Freitag, 31. Oktober 2014

Die standardisierte Gesellschaft

von Tommy Casagrande
Durch staatliche Eingriffe werden in allen möglichen Lebensbereichen Standards gesetzt: Umweltstandards, Gesundheitsstandards, Bildungs- und Ausbildungsstandards, Wohnstandards, Arbeitsstandards, Sicherheitsstandards, Sozialstandards etc.

Diese ganzen Standards sind ausgerichtet für ebenso standardisierte Menschen, nicht für vielfältig verschiedene und verschieden agierende Individuen. Darum wird der standardisierte Mensch durch ein Bildungssystem geschickt, um Zertifikate zu erwerben, die es ihm erlauben, oder bei Nicht-Erwerb untersagen, sich an den Standards zu beteiligen. 

Die standardisierte Gesellschaft bietet wenig Nischen für Unkonventionalität und erfrischenden Aufbruchsgeist in neue Gefilde. Der Wettbewerb untereinander findet unter Kontrolle und sehr kontrolliert statt. Dynamik wird somit zum Fremdwort.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Staatliches Bildungswesen: Anmaßung von Wissen

von Tomasz M. Froelich
Das staatliche Bildungswesen ist aus freiheitlicher Sicht seit jeher mit Argwohn zu betrachten. Zum einen deshalb, weil es stets ein wirkungsvolles Machtinstrument der gerade herrschenden Kräfte gewesen ist, deren Interessen und Wertvorstellungen es vertreten hat, zum anderen deshalb, weil es sich als öffentliches Gut über die Interessen und Wertvorstellungen häufig unliebsamer Minderheiten hinwegsetzen konnte, was nicht selten zu gesellschaftlichen Konflikten geführt hat. 

Denkt man an die Kontroverse rund um den von der grün-roten Landesregierung Baden-Württembergs verfassten Bildungsplan 2015, der sich für eine stärkere Berücksichtigung der Akzeptanz sexueller Vielfalt im Schulunterricht ausspricht, wird man feststellen müssen, das sich am Wesen der staatlichen Bildung wenig verändert hat: Nach wie vor sind es die gerade herrschenden Kräfte, die die Bildungsinhalte nach eigenem Gutdünken festlegen, woraus sich schnell gesellschaftliche Konflikte entwickeln können.

Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: Beeindruckendes Werk über die Machenschaften des IPCC

Dieses Buch kann hier oder bei
Amazon bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Donna Laframboise: Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde, 220 Seiten, 19,90 Euro, TVR Medienverlag Jena.
Donna Laframboise hinterfragt in diesem Buch, in welchem die Ergebnisse einer umfangreichen Recherchearbeit zusammengefasst werden, die Ansprüche, die der UNO-Weltklimarat (IPCC) an die eigenen Wissenschaftsreports, die weltweit die Grundlage und Legitimation der Politiker in Sachen Klima-, Energie- und Umweltpolitik sind, stellt.

Rajendra Pachauri, seit 2002 Vorsitzender des Weltklimarats, hatte stets vor der Presse und vor Politikern betont, dass die folgenden Punkte die Messlatte der Wissenschaftsberichte/-politik des IPCC's sind:

- Das IPCC beschäftige für ihre Berichte nur die weltweit besten Wissenschaftler, nur die weltweit anerkannten Experten und Spezialisten des jeweiligen Fachgebietes werden beim Wissenschaftsreport zugelassen.

- Die absolute Transparenz darüber, wie und von wem die Berichte erstellt werden und aufgrund welcher wissenschaftlichen Forschungsergebnisse etc., garantiert der IPCC. Außerdem ist Transparenz eine Selbstverständlichkeit im Rahmen der Politik des IPCC's. 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ich bleibe dabei: Die Aktienbaisse hat begonnen

Bearmarketrallys gibt es in jeder Baisse
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das Leben eines Analysten ist manchmal nicht einfach. Wir befinden uns sozusagen mitten im Zentrum des Orkans und die Medien reden von „Jahresendrallye“. Und das nur, weil der DAX gut 40% seiner Verluste der letzten Wochen wieder aufgeholt hat. Dabei läuft an den Aktienmärkten alles lehrbuchartig auf eine Baisse zu, die nur leider niemand sehen will. Hier sind die Fakten:

Drastische Überbewertung, extreme Euphorie und Sorglosigkeit sowie geldpolitische Wende in den USA – wir befinden uns im Auge des Orkans

Sie erinnern sich, bereits letzte Woche gab der DAX ein eindeutiges charttechnisches Baissesignal. Kein Wunder, denn zahlreiche Gründe sprechen für ein baldiges Platzen der globalen Spekulationsblase an den Aktienmärkten.

