Montag, 8. Dezember 2014

Rezension: Selbstbewusst frei oder kollektiv betreut?

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Franz Kromka: Markt und Moral: Neuentdeckung der Gründerväter, 240 Seiten, 29,90 Euro, Lichtschlag Medien und Werbung.
In der Vorrede zitiert Prof. Kromka einen Text von Ludwig Erhard:
,,Die stärkste Stütze einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist der Wille der Individuen, sich die Freiheit ihrer Lebensführung zu bewahren und sich nicht in allen Lebensäußerungen schablonisieren, uniformieren und kollektivieren zu lassen."
Und diese Erkenntnis Erhards möchte der Autor seinen Lesern wieder bewusst machen.

Prof. Kromka reflektiert das umfangreiche Werk der Vordenker (Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, Alfred Müller-Armack, Walter Eucken, Ludwig Erhard und Franz Böhm) der ,,sozialen Marktwirtschaft", dabei werden dem Leser einige Punkte sehr aktuell erscheinen, während manche Dinge auf verschiedene Leser wohl altbacken, überholt und altmodisch wirken werden.
Nichtsdestotrotz, der Autor bietet den Lesern in einem dichten Text eine hervorragende Zusammenschau über Motive und Ziele der oben genannten Vordenker.

Freiheitliche Literatur kann bei der 
Buchausgabe bestellt werden.

Beleuchtet werden Themen wie Arbeit und Eigentum, Beruf und Selbständigkeit, Familie und Gemeinschaft, Verzicht und Maßhalten im Gegensatz zum Hedonismus, langfristiges Planen, Denken und Handeln statt kurzfristiger Erfolgsrausch, Antimoral der Zwangssolidarität durch den Steuer- und Versorgungsstaat und das Ideal des ehrbaren Kaufmannes.

Prof. Kromka erzählt nicht nur die Ideen der ,,Gründerväter", sondern in gewisser Weise entwickelt er deren Thesen weiter.
Und zwar im Sinne des meines Erachtens wichtigstem Buch aus Röpkes Spätwerk - ,,Jenseits von Angebot und Nachfrage" -, so dass nur eine Synthese aus Moral und Wettbewerb das Überleben einer freien Gesellschaft sichern wird.

Dabei wird nicht vergessen, dass auch der Markt schon an und für sich zum moralischen Handeln zwingt, denn ein betrügerischer und lügnerischer Unternehmer kann auf Dauer nicht bestehen, weil der Souverän (= der Kunde, der Konsument) dauernden Betrug durch Kaufenthaltung bestrafen würde.

Der Autor sieht die Freiheit durch die vielfachen gesetzlichen Gängelungen enorm gefährdet. Es besteht die Gefahr, dass der individuelle Wille zur selbstgestalteten Lebensführung durch die Regierungen der Wohlfahrtsstaaten abgewürgt und eliminiert wird.

Fazit:
Das Buch ist sehr empfehlenswert; hier wird anschaulich das Ist der Marktwirtschaft geschildert und wie der Wohlfahrtsstaat diesen Motor des Wohlstandes vernichten kann. Hört man heute Fans der verstaatlichten Fürsorge (z. B. aus Parteien und Kirchen) von sozialer Marktwirtschaft reden, dann weiß man alleine schon nach der Lektüre dieses Buches, dass diese Staatsfans nur sehr mangelhafte Kenntnisse haben. Hier gilt dann der Satz der ,,Gründerväter": zu sozial ist unsozial.
Das Buch ist ein brillantes Plädoyer gegen die weitere Ausweitung, ja, für die Zurückdrängung  des Staates und für mehr Bürgergesellschaft.

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