierung von Studiengängen. Das System der Akkreditierung wurde im Jahr 2003 etabliert mit dem Ziel, die Qualität der neu eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge zu sichern. Die Bachelor- und Masterstudiengänge müssen bestimmten fachlich-inhaltlichen Mindeststandards (Studierbarkeit, internationale Vergleichbarkeit usw.) genügen.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Der Dezentralismus von Macht hält die Dunkelheit auf Abstand

von Tommy Casagrande
Gandalf sagt im ersten Teil von ,,Hobbit'' folgendes: ,,Saruman glaubt, dass nur große Macht das Böse abzuwenden vermag. Doch ich habe anderes erlebt. Es sind die kleinen Dinge, alltägliche Handlungen von gewöhnlichen Leuten aus Güte und Liebe, die die Dunkelheit auf Abstand halten."

In unserer Welt nimmt die zentralistische Macht gewaltmonopolistischer Systeme zu. Man schaue beispielsweise auf die USA, auf die EU, nach Russland oder nach China: Folgen sie der Doktrin Sarumans, dass nur die größte Macht die Dunkelheit auf Abstand zu halten vermag?

Mittwoch, 21. Januar 2015

Veranstaltungshinweis: Die Idee der Freiheit schmackhaft machen - das Liberty Event in Graz

Freiheitlich orientierte Veranstaltungen in Österreich beschränken sich zumeist auf den Raum Wien. Eine unabhängige Gruppe junger Leute aus Graz möchte dies ändern und macht sich nun daran, den Samen der Freiheit auch in ihrer Heimatstadt, in der die KPÖ bei der letzten Gemeinderatswahl 20 Prozent erreichte, zu säen. Mit dem Liberty Event soll die Idee der Freiheit auch der steirischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Es steigt am 21. Februar in den Räumlichkeiten des traditionsreichen Hotels und Restaurants „Kirchenwirt“.

Als Referenten geladen wurden Dr. Barbara Kolm (Präsidentin des Hayek-Instituts, Mitglied der Mont Pelerin Society), Prof. Dr. Christian Hoffmann (Universität St. Gallen, Forschungsleiter des Liberalen Instituts), Dr. Georg Zakrajsek (Generalsekretär der Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht Österreich), Dr. Franz Schellhorn (Leiter der Denkfabrik Agenda Austria), Prof. Dr. Richard Sturn (Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Öffentliche Wirtschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz), Dr. Markus Tomaschitz (Human Resources Director bei der Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List und Lektor an nationalen und internationalen Hochschulen) und Freitum-Betreiber Tomasz M. Froelich.

Dienstag, 20. Januar 2015

Rezension: Keine Schlafwandler - oder?

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gerry Docherty; Jim MacGregor: Verborgene Geschichte: Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte, 494 Seiten, 24,95 Euro, Kopp.
Jahrzehntelang ist es unter Historikern mehr oder weniger Konsens gewesen, dass das Deutsche Reich die Hauptschuld am Ausbruch des 1. Weltkriegs getragen hat. Insbesondere deutsche Historiker haben in den letzten fünf Jahrzehnten die Thesen des deutschen Historikers Fritz Fischer vom sogenannten "Griff nach der Weltmacht" des Deutschen Reiches in allen Facetten übernommen und verinnerlicht.

In den letzten Jahren sind die Urteile neuerer Generationen der Historiker zu den Ursachen und den Gründen, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs führten, jedoch viel differenzierter geworden. Die alleinige Schuld bzw. die Hauptschuld am Kriegsausbruch wird nicht mehr dem Deutschen Reich angelastet, sondern oftmals wird eine politische Lage beschrieben, die sehr komplex war und schließlich hoch gefährlich wurde, so dass das Gleichgewicht im Konzert der Mächte sehr instabil wurde. Eine heikle Lage entstand, an welcher alle beteiligten Großmächte fleißig mitgesponnen hatten - die führenden Politiker der europäischen Staaten sind der Situation immer weniger Herr geworden, so dass sie wie die "Schlafwandler" (Christopher Clark) im großen Krieg aufwachten, der das alte Europa unwiderruflich zerstörte. (Anmerkung: Christoph Clark titelt sein Buch zum 1. Weltkrieg zwar "Die Schlafwandler", beschreibt jedoch an einigen wichtigen Stellen des Buches keine "Schlafwandler", sondern häufig genug Akteure, die den großen Krieg unbedingt haben wollten.)