Samstag, 25. Oktober 2014

Unverändert hohe Verluste bei den Staatsbädern

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn es um schmerzhafte Reformen geht, handelt die Politik oft nach dem Motto „es muss etwas geschehen, aber es darf nichts passieren.“ Das heißt, es wird widerwillig Irgendetwas gemacht, um ein leidiges Problem jemand anders aufs Auge zu drücken oder um Zeit zu gewinnen. Aber im Grunde soll sich gar nicht viel ändern. Man hofft, dass die Dinge sich von selbst zum Besseren wenden und man um harte Einschnitte herumkommen wird. Aber manche Probleme haben ein langes Leben und lassen sich nicht einfach verdrängen.

Bis vor einigen Jahren gab es in Deutschland eine ganze Reihe von Staatsbädern, die als Staatsbetriebe Teil der öffentlichen Verwaltung waren und im Eigentum des betreffenden Bundeslandes standen. Die Tätigkeit der Staatsbäder umfasste den gesamten Bäder- und Kurbetrieb in dem betreffenden Kurort inklusive Bereitstellung von Kurpark, Kurorchester, Veranstaltungs- und Sporteinrichtungen usw. Einige Staatsbäder betrieben darüber hinaus auch Restaurants, Kurhotels, Reisebüros und Ähnliches.

Freitag, 24. Oktober 2014

Der gesetzliche Mindestlohn und das Taxi

von Tommy Casagrande
Wenn der gesetzliche Mindestlohn auf die Taxifahrer ausgeweitet wird, dann mag das nachvollziehbar sein, so lange man im etatistischen Kontext zu denken beliebt, doch schlau ist das nicht. Der gesetzliche Mindestlohn wird nachvollziehbarerweise gefordert, um in einem inflationärem Zeitalter mit dadurch steigenden Preisen, selbst auch wieder besser leben zu können. Die Sache hat aber ein paar Haken.

Haken 1: Nicht jeder Taxifahrer wird besser gestellt. Es werden nur jene besser gestellt, die nicht entlassen werden. Denn der gesetzliche Mindestlohn bedeutet eine Fixausgabe für das Unternehmen. Und wer sagt, dass jedes Taxiunternehmen sich diese Fixausgabe für all seine gegenwärtig angestellten Taxifahrer leisten kann?

Montag, 20. Oktober 2014

Rezension: Herren oder Knechte

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Karl Albrecht Schachtschneider: Die Souveränität Deutschland: Souverän ist, wer frei ist, 384 Seiten, 19,95 Euro, Kopp Verlag.
Bevor Prof. Schachtschneider zum eigentlichen Thema kommt, führt er die Leserschaft zunächst einmal in die Thematik ein, indem er akkurat die relevanten Begriffe, die im Buch Verwendung finden, definiert und eingehend erklärt, wie ,,Staat" in diesem Buch gesehen wird. Dieser Vorspann mit eindeutigen begrifflichen Abgrenzungen ist für das Verständnis des Buches wichtig, da heutzutage etliche ,,politische Wörter" mit den verschiedensten, teilweise sich widersprechenden Inhalten belegt sind.
Danach kommt Prof. Schachtschneider zu seinem eigentlichen Thema. Man merkt dem Text an, dass hier ein Rechtswissenschaftler geschrieben hat; Nicht-Juristen - wie ich - sollten die Lektüre des Buches sehr konzentriert angehen - Prof. Schachtschneider verlangt ziemlich viel von seiner Leserschaft.

