Montag, 22. Dezember 2014

PEGIDA: Eindrücke eines Libertären

Quelle: PEGIDA/Facebook.
von Uwe Werler
Ich war letzte Woche auf der Pegida-Demonstration in Dresden und möchte kurz meine Eindrücke schildern.

Als erstes bleibt festzuhalten, daß sich, wie erwartet, ein vollkommen anderes Bild zeichnete als in der Presse dargestellt. Es waren meines Erachtens deutlich mehr als 15000 Demonstranten (ich schätze 17-18000) und die „Demonstration“ verlief absolut friedlich. Interessanterweise wurde der Zug möglichst fern vom Stadtzentrum gehalten und mehrere Male kam es zu Stockungen. Die Gegenseite hatte dafür eine exponierte Stellung auf dem Theaterplatz direkt vor der Semperoper inne – ein Schelm, wer hier weiter denkt. 

Sehr habe ich mich gefreut, daß erstaunlich viele junge Leute an der Demonstration teilgenommen haben. Es waren Menschen jedes Alters, jeder Herkunft und jeder Schicht vertreten. Nicht ein einziges Mal habe ich Meinungen bzw. Äußerungen vernommen, die auch nur ansatzweise auf Fremdenfeindlichkeit hätten schließen lassen können. Im Gegenteil gab es einige Plakate, die für Frieden warben und für Integration sich aussprachen. Sehr erstaunt war ich auch, wie viele Menschen aus anderen Städten extra nach Dresden angereist kamen. Es gab Sprechchöre, die „Lügenpresse“ skandierten als auch die unvermeidlichen Rufe „Wir sind das Volk“ – wobei die Demonstranten damit ja vollkommen recht haben, wenngleich ich in diesen „Gesang“ nicht mit einstimmen kann. Ein wenig erinnerte es mich tatsächlich an 1989, wobei natürlich die Situationen nicht zu vergleichen sind. Eines scheint meiner Einschätzung nach alle Teilnehmer zu einen – sie haben die Politik und deren Lügen einfach satt.
Dank eines Freundes, der viele Teilnehmer als auch teilweise die Organisatoren kennt, habe ich mitbekommen, daß die Organisatoren selbst vollkommen überrascht sind, welche Dynamik die Sache entwickelt hat. Fast entschuldigend die Äußerung, sie seien keine professionellen Politiker und tun sich daher schwer, ein „Programm“ aufzustellen oder gar konkrete Forderungen abzuleiten, zumal sie das ja alles in ihrer Freizeit nebenbei managen müssen. Ich ziehe den Hut vor diesen Menschen, denn sie bekommen wenigstens ihren Hintern hoch und machen etwas.

Sie hielten Plakate, die unter anderem folgende Punkte thematisiert haben: GEZ, NATO-Austritt, EU-Austritt, Frühsexualisierung, Gender-Mainstreaming, Klimawandel und Energiewende. Außerdem sprachen sich die Demonstranten gegen Parteien, für Volksentscheide, gegen Krieg und für Frieden aus.

Es wäre meiner Meinung nach sehr töricht, die Menschen bzw. diese ,,Bewegung" zu verurteilen.

Vielleicht ist das ja nur ein Strohfeuer, vielleicht auch der Beginn einer ,,historischen" Bewegung. Ich weiß es nicht.

Wann könnte man auf einen Schlag solch eine Menge Menschen erreichen und freiheitliche Ideen verbreiten? Zumal ja auch viele kleine Gewerbetreibende dabei sind, denen man mit freiheitlichen Ideen derzeit offene Türen einrennen könnte. Wann, wenn nicht jetzt? Oder wollen ,,wir" erst den kompletten Zusammenbruch des Systems abwarten?

Kommentare:

  1. ich war vor 2 Wochen auch mal dort, um mir ein eigenes Bild machen zu können und kann Ihre Einschätzung nur bestätigen.
    Natürlich beteiligen sich auch Menschen mit ausländerfeindlichen Motiven an der Demo und wer auf die Pegida Webseite geht, der wird sicher mit vielen Kommentaren dort nicht einverstanden sein. Teilnehmer, die ein Gedankengut rechts des demokratisch tolerierbarem vertreten, sind aber eindeutig die Minderheit und es ist absoluter Quatsch die gesamte Demo unter diesen Verdacht zu stellen.
    Wir Bürger stehen doch vielmehr einer parteiübergreifenden und auch einzig großen Regierungskoalition gegenüber, nämlich die der machtwilligen Politiker mit völlig einheitlichen Interessen, die aber nicht denen der regierten Bürger entsprechen.
    Dieser Koalition sind wir hilflos ausgeliefert, sie kann nicht abgewählt werden. Der Büger hat nichts in der Hand, sich dagegen zur Wehr zu setzen.
    Er kann sich nur abwenden, Wahlverweigerung üben und den Staatsmedien die Stellungnahme verweigern.
    Die von den Demonstranten angesprochenen Probleme haben alle ihren Ursprung in eben dieser GroKo.
    Vielleicht scheitert Pegida nicht, sondern thematisiert künftig stärker die Ursachen statt bei der Benennung der Probleme zu verharren.
    Es wäre unserem Lande zu wünschen.

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  2. Zu sagen, die von den Demonstranten angesprochenen Probleme hätten alle ihren Ursprung in "eben dieser GroKo", ist m.E. zu kurz gedacht, weil die Entwicklungen, die wir beobachten und die bei vielen ein mulmiges Gefühl hervorrufen, schon seit Jahrzehnten sichtbar sind. Sie haben jedoch jetzt so etwas wie eine kritische Masse erreicht, und in der Tat: "Dieser Koalition sind wir hilflos ausgeliefert, sie kann nicht abgewählt werden. Der Büger hat nichts in der Hand, sich dagegen zur Wehr zu setzen." Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
    Wenn die PEGIDA-Leute unsere Medien als "Lügenpresse" bezeichnen und die von "der Politik" dominierten Staatsmedien mitsamt Staatssteuer GEZ, dann finde ich das mehr oder weniger bei ALLEN Berichten über PEGIDA (und ganz vielen anderen Themen) bestätigt. Dort wird gelogen, daß sich die Balken biegen.
    Und was auch immer vorsätzlich unterschlagen wird: Bei der PEGIDA geht es um die Islamisierung des Abendlandes. Wer wollte allen Ernstes behaupten, daß es in Deuschland keine Islamisierung gibt? Nicht in der Justiz? Nicht in diversen Sonderregelungen? Nicht angesichts von No-Go-Areas und vielem mehr?

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  3. und was haben no-go areas mit islam zu tun? dass da einiges falsch läuft ist ja unschwer zu erkennen. aber darin eine "islamisierung" zu erkennen ist doch lächerlich.

    hier wird die alte ausländer oder fremdenfeindlichkeit (die auch immer eine rolle gespielt hat) salonfähig gemacht.
    macht was gegen no-go-areas, gerade als libertäre fallen uns da alle lösungen ein, aber bitte hört auf mit diesen nutzlosen ausfällen in die anti-asylanten haltung.

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  4. wenn überhaupt dannn gibt es in deutschland no go areas für aualänder, nicht für deutsche. kann bei pegida auch keine freiheitlichen werte erkennen, stattdessen sind das leute mit (berechtigten) abstiegsängsten. nur leider werden als schuldige die ausländer und flüchtlinge genannnt. die flüchtlinge sind arme schweine und brauchen einfach nur hilfe, der rest der immiganten sind seit jeher ein Standbein deutscher wirtschaft...

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