Montag, 19. Januar 2015

Keine Gratisapps mehr: die Welt braucht eine andere Art Innovation

von Niccolò Viviani aus dem Englischen übersetzt von Moritz Bierling
“Umsatz ist langweilig.”
Dieses Zitat stammt nicht etwa von irgendeinem “Frieden-und-Liebe”-Hippie oder einem Treuhandfonds-Baby, das von dem nicht ganz so langweiligen Umsatz seines Vaters lebt - leider. Doch das wäre zu offensichtlich.

Nein, es ist die Antwort einer jungen Startupperin auf die Frage: was ist dein Umsatzmodell? Na gut, denkst du dir, das Mädel hat halt keine Ahnung wie’s läuft und wird früher oder später auf die Schnauze fallen und aus ihrem Traum aufwachen. Doch genau dieser Typus scheint heute der Gewinner unter den jungen Unternehmern zu sein: ihr Startup wurde vom Startup Chile Programm angenommen und bekommt $ 40,000 von der chilenischen Regierung.

Sonntag, 18. Januar 2015

Habermanns Richtigstellung: Schweiz

von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Schweiz.
Das sozialpolitisch zu seinem Vorteil immer noch ,,rückständigste'' Industrieland Europas. Dort wurde z. B. erst nach dem Zweiten Weltkrieg die staatliche Rentenversicherung und erst 20 Jahre später eine zentrale Arbeitslosenversicherung eingeführt. Obwohl auch dort der Wohlfahrtsstaat nach und nach einzieht, ist die Schweiz doch immer noch ein Muster an bürgerlicher Vorsorgementalität, Nonzentralisation und politischer Erzogenheit der Bürger (durch die Möglichkeiten der Direktdemokratie). Nur in der Schweiz kann sich ein Bürger noch im vollen Sinn als solcher fühlen, denn er wählt sogar seine Beamten und bestimmt (kantonal, kommunal) mit über die öffentliche Kreditaufnahme.

Samstag, 17. Januar 2015

Psychopathologische Gauner bedrohen die Pressefreiheit

von Kurt Kowalsky
Die schreibende und schmierende Journaille war sich anlässlich des Anschlags auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ darin einig, dass das Attentat „ein Angriff auf die Pressefreiheit“ gewesen sei. Da ich nirgendwo eine Gegenstimme vernommen habe, fühle ich mich gezwungen, diesbezüglich ebenfalls mein dummes Maul aufzureißen.

Irgendwelche zivilen oder paramilitärischen Figuren können die sogenannte Pressefreiheit nicht angreifen. Die Freiheit, sich in Wort und Bild auszudrücken, wie es jemandem beliebt, ist solange eine natürliche Selbstverständlichkeit, bis irgendwelche Machthaber die Menschen zwingen, bestimmte Sachverhalte nicht zu erwähnen. Spätestens in der Schule erfahren dies die Kinder, denn vielen wäre es ein Bedürfnis, an die Tafel zu schreiben: „Der Lehrer ist doof!“

Freitag, 16. Januar 2015

Schweizer Franken: Die Marktkräfte setzen sich durch

Unsere Kaufempfehlung Schweizer Staatsanleihen: Plus 25% über Nacht
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
in einer von Panik und marktwirtschaftlicher Ignoranz geprägten Aktion fassten die Zentralbankbürokraten der Schweiz im September 2011 den Beschluss, den damaligen Kursanstieg des Franken gegenüber dem Euro zu bekämpfen. Als Untergrenze definierten sie einen Kurs von 1,20 Franken pro Euro und gaben bekannt, dass sie den Euro nicht unter diese Marke fallen lassen würden - "whatever it takes", wie EZB-Chef Draghi sagen würde.

Erst am Donnerstag dieser Woche, also am 15. Januar 2015 sind die Zentralbanker wieder zur Vernunft gekommen. Besser spät als nie. An diesem denkwürdigen Tag haben sie ihre Entscheidung, die Marktkräfte mit planwirtschaftlichen Methoden außer Kraft zu setzen, revidiert. Prompt fiel der Euro gegenüber dem Schweizer Franken wie ein Stein von 1,20 SFR auf unter 1,00 SFR. Aktuell steht er bei 1,02 SFR.

