Dienstag, 30. September 2014

Rezension: Ludwig von Mises - Ausgezeichnet

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Hubert Milz rezensiert
Diesmal: Ludwig von Mises: Erinnerungen, 112 Seiten, 24 Euro, Lucius & Lucius.
Das Schöne an dieser Neuauflage der Erinnerungen ist die Tatsache, dass der ,,hässliche Druck- und Setzfehler" (Seite 67) - durch Rückübersetzung aus der englischen Ausgabe ins Deutsche - nun auch endlich im deutschen Original der Erinnerungen eliminiert ist.

Margit von Mises schickt ihrem Vorwort zu den Erinnerungen ein Zitat ihres Mannes vorweg:

,,Ich wollte Reformer werden, doch ich bin nur der Geschichtsschreiber des Niedergangs geworden."

Dieses Zitat kann man fast als Essenz der Erinnerungen sehen. 1940 geschrieben, aber erst nach seinem Tod veröffentlicht, erleben wir in diesen Erinnerungen einen Ludwig von Mises von einer ganz persönlichen Seite. Einen messerscharfen Denker, der in diesem Buch seinen Zeitgenossen, insbesondere den Vertretern der deutschen jüngeren historischen Schule der Nationalökonomie, in ungewöhnlich scharfer Form ein vernichtendes Urteil präsentiert.

Heute können wir, die wir vom Verlauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts wissen und die 'Erinnerungen' lesen, im Rückblick nur sagen: ,,Hätte die Welt doch auf diesen großen Gelehrten, der das ganze Unheil kommen sah, nur ab und zu gehört."

Friedrich August von Hayek sagt, dass Ludwig von Mises einer der originellsten Denker im Bereich der Wirtschaftswissenschaft und Sozialphilosophie ist. Hayek stellt Mises auf eine Stufe mit Denkern wie Voltaire, Montesquieu, Tocqueville und John Stuart Mill und deutet an, dass dies wohl einer der Gründe sei, weshalb Mises die Zeit seines Lebens mehr oder weniger von den Universitätsvertretern vernachlässigt - ich meine sogar missachtet - worden ist.

Alle, die das wissenschaftliche Werk Ludwig von Mises kennen und achten, sollten seine Erinnerungen als Ergänzung lesen. Hier lernt man den Meister persönlich aus der Nähe kennen. Ergänzt werden sollte diese Lektüre noch um die Erinnerungen von Frau von Mises, dann erst hat man - so glaube ich - Werk und Mensch beieinander.

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