Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich bleibe dabei: Die Aktienbaisse hat begonnen

Bearmarketrallys gibt es in jeder Baisse
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das Leben eines Analysten ist manchmal nicht einfach. Wir befinden uns sozusagen mitten im Zentrum des Orkans und die Medien reden von „Jahresendrallye“. Und das nur, weil der DAX gut 40% seiner Verluste der letzten Wochen wieder aufgeholt hat. Dabei läuft an den Aktienmärkten alles lehrbuchartig auf eine Baisse zu, die nur leider niemand sehen will. Hier sind die Fakten:

Drastische Überbewertung, extreme Euphorie und Sorglosigkeit sowie geldpolitische Wende in den USA – wir befinden uns im Auge des Orkans

Sie erinnern sich, bereits letzte Woche gab der DAX ein eindeutiges charttechnisches Baissesignal. Kein Wunder, denn zahlreiche Gründe sprechen für ein baldiges Platzen der globalen Spekulationsblase an den Aktienmärkten.

Stark verkürzt lauten sie: drastische Überbewertung, extreme Euphorie und Sorglosigkeit, geldpolitische Wende in den USA sowie eine signifikante Verschlechterung der technischen Gesamtsituation. Und an dieser Situation hat sich durch den Kursanstieg der vergangenen Tage rein gar nichts geändert.

Jetzt wird es ungemütlich: Fallende Aktienkurse sind noch das geringste Übel

Machen Sie sich deshalb auf ein Platzen dieser Blase gefasst und darauf, dass es ziemlich ungemütlich wird. Denn deutlich fallende Aktienkurse sind ja nur eine von zahlreichen Folgen, die das Platzen der Blase nach sich ziehen wird. Hinzu kommen Rezessionen, Bankenkrisen, Firmenpleiten, Staatsbankrotte und Währungsturbulenzen bis hin zum Untergang der europäischen Währungsunion und der Neuordnung des gesamten Weltwährungssystems.

Salami-Crash: Zwei Schritte vor und einen zurück

Jetzt höre ich Sie schon sagen: „Und was ist mit den Kurserholungen der letzten Tage? Die kann man doch nicht so einfach vom Tisch wischen.“ Ja, Sie haben recht. In den vergangenen Tagen kam es an den Aktienmärkten zu einer gewissen Kurserholung. Von den 1.500 Punkten, die der DAX seit Mitte September in der Spitze verloren hatte, konnte er 650 Punkte wieder aufholen. Das sind immerhin gut 40%. Und nun jubeln meine stets bullishen Kollegen schon wieder und sprechen bereits von einer fulminanten Jahresendrally.

Doch ich warne Sie! Denn an der Börse geht es nie in gerader Linie nach oben oder unten. Sie verhält sich eher nach dem Motto „Zwei Schritte vor und einen zurück“. Gewöhnlich wird zwischen 40% und 60% einer Kursbewegung im Rahmen der folgenden Gegenbewegung wieder wettgemacht. Der DAX liegt im Moment also im unteren Bereich dieser normalen Spanne. Die Rally der vergangenen Tage lässt also ausdrücklich nicht den Schluss zu, dass hier schon wieder eine dauerhafte Trendwende nach oben stattgefunden hat.

Ganz im Gegenteil, denn der Chart zeigt ja nicht nur eine mächtige lehrbuchartige Topformation mit Ausbruch nach unten, sondern auch einen klaren Abwärtstrend: Seit dem im Sommer erreichten Allzeithoch bei über 10.000 Punkten hat der DAX im September mit 9.900 Zählern ein niedrigeres Zwischenhoch gebildet und ist von dort aus unter das August-Tief gefallen. Ein tieferes Hochs, das von einem tieferen Tief gefolgt wird, definiert bekanntlich einen Abwärtstrend. Um diese Sequenz zu durchbrechen, müsste der DAX über das Hoch von Mitte September, also über 9.900 Punkte steigen. Davon sind wir weit entfernt.