Steinkohlebergbau: Wie Subventionen den wirtschaftlichen Wandel hemmen

Gotthilf Steuerzahler fragt sich ... was machen eigentlich meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die finanzielle Unterstützung des Steinkohlebergbaus in Deutschland geht langsam zu Ende, im Jahre 2018 soll endgültig Schluss mit der Subventionierung sein. Jahrzehntelang hat der Staat diesen Wirtschaftszweig mit gewaltigen Summe am Leben erhalten. Jetzt, wo das Ende der Förderung naht, wäre es doch an der Zeit, sich über Nutzen und Kosten der Unterstützung Gedanken zu machen, auch mit Blick auf die Subventionierung anderer Branchen. Aber man hört und liest kaum etwas zu diesem Thema, für Politik und Medien scheint es nicht von Interesse zu sein.

Die Krise des deutschen Steinkohlebergbaus begann bereits gegen Ende der 1950er Jahre. Es kam zu ersten Zechenschließungen und zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahl. Auslöser der Krise war, dass kostengünstige Importkohle auf den deutschen Markt drängte und billiges Erdöl immer bedeutsamer für die Energieversorgung wurde. Der Steinkohlebergbau bemüht sich zwar, seine Kosten zu senken, dies war aber nur begrenzt möglich. Denn die Steinkohle wird in Deutschland in großer Tiefe abgebaut, was enorme Kosten nach sich zieht. In anderen Ländern kann sie dagegen zu geringen Kosten im Tagebau gefördert werden. Zur Zeit beträgt der Preis von Importkohle ein Drittel der heimischen Förderkosten.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Rezension: Felix Somary - eine Persönlichkeit

Das Buch kann hier bestellt
werden
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Felix Somary: Erinnerungen eines politischen Meteorologen, 475 Seiten, 28,80 Euro, Matthes & Seitz.
Felix Somary (1881-1956) bietet dem Leser seiner Erinnerungen eine prickelnde Kombination aus individuellen Erlebnissplittern - in jungen Jahren waren dies vielfach Geschehnisse, die prägend für Somary waren - und der allgemeinen Geschichte, die alle Individualgeschichte überlagert, besonders im grauenhaften 20. Jahrhundert, in dessen Brennpunkte die Erinnerungen hochinteressante Einblicke liefern.

In den Erinnerungen finden sich die verschiedensten Anekdoten:

So erinnert sich Somary, dass er als Schüler daheim den Kopf gewaschen bekam, als er das Dienstpersonal lächerlich machte, indem er einen der Bediensteten nachäffte.

Auch das Geschehen um seine erste längere und schon anspruchsvolle "staatswissenschaftliche Schrift" wird erzählt. Eine Schrift, die der Schüler Somary verfasst hatte und deren literarischen Quellen in der Bibliothek von Vater Somary verwurzelt waren.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Die Inszenierung der Staatsführer

Die ''classe politique'' - nicht nur eine optische Täuschung.
von Kurt Kowalsky
Der Trauermarsch der Staatschefs in Paris war Inszenierung auf einer Nebenstraße. Darüber bin ich nun nicht empört, denn ich habe nichts anderes erwartet. Schon vor 30 Jahren nahm so ein "Demokratischer Popanz" an einem Volkslauf teil, in dem er genau 150 Meter lief, um dann in seine gepanzerte Limousine einzusteigen und davonzufahren. Es gibt zahlreiche Filmdokumente, die belegen, dass irgendwelche Kanzler und Minister auf irgendwelchen Flugplätzen ins Leere winken.

Ich bin auch nicht empört, dass diese ganzen Schimären üblicherweise von der Journaille nicht aufgedeckt werden. Die sogenannte Bildberichterstattung lebt zu einem Großteil von gestellten bzw. nach-gestellten Aufnahmen.

Empört bin ich allerdings darüber, wie viele Leute in meinem Umkreis sich darüber empören. Der gesamte Demokratismus ist ein Popanz, welcher sich mit einer "Dialektik des Ungerechtfertigten" zu einem "Auschwitz 5.0" mausert.

Dienstag, 13. Januar 2015

PEGIDA - ein Erfahrungsbericht

von Uwe Werler
Vorgestern fand in Dresden zum 12. Mal der Abendspaziergang der Bürgerinitiative „Pegida“ statt. Ich habe, nachdem ich am 15.12. bereits schon einmal teilgenommen hatte, gleichwohl ich mich unter Menschenmassen nicht sonderlich wohl fühle, eigene Eindrücke sammeln und meine erste Einschätzung[1] überprüfen wollen.

