Dienstag, 11. November 2014

Ein ‘Schwarzer Kanal’ zum 25-Jahr-Jubiläum seiner Einstellung

von Luke Lametta
Wie könnte der ORF 25 Jahre nach dem Mauerfall bei Im Zentrum” würdig jener Unschuldigen gedenken, die von der mittlerweile mehrmals umbenannten Linkspartei an der Grenze wie die Karnickel abgeknallt wurden? Genau, indem man fünf “Sozial”demokraten einlädt, die die Ermordeten an der innerdeutschen Grenze mit keiner Silbe erwähnen und sich stattdessen, erraten, am Neoliberalismus” abarbeiten. Der zwangsfinanzierte, offensichtlich-unredliche Rundfunk bewies gestern abermals sein schon sprichwörtliches und ganz und gar untendenziöses Händchen. Gratulation.

Ab Minute 40:00 wars Schriftsteller Josef Haslinger, der den erlösenden Bogen zum fürchterschröcklichen ‘Neoliberalismus’ schlug. Nach einer Einleitung Ingrid Thurnhers, deren weltanschaulicher bias einen bei ihrer eigenwilligen Interpretation der Moderatorenrolle auch immer verlässlich aus dem Knopfloch anspringt, “ob das denn gut gewesen sei, dass der Kapitalismus übrig geblieben sei?”

Der sich stets etwas tschekistisch gerierende, offenbar unvermeidliche Werner Schneyder sekundierte sogleich freudig erregt und begeistert, “kein Linker”, hört hört, “hielt die DDR für links!”. Wolfgang Flöttls großzügig bedachter BAWAG-Berater Franz Vranitzky nahm dann das ‘neoliberale’ Leitmotiv wieder explizit auf (45:00), schließlich sei es ja schuld an ‘der heutigen Krise’ samt ‘Arbeitslosigkeit’ und ‘Nationalismus’, eh klar – dies wiederum diente als Vorlage für eine ‘Egoismus!’-Tirade vom fanatischen Brüssel-Djihadisten und Internationale-Kantor Erhard Busek.

Arbeiterzeitung-Veteranin Barbara Coudenhove-Kalergi nickte, wenig überraschend, eifrig zu all dem.

Für Masochisten: hier gelangt man zur Sendung.

Karl-Eduard Vonsch hätts gefallen.

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