Samstag, 8. November 2014

Die Deutungshoheit der Räuber

von Tommy Casagrande
In den Medien wurde gesagt, Luxemburg zocke andere Länder ab, weil Großkonzerne sich aufgrund der geringeren Steuerlast in Luxemburg niederlassen.

Ich möchte nicht die Problematik ansprechen, die mit Großkonzernen verknüpft ist. Mir geht es nur um das Herausheben etatistischer Positionen, die absurd sind. 

Wenn dasjenige Land die anderen Länder abzockt, indem es relativ gesehen mehr Freiheiten gibt, dann ist klar, wohin der Zug fahren soll: in den Totalitarismus, wo die unfreien Länder als moralisch gut und die relativ freieren Länder als moralisch schlecht bewertet werden.  

Einige andere Absurditäten tun sich ebenso auf: Wenn ein Mensch Suizid begeht und sich somit der Steuerlast entledigt, dann wäre dieser Mensch ein Abzocker, weil dem Staat nicht mehr zugute kommt, was er an Steuern zahlt. 

Wie unmenschlich eine Welt gedacht werden kann, in der das Schlechte zum Guten erhoben und das Gute als Sünde betrachtet wird, soll durch meinen Einwurf ein wenig skizziert werden.

Steuern zu erheben galt einstmals als unmoralischer Raub. Heute gilt es als unmoralischer Raub keine Steuern zu bezahlen oder dort hin zu gehen, wo man weniger Steuern bezahlt. Die Räuber haben die Deutungshoheit über die Wertungen von ,,richtig" und ,,falsch" erlangt. Es sollte darum niemanden wundern, wenn diese Propaganda kein Ende kennt. 

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