Eins vorneweg – ja, meine damaligen Eindrücke haben sich bestätigt. Gestern gingen um die 30.000 Menschen in Dresden auf die Straße, um ihrem Unmut erneut Ausdruck zu verleihen. Wie nicht anders von mir erwartet, wird diese Zahl medial wieder heruntergespielt auf „mehr als 25.000“[2]

Montag, 12. Januar 2015

Innovation lernen

von Skinner Layne aus dem Englischen übersetzt von Moritz Bierling
Die meisten Unternehmer werden behaupten, dass die Fähigkeiten, die den Unternehmer und Innovator ausmachen, nicht gelehrt werden können. Das mag schon stimmen, heißt aber in keinster Weise, dass man diese nicht erlernen kann.

Es ist schon erstaunlich, dass wir trotz des ganzen Geredes von spielerischem Lernen und praktischer Erfahrung in den letzten zehn Jahren so wenig davon in unseren Bildungseinrichtungen umgesetzt haben, von der Grundschule bis zur Universität. Doch was noch weitaus schlimmer ist: was man uns heute als “Hands on” verkauft, ist meist nur eine willkürliche Simulation der echten Welt. In vergangenen Jahren haben sich die Universitäten immer stärker spezialisiert, um die Realität in den engen Mauern ihrer Elfenbeintürme abzubilden, und das obwohl nur ein winziger Bruchteil des Lehrpersonals auch nur die geringste Erfahrung von der realen Welt außerhalb des Hochschulbetriebs (d.h. in der Privatwirtschaft) mit sich bringen.

Sonntag, 11. Januar 2015

Startschuss für atemberaubende Gewinne: Goldpreis in Euro gibt klares Haussesignal

Spektakuläre Chancen bei Gold und Goldminenaktien
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
jetzt ist es tatsächlich passiert: Der Goldpreis in Euro hat seine 15-monatige Bodenformation mit einem dynamischen Ausbruch nach oben abgeschlossen. Damit hat das „verheißungsvolle Bild“, von dem ich in diesem Zusammenhang vor Kurzem geschrieben habe, gehalten, was es versprochen hat.

Bereits im Jahr 2014 ist der Goldpreis in Euro um mehr als 10% gestiegen. Jetzt wurde durch den Ausbruch aus einer mächtigen und wohlgeformten Bodenformation aus charttechnischer Sicht der Beginn einer neuen zyklischen Hausse signalisiert. Die Botschaft des Goldcharts, den Sie hier sehen, ist klar und deutlich: Die zyklische Baisse, die 2011 begonnen hat, ist vorüber, die Hausse hat begonnen!

Samstag, 10. Januar 2015

''Unsere'' ''Satire''

von Luke Lametta
Satire? Das heißt bitteschön: Sich über die FPÖ lustig machen. Über die FDP, Investmentbanker und den zu schönen Karl-Heinz Grasser. Über BILD, Kronen Zeitung oder die Katholerer Kirche. Schreiend komisch und immer das Überraschungsmoment auf seiner Seite! Die Anstalt, Stermann & Grissemann, Gernot Hassknecht und die heute-show - bistdugscheit, die trauen sich echt was. Keine Satire dagegen (exemplarisch, unvollständig):

1.) Spott in Richtung Feminismus - erstens rückschrittlich (Errungenschaften! 1950er! Herd! Muff!) und zweitens "sexistisch".

2.) Lang deppert tölend Mitbürger mit Homosexualitätshintergrund nachäffen - "diskriminierend" und ein Hate crime. (Zugegeben: oft tatsächlich nicht lustig - machen viele, können die wenigsten aber gut genug.)

Freitag, 9. Januar 2015

Plötzlich sind sie alle Charlie...

von Luke Lametta
Wenn ich, zugegeben etwas hemdsärmelig, von "der Medienblase" schreibe, dann ist damit regelmäßig ein unglaublich berechenbares, soziologisch sehr homogenes und weltanschaulich einschlägig voreingenommenes Milieu voller Korrektheitsfadiane gemeint, das zwischen Wien und Berlin eben "irgendwas mit Medien" macht. Als Reaktrice bei einem "gehört gehört"-Sender, videobloggender freelance-Erklärbär, Buchstabenstricher im Newsroom eines Totholzmediums oder Anchorman beim Zwangs-PayTV - you name it.

