Freitag, 24. Oktober 2014

Der gesetzliche Mindestlohn und das Taxi

von Tommy Casagrande
Wenn der gesetzliche Mindestlohn auf die Taxifahrer ausgeweitet wird, dann mag das nachvollziehbar sein, so lange man im etatistischen Kontext zu denken beliebt, doch schlau ist das nicht. Der gesetzliche Mindestlohn wird nachvollziehbarerweise gefordert, um in einem inflationärem Zeitalter mit dadurch steigenden Preisen, selbst auch wieder besser leben zu können. Die Sache hat aber ein paar Haken.

Haken 1: Nicht jeder Taxifahrer wird besser gestellt. Es werden nur jene besser gestellt, die nicht entlassen werden. Denn der gesetzliche Mindestlohn bedeutet eine Fixausgabe für das Unternehmen. Und wer sagt, dass jedes Taxiunternehmen sich diese Fixausgabe für all seine gegenwärtig angestellten Taxifahrer leisten kann?
Haken 2: Wenn der gesetzliche Mindestlohn der Taxifahrer sich auf die Preise für die Kunden aufschlägt, dann lässt sich natürlich annehmen, dass weniger Menschen mit dem Taxi fahren werden. Es gibt Menschen, die sich gerade noch so das Taxi leisten können. Wenn sie es in Zukunft tun wollen, dann müssen sie auf andere Güter verzichten, wodurch es anderswo zu Umsatzeinbußen kommt. Wenn man auf das Taxifahren verzichtet, dann werden die Taxiaufträge sinken und sinkende Umsätze bedeuten einen weiteren Arbeitsplatzabbau bei Taxiunternehmen, wodurch die Arbeitslosigkeit ansteigt, die vom Sozialstaat aufgefangen werden muss, der durch Steuern oder Staatsverschuldung bezahlt wird, was die nächsten Probleme verursacht.

Haken 3: Der gesetzliche Mindestlohn wirkt auch als Privilegierung der etablierten Unternehmen. Er hält all jene potentiellen Konkurrenten ab, die zwar ein Taxiunternehmen gründen möchten, den Mindestlohn aber noch nicht zahlen könnten. 

Haken 4: Ebenso kann der gesetzliche Mindestlohn dazu beitragen, manchen Unternehmen zu helfen sich von lästiger Konkurrenz zu befreien, da jene Unternehmen, die sich den Mindestlohn nicht leisten können, vom staatlich konzipierten Markt verschwinden, während die anderen mit ihren teuren Preisen sich als Privilegierte fühlen dürfen.

Haken 5: Aus Sicht der armen Menschen wird das Leben immer unleistbarer. Nachdem alle möglichen Lebensbereiche sich verteuern, kommt nun das Taxi hinzu. Die staatenlose Marktwirtschaft erlaubt man nicht. Somit bleibt es dabei, den Armen einzureden, sie seien selbstverschuldet in dieser unglücklichen Lage. Wer es im Staatskapitalismus zu etwas gebracht hat, blickt nicht selten von oben herab und glaubt, er habe sich in einem freien Markt durchgesetzt. 

Haken 6: Die Verteuerung des Taxis als nächster Punkt der sich verteuernden Lebensbereiche greift auf die nächste Branche über, die ihrerseits mehr Lohn fordert, da sie sich sonst kein Taxi mehr leisten kann. 

Im scheinbar ewigen Kreislauf wird durch politische Eingriffe die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer, Bevorteilte und Benachteiligte zersetzt, bis das System kollabiert. 
Möglicherweise lassen sich noch ein paar Haken finden, eventuell die von mir aufgezeigten noch detailierter und klarer herausarbeiten. Aber da ich mich mit dem Nichtanspruch auf omnipotente Abdeckung allen Wissens begnüge und auf recht simple Weise die Tendenzen aufzeigen möchte, begnüge ich mich mit dem dargebrachten.

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