Einen faszinierenden Überblick gibt Prof. Schachtschneider dann über die historischen Wurzeln des Verständnisses von Macht und Freiheit und von Herrschaft und Souveränität anhand tradierter Rechts- und Staatstheorien. Dargestellt wird das hegelsche Staatsverständnis von Macht und Herrschaft versus des kantschen Rechtsverständnis der rechtsstaatlichen Kontrolle der Macht mittels Teilung der drei Staatsgewalten, aus welcher die Civitas erst die Autonomie und Freiheit schöpfen kann - bei Kant soll keine der drei Gewalten dominieren und die Oberhand gewinnen und die anderen zwei Gewalten beherrschen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Jetzt geht es abwärts: Die Aktienbaisse hat begonnen

Aktien runter, Gold hoch
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
vor drei Wochen legte ich Ihnen an dieser Stelle in groben Zügen dar, was ich den Lesern meines BörsenbriefesKrisensicher Investieren zuvor schon in aller Ausführlichkeit präsentiert hatte: Die Lage an den Aktienmärkten ist heute noch riskanter als im Jahr 2007.

Diese Lageeinschätzung ergab sich zwingend aus dem vorhandenen Mix aus drastischer Überbewertung, extremer Euphorie und Sorglosigkeit, der bereits zum Jahreswechsel eingeleiteten geldpolitischen Wende in den USA und einer signifikanten Verschlechterung der technischen Gesamtsituation, die in den vergangenen Monaten stattgefunden hat.

Samstag, 18. Oktober 2014

Bürokratieabbau? – Nicht mit Bürokraten!

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der deutsche Sozialstaat expandiert und expandiert. Der Gesetzgeber erfindet immer neue Wohltaten für alle möglichen Lebenslagen in der Erwartung, dass die Steuergelder dafür schon zur Verfügung stehen werden. Auch über die administrative Abwicklung der Sozialgesetze macht sich die Politik wenig Gedanken. Dabei sind Heerscharen von Staatsdienern erforderlich, um die Anträge auf Sozialleistungen zu prüfen und entsprechende Leistungen zu bewilligen. So entstehen mächtige Bürokratien, die nicht bereit sind, ihre Tätigkeit in Frage stellen zu lassen.

Beim Unterhaltsvorschussgesetz des Bundes handelt es sich um eine solche soziale Wohltat zu Lasten des Steuerzahlers. Durch das Gesetz sollen Alleinerziehende – in aller Regel sind das die Mütter – finanziell unterstützt werden, wenn der andere Elternteil den Unterhalt für sein Kind nicht zahlt. Anstelle des ausbleibenden Unterhalts für das Kind erhält die alleinerziehende Mutter aus Steuermitteln einen Vorschuss. Über dessen Höhe darf man sich allerdings keine Illusionen machen Er beträgt zurzeit nach Abzug des Kindergeldes monatlich 133 Euro für jüngere und 180 für ältere Kinder.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Habermanns Richtigstellung: Politiker

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Politiker
Eine derzeit nicht besonders angesehene Menschenklasse, die sich fast nur noch mit Problemen beschäftigt, die sie selbst verursacht hat. Politiker leben heute in der Regel von, nicht nur für die Politik. Und das bedeutet häufig genug, dass sie alle langfristigen Interessen und sachlichen Notwendigkeiten dem Bestreben unterordnen, wiedergewählt zu werden, ihre politischen Pfründe zu wahren. 
Politiker sollten das Gemeinwohl - die Herrschaft strenger allgemeiner Regeln - durchsetzen, kompromittieren sich aber ständig dadurch, dass sie dem Druck von Interessengruppen nachgeben. Sie sind damit nicht mehr souverän Handelnde, sondern werden zum Spielball von Kollektivegoismen und hinsichtlich ihres politischen Auftrags unglaubwürdig. Dies hat zu ihrem Absturz in der öffentlichen Gunst beigetragen.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Mietpreisbremse: Die Vermieter leiden

von Petr Bystron
Die große Koalition hat sich nach monatelangem Ringen nun auf die Eckpfeiler des als „Mietbremse“ bekannten Gesetzesentwurfes geeinigt. Die Kernaussage der Vorlage lautet: Die Miete soll künftig bei Wiedervermietungen nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfe. Das Gesetz soll im Frühjahr 2015 in Kraft treten. 

Die Ursache des Problems ist Wohnungsmangel in bestimmten Ballungszentren. Das Problem ist lange bekannt. So mahnte der Mieterbund bereits im Jahr 2012 an, dass in Deutschland im Jahr 2017 bis zu 825.000 Wohnungen fehlen werden. 

