Freitag, 31. Oktober 2014

Die standardisierte Gesellschaft

von Tommy Casagrande
Durch staatliche Eingriffe werden in allen möglichen Lebensbereichen Standards gesetzt: Umweltstandards, Gesundheitsstandards, Bildungs- und Ausbildungsstandards, Wohnstandards, Arbeitsstandards, Sicherheitsstandards, Sozialstandards etc.

Diese ganzen Standards sind ausgerichtet für ebenso standardisierte Menschen, nicht für vielfältig verschiedene und verschieden agierende Individuen. Darum wird der standardisierte Mensch durch ein Bildungssystem geschickt, um Zertifikate zu erwerben, die es ihm erlauben, oder bei Nicht-Erwerb untersagen, sich an den Standards zu beteiligen. 

Die standardisierte Gesellschaft bietet wenig Nischen für Unkonventionalität und erfrischenden Aufbruchsgeist in neue Gefilde. Der Wettbewerb untereinander findet unter Kontrolle und sehr kontrolliert statt. Dynamik wird somit zum Fremdwort.

Standards, die der Staat setzt, kosten Geld. Nicht jeder kann sich gesetzte Standards leisten. Dadurch entsteht ein Eingriff in die Wirtschaft, bei dem stets die reicheren Unternehmen besser weg kommen. Manchmal sprechen sie sich sogar bewusst für gesetzte Standards aus, um potentielle oder lästige gegenwärtige Konkurrenz los zu werden. Der Staat hilft da natürlich gerne.

Wenn ein Standard mal zu kippen droht, greift der Staat unterstützend ein. Entweder wird Steuergeld verwendet oder man erlaubt sich eine Erhöhung der Staatsverschuldung. Um den Arbeitsstandard in einen Boom zu versetzen, greifen Zentralbanken gerne zur Herabsetzung des Leitzinses, wodurch die wundersame Geldvermehrung angekurbelt wird. Ungeachtet, dass es sich dabei um einen künstlichen Aufschwung mit eingebauter Wirtschaftskrise handelt, feiert man derlei Eingriffe auf politischen Ebenen. Auch das ist nur mit einem Standard möglich. Dem Papiergeldstandard. 

Standards sind gesetzte starre Normen von statisch denkenden Menschen, die glauben, dass Starrheit ein lebenstaugliches Prinzip sei, vor allem, wenn es auf ein Lebewesen wie den Menschen trifft, der in seinem Naturell stets spontan und dynamisch agiert unter Bezug auf die Vielfalt der Individualität, die seine Spezies darbietet. 

Wenn keine Standards gesetzt werden, könnten sich Standards nachhaltig entwickeln, weil eine freie Wirtschaft gesund und eine verstaatlichte Wirtschaft krank ist. Eine kranke Wirtschaft, in der alle Bereiche nach und nach infiziert werden, muss ohne entsprechende Radikalmedizin - individuelle Freiheit - einstweilen das Zeitige segnen. Man versucht zwar, den Patienten durch künstliche Lebenserhaltungsmaßnahmen weiterhin an den Schläuchen des Systems hängen zu lassen, doch mehr als das Unausweichliche hinauszuzögern, vermögen sie nicht. Hingegen böte eine freie, staatenlose Wirtschaft die Möglichkeit, den Wunsch nach einem guten und besseren Leben auf stabile Füße zu stellen. Frei von künstlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen, frei von künstlichen Blasen, frei von Verzerrungen, die durch politische Erlasse die Gesellschaft und ihre Mitglieder in Gewinner und Verlierer zerteilen. Frei von gesetzten Standards. 

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