Schauen Sie der Wahrheit ins Gesicht: Drei Charts sagen mehr als tausend Worte

Werfen Sie nun einen Blick auf Blick auf den folgenden Chart des DAX. Hier sehen Sie die lehrbuchartige Topformation, die sich in den vergangenen Monaten gebildet hat. Der Ausbruch nach unten erfolgte in einer sehr dynamischen Bewegung und ist aus charttechnischer Sicht ein Baissesignal wie es klarer nicht sein könnte.

DAX, Momentum-Oszillator, 2012 bis 2014

Klarer kann eine Topformation mit Baissesignal nicht sein.
Quelle: StockCharts.com
Idealerweise steigen eine Aktie oder ein Index nach einem klaren Ausbruch nach unten nicht wieder über die untere Begrenzung der Topformation. Ein sehr schönes Beispiel für diesen Idealfall sehen Sie auf unserem zweiten Chart, der die Topformation des DAX von 2007 zeigt.

DAX, Momentum-Oszillator, 2006 bis 2008

Dieser nicht ganz perfekten Topformation folgten Kursverluste von mehr als
50%. Quelle: StockCharts.com
Damals fand der Ausbruch nach unten, also das Baissesignal, im Dezember 2007 statt. Die anschließende Gegenbewegung machte rund 35% der ersten Abwärtswelle wieder wett, bevor es dann erneut nach unten ging. Allerdings begann einen Monat später eine weitere Rally. In deren Verlauf ist der Index noch einmal bis an die Untergrenze der Topformation gestiegen – aus charttechnischer Sicht eine perfekte Gegenbewegung und ein idealer Punkt zum Kauf von Short-Positionen.

Allerdings war die Topformation des Jahres 2007 bei weitem nicht so klar geschnitten und wohlproportioniert wie die des Jahres 2014. Man kann eben nicht alles haben an der Börse, und Charttechnik ist keine strenge Wissenschaft.

Ein weiteres sehr lehrreiches Beispiel, das Sie unbedingt kennen sollten

Überaus aufschlussreich und noch wichtiger für das Verständnis der aktuellen Situation als der gerade besprochene Chart von 2007 ist die DAX-Topformation des Jahres 2000. Auch sie lässt etwas zu wünschen übrig und hilft uns gerade dadurch dabei, das aktuelle Geschehen im rechten Licht zu sehen. In unserem am Samstag, den 25. Oktober erscheinenden Wochenupdate von Krisensicher Investieren werden wir diese lehrreiche Episode ausführlich besprechen.

Diese beiden Beispiele zweier sehr wichtiger Topformationen, denen verheerende Baissen folgten, sollen an dieser Stelle genügen. Sie verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise, dass Sie die Kursrally der vergangenen Tage nicht überbewerten sollten. Eine geradezu überwältigende Anzahl von Argumenten spricht weiterhin für das Platzen der Blase und den Beginn einer zyklischen Baisse mit enormem Abwärtspotenzial.

Meine Krisensicher Investieren-Leser werden die vollkommen normalen Bearmarketrallys, die uns in den kommenden Wochen und Monaten erwarten, zum Kauf von Short-Positionen nutzen, mit denen sie an fallenden Kursen Geld verdienen. Bis zu 10% Plus haben sie schon jetzt innerhalb einer Woche erzielt. Aber das ist nur der Anfang, denn das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. So schlimm Baissephasen für die meisten Börsianer auch sein mögen, für den gut informierten Anleger sind sie kein Grund, um Trübsal zu blasen. Denn auch in Baissen können Sie an der Börse Geld verdienen, oft sogar schneller als in Haussezeiten.

Sie müssen sich genau jetzt entscheiden

Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten, auf die aktuelle Situation zu reagieren: Entweder Sie sitzen die Baisse der kommenden Monate aus und akzeptieren ähnlich hohe Verluste wie in 2000 bis 2003 und 2007 bis 2009. Dann tun Sie jetzt einfach nichts. Oder Sie handeln noch heute, und bestellen Krisensicher Investieren 30 Tage kostenlos. Und schützen und mehren so Ihr Vermögen. Es liegt an Ihnen.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sonntag. 

Ihr 
Claus Vogt

P.S.: Lesen Sie in unserer November-Ausgabe, warum die Zentralbankbürokraten nach dem Platzen der Blase sehr schlechte Karten haben.

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