Doch anstatt aktiv den Wohnungsbau zu fördern, versucht die Regierung nun, das Problem mit einer dirigistischen Maßnahme in den Griff zu kriegen. Die von der Regierung prognostizierte Entlastung der Mieter in Höhe von 284 Millionen Euro pro Jahr wird den Vermietern auf ihrer Einnahmenseite fehlen. Dadurch werden nicht, wie von der SPD gerne ins Feld geführt, die „Heuschrecken“ betroffen, sondern vor allem die Masse der kleinen privaten Immobilienbesitzer, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin bestätigt.

Montag, 13. Oktober 2014

Rezension: Hazlitt - 1946 erstmals erschienen - und weiterhin brandaktuell

Das Buch kann hier oder bei Amazon
bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Henry Hazlitt: Die 24 wichtigsten Regeln der Wirtschaft, 272 Seiten, 24,99 Euro, FinanzBuch Verlag.
Hazlitts ,,Economics in one lesson", 1946 erstmals in Englisch erschienen, ist die beste Einführung in die Ökonomie - sauber und unmissverständlich formuliert, insbesondere für jedermann klar und verständlich geschrieben.

Schon im Jahre 2009 war eine Neuauflage des Buches beim Olzog-Verlag erschienen. Diese war relativ schnell vergriffen, so dass dieses brillante Buch in Deutsch leider schnell wieder nicht greifbar war. Deshalb: Großen Dank an den Finanzbuchverlag für die Neuauflage in 2014.

Wer nicht weiß, dass das Buch schon im Jahre 1946 seine 1. Auflage hatte, der meint ein brandaktuelles Buch zu lesen: Alle Irrtümer und Fehler, die durch Staatsgläubigkeit(hörigkeit) zu »Armut, Not und Elend für Alle führen« und heute wieder (oder noch immer) »en vogue« sind, werden hier in leicht verständlicher Sprache abgearbeitet und widerlegt.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Deutschland auf dem Weg in die Rezession

Draghi träumt wie alle Planwirtschaftler den Traum der Weltverbesserer
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
moderne Zentralbankbürokraten vom Schlage eines Mario Draghi, eines Ben Bernanke oder einer Janet Yellen träumen wie alle Planwirtschaftler davon, durch zentralistische Maßnahmen eine bessere Welt zu schaffen. Nichts gegen dieses hehre Anliegen. Nur steht es fast immer in einem unlösbaren Widerspruch zu den Grundregeln der Ökonomie und den Lehren der Geschichte.

Das gilt auch für den von Hybris und ökonomischem Unverständnis zeugenden Traum unserer zeitgenössischen Zentralbanker. Er besteht darin, den Konjunkturzyklus abzuschaffen und mit der Gelddruckmaschine einen nie endenden Aufschwung zu erzeugen. Dabei übersehen die Notenbanker und ihre zahlreichen Gefolgsleute geflissentlich, dass Rezessionen einen unverzichtbaren Zweck erfüllen: Sie sorgen dafür, dass Fehlinvestitionen und Ungleichgewichte nicht endlos zunehmen können, sondern bereinigt werden. Sie trennen also, wenn man so will, die Spreu vom Weizen.

Wenn schlaue Bauern sich beraten lassen

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der Staat ist hierzulande stets bereit, neue Aufgaben zu übernehmen, welche die Bürger - so die fadenscheinige und ökonomisch unhaltbare Begründung - nicht selbst erledigen können. Für neue Aufgaben wird ganz schnell Geld bereitgestellt und werden administrative Strukturen aufgebaut. So wuchern der Staat und seine Bürokratien scheinbar unaufhaltsam.

Der umgekehrte Fall, nämlich dass der Staat sich aus bestimmten Bereichen zurückzieht, kommt dagegen nur selten vor. Und wenn es denn doch einmal geschieht, dann geht dieser Rückzug häufig nur sehr, sehr langsam vonstatten. Das nachfolgende Beispiel aus dem Bereich der Landwirtschaft zeigt, wie schwer es dem Staat fällt, selbst eine ganz offensichtlich überflüssige Aufgabe nicht länger wahrzunehmen.