Sind sie verhältnismäßig ungebunden und/oder U30, betonen sie gerne ihre "Individualität" und ihren "Nonkonformismus" - sie ziehen sich nämlich alle gleich an, haben ähnliche Frisuren, hören alle die gleichen Bands, wohnen in den gleichen Kiezen, schauen die gleichen US-Serien und sonntags Tatort.

Ob jung oder alt, wichtig ist das Selbstbild: Citoyennes et Citoyens! Angehörige einer winzigen Minderheit gegen das vereinte Pöhse aus 1000 Jahren. Immer kritisch. Mutig, unbequem, wach! Gegen den Strich gebürstet. Finden auch immer alles "spannend". Unangepasst sein! Vor so zwei Jahren klangen sie ungefähr so (Google is your friend):

Sonderabgaben: Wie der Staat sich zusätzliche Einnahmen verschafft

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der deutsche Staat finanziert sich ganz überwiegend aus Steuern. Daneben hat der Staat sich jedoch noch weitere Instrumente zur Deckung seines Finanzbedarfs geschaffen, nämlich Gebühren, Beiträge und Sonderabgaben. Wegen der Vielzahl der staatlichen Zugriffsmöglichkeiten ist es sehr schwer, die Gesamtbelastung der Bürger durch die verschiedenen öffentlichen Zahlungspflichten festzustellen, da diese in hohem Maße von der Lebenssituation des Einzelnen abhängen. Wenn lediglich die Steuerlasten in verschiedenen Nationen nebeneinander gestellt werden, wie man es häufig in der Presse lesen kann, stellen solche Vergleiche eine starke Verkürzung der Gesamtproblematik dar. 

Gebühren verlangt der Staat zum Beispiel für die Ausstellung eines Passes oder eines Führerscheins sowie für die Benutzung von öffentlichen Einrichtungen. Es handelt sich also um eine Art „Preis“ für die konkrete Inanspruchnahme von Leistungen der öffentlichen Hand. Bei Beiträgen genügt schon die Möglichkeit der Inanspruchnahme von öffentlichen Leistungen, auf die tatsächliche Inanspruchnahme kommt es dagegen nicht an.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension: Frieden ist Krieg

Das Buch kann hier bestellt werden
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: John V. Denson: Sie sagten Frieden und meinten Krieg: Die US-Präsidenten Lincoln, Wilson und Roosevelt, 256 Seiten, 19,95 Euro, Druffel & Vowinckel.
Der Autor John V. Denson ist ein us-amerikanischer Jurist in Alabama, der zunächst Strafverteidiger war und dann zum Bezirksrichter gewählt worden ist.
Ob Denson wegen des Buches vielleicht mit Vorwürfen, wie "nur Revanchismus irgendeines Südstaatlers", bedacht worden ist, konnte ich nicht ermitteln. Doch ich kann mir vorstellen, dass dies so gewesen sein kann, da Denson in diesem Buch - bildlich gesprochen - nicht nur Anklage gegen jene Präsidenten (von denen zumindest einer sozusagen wie ein "Säulenheiliger" verehrt wird) erhebt, sondern auch das Urteil "schuldig spricht" und dieses auch ziemlich gut begründet.

Anhand der politischen Aktionen und des (offenen wie verdeckten) politischen Agierens der US-Präsidenten Abraham Lincoln, Woodrow Wilson und Franklin Delano Roosevelt sucht Denson nachzuzeichnen, dass es keinem dieser Präsidenten um den Frieden gegangen ist. Die Politik jener drei Präsidenten diente - gemäß Denson - nur den polit-ökonomischen Interessen der USA, genauer: den Interessen jener ökonomisch und politisch starken Gruppen, die gemeinhin unter dem Schlagwort "Wallstreet" figurieren - für Prof. Paul Craig Roberts z. B. wird durch "Wallstreet" eine ekelhafte Symbiose aus "Big Government und Big Business" repräsentiert, welche die herrschende Plutokratie der USA bildet.

