Sonntag, 2. November 2014

Alan Greenspan rät zu Gold als Schutz vor seinesgleichen

,,Das Greenspan Dossier'' hat an Aktualität nichts eingebüßt
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
vor 12 Jahren habe ich zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ geschrieben. Es trägt den Untertitel „Wie die US-Notenbank das Weltwährungssystem gefährdet“ und ist die erste knallharte und sehr weitsichtige Abrechnung mit der von Alan Greenspan zu verantwortenden Geldpolitik. Deren verheerenden Folgen sind noch immer nicht ausgestanden, sondern werden die Welt auch in den kommenden Jahren noch maßgeblich prägen. Und da Greenspans Nachfolger an dem von ihm eingeschlagenen geldpolitischen Weg bis zum heutigen Tage festgehalten haben, ist dieses inzwischen 12 Jahre alte Buch heute noch genauso aktuell wie zur Zeit seiner Erstauflage.

Jetzt hat sich ebendieser Alan Greenspan nach längerer Zeit des Schweigens noch einmal öffentlich zu Wort gemeldet. Dabei legte er in altgewohnter Manier eine bemerkenswerte Dreistigkeit und Selbstgerechtigkeit an den Tag. So tritt er – sicherlich zum Unmut seiner Nachfolger – sogar als Kritiker der Anleihenkäufe der Fed auf und weist auf die inziwschen offensichtliche, aber weithin verschwiegene Tatsache hin, dass die erhofften realwirtschaftlichen Effekte ausgeblieben sind.

Der unsägliche Alan Greenspan meldet sich zu Wort

In diesem Punkt kommt Greenspan also zu demselben Ergebnis wie ich. Allerdings muss man hier wissen, dass diese unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen ja nicht vom Himmel gefallen sind, sondern unter Greenspans Ägide, also von ihm selbst eingeführt wurden. Er ist also einer der Hauptverantwortlichen für diese epochale Fehlentscheidung, die er nun als Pensionär kritisiert, und deren langfristigen Folgen wir alle noch deutlich zu spüren bekommen werden.

Den Zusammenhang zwischen laxer Geldpolitik und Blasen will er nicht wahrhaben

Eines scheint der einst mächtigste Geldpolitiker der Welt aber auch auf seine alten Tage noch nicht verstanden zu haben: Den Zusammenhang zwischen einer extrem laxen Geldpolitik und der Entstehung von Spekulationsblasen. Dass er und seine Gelddrucker-Bande für die gewaltigen Fehentwicklungen und Ungleichgewichte verantwortlich sind, die wie ein Damoklesschwert über der Weltwirtschaft hängen, das jederzeit herabfallen kann, will er einfach nicht wahrhaben. Hier siegen eindeutig Eitelkeit und Selbstgerechtigkeit über die objektive Analyse der Realität.

Immerhin spricht Greenspan jetzt davon, dass das Platzen von Spekulationsblasen verheerende Folgen habe und dass er in seiner Zeit als Fed-Chef deshalb nicht gewillt gewesen sei, die Blasen zum Platzen zu bringen. Offenbar hat er seine damalige Argumentationslinie vergessen. Denn damals verschanzte er sich einfach hinter der Behauptung, es sei nicht möglich, eine Spekulationsblase vor ihrem Platzen zu erkennen. Mit keiner Silbe gestand er seinerzeit die Existenz von Blasen ein.

Greenspan und Bernanke sind die Väter der Immobilienblase

Im Angesicht der riesigen Immobilienblase, deren geldpolitischen Väter er und sein Nachfolger Bernanke sind, verstieg er sich sogar zu der Behauptung, Immobilienpreise könnten nicht landesweit fallen, man habe es schließlich immer mit lokalen Märkten zu tun. An diese Episode erinnere ich mich noch als sei es gestern gewesen, da ich diese Behauptung seinerzeit als absurd und höchst gefährlich kritisierte. Ersteres, weil sich anhand gängiger Bewertungskennzahlen und historischer Beispiele problemlos das Gegenteil zeigen ließ. Letzteres, weil unbedarfte Menschen diesen Rattenfängertönen glaubten und dadurch in den Ruin gelockt wurden.

Es wird Probleme geben – machen Sie es wie Greenspan und schützen Sie sich mit Gold

In zweifacher Hinsicht stimme ich Greenspan, den Roland Leuschel und ich bereits vor vielen Jahren als den schlechtesten Notenbanker aller Zeiten bezeichnet haben, allerdings in vollem Umfang zu:

Erstens glaube er, dass es nicht möglich sei, die expansive Geldpolitik der Fed ohne Probleme zu beenden. Wer sich wie wir mit der Wirkung von Spekulationsblasen auf die Wirtschaft beschäftigt hat, der weiß, dass die durch eine falsche Geldpolitik hervorgerufenen Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte früher oder später bereinigt werden müssen. Er kennt auch den eigentlich recht simplen Zusammenhang zwischen der Dauer beziehungsweise dem Ausmaß einer falschen Geldpolitik und dem Umfang der Fehlentwicklungen beziehungsweise der Schwere der Bereinigungskrise. Schließlich weiß er auch, dass eine Blasenwirtschaft eine geldpolitische Verschärfung nicht unbeschadet überstehen kann. Genau aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass das Platzen der aktuellen Blasen unmittelbar bevorsteht. Schließlich stellt das Ende der Anleihenkäufe der Fed eine klare geldpolitische Verschärfung dar.

Zweitens wies Greenspan darauf hin, dass Gold in der aktuellen Situation eine gute Anlage sei aufgrund seiner monetären Funktion, die sich außerhalb der staatlichen Machenschaften bewege. Diese eindeutige und klare Lehre der Geschichte des Geldes hat sogar Alan Greenspan verstanden. Der Mann also, dem wir die derzeit so prekäre Lage der Weltwirtschaft und der Staatsfinanzen in einem erheblichen Ausmaß zu verdanken haben. 

Genau genommen sagt Greenspan hier nichts anderes als das, was wir seit Jahren predigen: Schützen Sie sich mit Gold vor den Greenspans, Bernankes und Draghis dieser Welt. Welche Gold-Investments ich favorisiere, lesen Sie in meiner aktuellen November-Ausgabe von Krisensicher Investieren. Jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag.

Ihr 
Claus Vogt

P.S.: Ich hoffe Sie möglichst zahlreich bei der Edelmetallmesse in München am Freitag und Samstag der kommenden Woche begrüßen zu können. Ich werde an beiden Tagen präsent sein, auch mit einem Messestand (Standnummer 2.74). Außerdem halte ich am Samstag, den 8. November um 11:10 Uhr einen Vortrag auf der oberen Bühne.

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