Freitag, 10. Oktober 2014

Equal Pay Day: ,,Geschlechtsspezifische Diskriminierung''?

von Tomasz M. Froelich
Dass Frauen für ,,gleiche Arbeit'' weniger entlohnt werden als Männer, wird mittlerweile jedem Kind bereits in der Grundschule eingetrichtert. Schuld daran soll in erster Linie ,,geschlechtsspezifische Diskriminierung'' sein. Um auf diese ,,Missstände'' aufmerksam zu machen, wurde in den USA erstmals im Jahre 1966 vom ,,National Committee on Pay Equity'' der sogenannte ,,Equal Pay Day'' ins Leben gerufen, der mittlerweile auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern abgehalten wird.

Der ,,Equal Pay Day'' soll symbolisch den Tag markieren, ab oder bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern ,,gratis'' arbeiten. In Österreich ist es in diesem Jahr etwa der 10. Oktober. Ziel des ,,Equal Pay Day'' ist - wie der Name schon vermuten lässt - die geschlechtsübergreifende Entgeltgleichheit.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Der Mieter als Bittsteller: Eine Geschichte aus San Francisco

von Paul Krugman (!)

Betrachten wir den in der gestrigen Ausgabe der New York Times erschienenen Artikel „In San Francisco sind Mieter Bittsteller“. Es war ein interessanter Beitrag mit seinen Geschichten von Mietinteressenten, die monatelang über den Straßenbelag traben, von Dutzenden verzweifelten Bewerbern, die, am neu angebotenen Appartement angekommen , versuchten, den Hausherren mit ihrer Qualifizierung zu beeindrucken. Und doch fehlte noch etwas grundlegendes; besonders von einer Sache wusste ich, dass sie Teil der Geschichte sein musste.

Nicht, dass ich über besondere Kenntnisse des Immobilienmarktes von San Francisco verfügte; tatsächlich wusste ich noch gestern morgen gar nichts darüber. Aber aus der Geschichte ging ganz offensichtlich hervor, was in San Francisco vorging. Für einen Ökonomen, oder in diesem Fall auch für einen Erstsemester, der bloß sein ökonomisches Einmaleins gebrauchen musste, schrie förmlich alles in dieser Geschichte nach diesem Wort, welches natürlich „Mietpreisbremse“ heißt.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Libertäre Konsenstheoretiker - Die Fallen, die sie stellen und in die sie selbst hinein treten

Stefan Blankertz
von Stefan Blankertz und Tommy Casagrande

Tommy Casagrande:

Die Konsenstheoretiker der libertären Szene möchten ihr eigenes Welterklärungssüppchen kochen. Zugestanden sei es ihnen. Es ist schließlich ihr Recht qua Selbsteigentum. Doch genau dieses wollen sie zeitlich hinter den Konsens nachlagern und verirren sich somit in einem dogmatischen Gestrüpp, durch dessen Dickicht der Zugang zum logischen Königsweg erschwert wird. 

Es ist nachvollziehbar, dass in ihrem Wunsch nach einer konfliktfreien Welt, die Entdeckung einer philosophischen Betrachtung gemacht werden soll, die den Konflikt beseitigt. Doch Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung. Auch nicht an Weihnachten. 
Jene Konsenstheoretiker, die das Eigentum dem Konsens zeitlich nachlagern, unterwerfen die individuelle Freiheit der Menschen der Willkür des Konsenses. Besser ist das Gegenteil von Gut, lautet ein Sprichwort. In der Gier nach einer noch besseren Formel für zwischenmenschliches Zusammenleben, in der Getriebenheit nach einer noch lückenloseren Weltformel kann der Fall ein ganz schön tiefer sein. Selig (?) jene, die ihn gar nicht bemerken oder bemerken wollen.