Sonntag, 4. Januar 2015

Hauptsache alle Menschen sind gleich arm: Kommentar zu Pikettys Buch: „Das Kapital im 21. Jahrhundert“

von Hubert Milz
Erstes Verständnis des Buches und Kritik

Allgemeine Vorbemerkungen

Auf einem Symposium des Lord Acton Kreises – einem lockeren Kreis von wirtschaftsliberal orientierten Katholiken – im vergangenen Herbst in Wien wurde Thomas Pikettys Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ eingehend analysiert und einer systematischen Kritik unterzogen. Als Grundlage dienten unter anderem zwei Texte, die sich mit den Thesen Pikettys aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie auseinandersetzen. Der eine Text stammt von George Reisman (Los Angeles), einem Schüler von Ludwig von Mises – der Text ist als kindle Buch unter dem Titel „Piketty's Capital: Wrong Theory Destructive Program“ erhältlich. Der andere Text stammt von Juan Ramón Rallo, dem Direktor des „Instituto Juan de Mariano“ in Madrid – eine online publizierte Artikelserie in spanischer Sprache mit dem Titel „Leyendo a Piketty“. Der folgende Bericht fasst die Hauptergebnisse der kritischen Auseinandersetzung zusammen, wie sie während des Wiener Symposiums erarbeitet wurden.

Samstag, 3. Januar 2015

Goldpreis in Euro zeigt überaus verheißungsvolles Bild

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
für mich war die mit Abstand größte Überraschung des vergangenen Jahres die Tatsache, dass die riesige Spekulationsblase an den Aktienmärkten noch immer nicht geplatzt ist, obwohl die US-Zentralbankbürokraten ihre Anleihenkäufe schrittweise reduziert und schließlich sogar beendet haben. Nun ist aufgeschoben aber bekanntlich nicht aufgehoben. Und die Folgen geldpolitischer Manipulationen stellen sich stets mit einer gewissen Zeitverzögerung ein. Deshalb rechne ich mit dem baldigen Beginn einer zyklischen Aktienbaisse und einem dementsprechend interessanten Jahr für Aktionäre.

Freitag, 2. Januar 2015

Deutsche Filmwirtschaft: Ohne Subventionen läuft gar nichts

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt kaum einen Wirtschaftszweig in unserem Lande, der nicht in der einen oder anderen Form auf Fördergelder des Staates zugreift. Die gutlaufenden Branchen sind mit Blick auf ihre Steuerlast bestrebt, sich Geld aus irgendwelchen Fördertöpfen zurückzuholen. Und die schlecht laufenden Branchen brauchen die Unterstützung, um über die Runden zu kommen. Ganz besonders schlecht geht es der deutschen Filmwirtschaft. Die Branche lebt in hohem Maße von Subventionen, anstatt ihr Geld am Markt zu verdienen. Schätzungen gehen dahin, dass die meisten Filmproduktionen zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Eine Vielzahl von staatlichen Stellen ist damit beschäftigt, der Filmwirtschaft finanziell unter die Arme zu greifen. Auf der Ebene des Bundes sind dies die Filmförderungsanstalt sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. In den letzten Jahren hat der Bund die Filmwirtschaft mit jährlich über 150 Millionen Euro unterstützt. Auf der Ebene der Bundesländer tummeln sich an die zwanzig Einrichtungen (Filmbüros, Medien- und Filmgesellschaft, Medienboard, Filmstiftung usw.), die alle dem deutschen Film Gutes tun wollen.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Termine: Januar 2015

Wir hoffen, dass Sie gut ins neue Jahr gestartet sind.

Wir werden unsere Tradition fortsetzen und auch im Jahr 2015 jeden Monat die interessantesten Termine aus freiheitlicher Sicht zusammenstellen.

Im Folgenden eine Zusammenstellung interessanter Veranstaltungen im Januar. Weitere Termine sind dem Kalender zu entnehmen.

Sollten wir wichtige und interessante Termine in unserem Kalender vergessen haben, so bitten wir darum, uns dies per Mail (tomek.froelich@yahoo.de), auf unserer Facebook-Seite oder im Kommentarbereich mitzuteilen.

Wien, 12.01.2015, 18:30 Uhr: Sozialismus vs. Kapitalismus 2.0. ,,Kampf der Systeme'' mit Prof. Ulrich Brand und Mag. Markus Fichtinger M.A. (ECONOMICA), organisiert vom Austrian-Libertarian-Movement und der Sozialistischen Jugend Wien. Weitere Informationen werden in Kürze bald hier bekanntgegeben.

Zürich, 15.01.2015, 19 Uhr: Swiss Crypto meets Hayek Club. Ort: Restaurant Walliser-Keller, Zähringerstraße 21. Weitere Informationen: hier

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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