Mittwoch, 5. November 2014

Habermanns Richtigstellung: Gewerkschaften

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Gewerkschaften
Im 19. Jahrhundert nützlich gewesene Selbsthilfebewegung der Arbeiterschaft mit umfassendem sozialen Engagement (auch mit einem eigenen sozialen Sicherungsnetz gegenseitiger Hilfe), im 20. Jahrhundert, besonders nach 1918, mehr und mehr zu einem machtvollen Kartell am Arbeitsmarkt erstarrt, das die Löhne höher hält als es den Marktverhältnissen entspricht und dadurch Haupturheber der Massenarbeitslosigkeit war und ist, vor 1933 wie heute. 
Im Übrigen sind sie zu einem wichtigen Bestandteil des deutschen Korporatismus geworden, mit Mitbestimmungsrechten in Großbetrieben wie in der Arbeits- und Sozialverwaltung oder beim öffentlichen Rundfunk, während der eigentliche soziale Auftrag mehr und mehr an den Staat überging.

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Die führende Funktionärsschicht verstrickt sich immer wieder in Korruptionsaffären und pflegt einen Lebensstil, der sich kaum mit dem der angeblich vertretenen Arbeiterschicht verträgt. 
Die Bedeutung der Gewerkschaften ist international auf dem Rückzug, in Deutschland sind sie die stärksten Gegner sozialer Reformen und leider auch die stärkste Gruppe im Deutschen Bundestag neben den ,,öffentlich Bediensteten''. In Großbritannien wie in Neuseeland konnte die Macht der Gewerkschaften zum Wohl des Landes gezähmt werden, allerdings nicht ohne heftige politische Kämpfe.
Literaturtipp: IW-Dossier24 (2003): Gewerkschaften in Deutschland.
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Prof. Dr. Gerd Habermann, Jahrgang 1945, ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und freier Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft
Bei Freitum erscheint monatlich ,,Habermanns Richtigstellung''.

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