Montag, 6. Oktober 2014

Rezension: Die laute Minderheit schlägt die schweigende Mehrheit

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Mancur Olson: Die Logik des kollektiven Handelns, 181 Seiten, 34 Euro, Mohr Siebeck.
Der 1998 verstorbene Ökonom Mancur Olson wurde in den 1990er Jahren immer wieder genannt als heißer Anwärter für den Wirtschafts-Nobelpreis. Dabei arbeitete Olson nicht als "Nur-Ökonom", sondern sein Werk ist - ähnlich wie bei den deutschen Ordo-Liberalen - interdisziplinär angelegt und tangiert maßgeblich auch Felder, welche die Soziologie, die Politologie und die Jurisprudenz betreffen. Durch seine Themenwahl in Kombination mit interdisziplinär ausgerichteter Arbeitsweise wurde Olson zu einem Vordenker im Rahmen der Institutionen-Ökonomik und des Konzeptes Good-Governance.

Das Buch ,,Die Logik kollektiven Handelns" erschien erstmals 1965 und ist der Grundstein für Olsons Theorie der Organisation sozialer Interessen.
Methodisch ist Olsons Untersuchung angelehnt an das neoklassische Bild des ,,homo oeconomicus". Wobei ein feiner und entscheidender Unterschied ins Auge springt: Olsons Analysen sind eng verwoben mit ,,Poppers kritischem Rationalismus", so dass Olsons ,,homo oeconomicus" eben nicht das ,,allwissende Superhirn der Neoklassik" ist, sondern ein bescheidener Normalo, dessen Defizite offensichtlich auf unsicherem Wissen und unvollständigen Informationen beruhen.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Krieg an den Devisenmärkten kennt nur einen Gewinner: Gold

Zentralbankkult als vorherrschende Glaubensrichtung
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
wir leben in wahrhaft kuriosen Zeiten: Während in zahlreichen muslimisch geprägten Ländern Religionskriege ausgefochten werden, hat sich in den Industrienationen der Zentralbankkult als vorherrschende Glaubensrichtung fest etabliert. Vor allem die Eliten der Politik und des Großbankenkartells suchen ihr Heil in dieser neuen Lehre. Und tatsächlich können sie darauf verweisen, dass ihr Herr – es ist der Herr der Gelddruckmaschine – ihnen in der allergrößten Not in den Jahren 2008/09 zu Hilfe eilte und Manna regnen ließ in Form von frisch gedrucktem Geld.

Samstag, 4. Oktober 2014

Rien ne va plus: Der Staat und die Spielbanken

Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der deutsche Staat greift lenkend und reglementierend in fast alle Lebensbereiche der immer stärker gegängelten Bürger dieser Republik ein. Angeblich tut er dies natürlich nur aus edlen Motiven, zum Beispiel um die Bevölkerung vor Gefahren zu schützen. Ganz besonders beliebt sind solche Eingriffe, wenn der Staat von ihnen auch noch finanziell profitiert. Aber manchmal treten unerwartete Entwicklungen ein, die von den Planwirtschaftlern nicht bedacht wurde, und die den Staat in große Verlegenheit stürzen. Dann fällt es den Verantwortlichen schwer, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Betrachten wir beispielsweise die Spielbanken, welche sich traditionell der besonderen Aufmerksamkeit des Staates erfreuen, da sie – jedenfalls in der Vergangenheit – sehr viel Geld für die öffentlichen Kassen abwarfen. Der Staat, genauer gesagt die Bundesländer, betreiben die Spielbanken entweder selbst oder lassen sie durch konzessionierte Unternehmen betreiben. Spielbanken gehören zum Bereich des Glückspiels, für welches der Staat in Deutschland das Monopol beansprucht.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Termine: Oktober 2014

Auch für den Oktober haben wir interessante Veranstaltungen zusammengestellt. Nachfolgend eine kurze Auflistung. Weitere Veranstaltungen sind hier aufgelistet.

Winterthur, 04.10.2014, 13 Uhr: Außerordentliche Mitgliederversammlung der AUNS - Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz. Mit Nigel Farage. Ort: Parkarena Winterthur.

Zürich, 06.10.2014:  Liberalismus - gestern und heute. 3. Veranstaltung. Siebenteilige Veranstaltungsreihe des Hayek-Club in Zürich. Weitere Informationen: hier.

Berlin, 09.10.2014, 19 Uhr: Die Vereinigten Staaten von Europa. Buchvorstellung mit Autor Oliver Janich. Veranstaltung der Bibliothek des Konservatismus. Ort: Fasanenstraße 4. Eintritt nur nach Anmeldung beim Veranstalter.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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