Samstag, 20. September 2014

Draghi, der ultimative Schrottanleihenhändler

Ultra-expansive Geldpolitik in den USA und Japan längst gescheitert
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das baldige Platzen der Spekulationsblase ist jetzt von Amts wegen besiegelt, denn auf ihrer jüngsten Sitzung, die am Mittwoch dieser Woche stattfand, beschlossen die US-Zentralbankbürokraten erwartungsgemäß, ihr Anleihenkaufprogramm um weitere 10 Mrd. Dollar auf nunmehr 15 Mrd. Dollar pro Monat zu reduzieren. Außerdem bestätigten sie ihre Absicht, dieses Programm auf ihrer nächsten Sitzung endgültig zu beenden. Ansonsten ließen sie die Welt wissen, dass sie die zur Schaffung von Wohlstand unverzichtbaren Sparer auch weiterhin mit ihrer Niedrigzinspolitik knallhart bestrafen wollen – natürlich ohne die Sparer zu erwähnen. Auch den Hinweis, dass sie mit ihrer Politik vor allem den Großbankensektor subventionieren, ließen sie wie üblich aus. Ansonsten hielten sich die Gelddrucker in Bezug auf ihre zukünftige Politik wie üblich alle Optionen offen.

Damit ist „Quantitative Easing (QE)“ in den USA demnächst also Geschichte – zumindest vorübergehend. Denn sobald die durch ebendiese Geldpolitik hervorgerufene Spekulationsblase an den Aktien- und Rentenmärkten platzt, werden die Gelddrucker erneut alle Hebel des von ihnen selbst als unkonventionelle Geldpolitik bezeichneten Irrsinns in Bewegung setzen. Doch das ist im Moment noch Zukunftsmusik. Dennoch sollten Sie den Fahrplan kennen. Deshalb: Lesen Sie regelmäßig unseren kritischen, unabhängigen und konträren Börsenbrief Krisensicher Inverstieren, um auf die kommenden Ereignisse vorbereitet zu sein.

„Quantitative Easing“ ist ein Flop – US-Wirtschaftswachstum niedriger denn je

Als die Fed das jetzt zu Ende gehende Anleihenkaufprogramm vor zwei Jahren beschloss, betrug das offiziell ausgewiesene US-Wirtschaftswachstum der beiden vorangegangenen Quartale rund 2%. Jetzt, fast exakt zwei Jahre später, beträgt das offiziell ausgewiesene US-Wirtschaftswachstum für das erste Halbjahr 2014 sogar nur rund 1%, und der gesamte Aufschwung der vergangenen Jahre ist der mit Abstand schwächste, den die USA jemals erlebt haben. Aus realwirtschaftlicher Sicht ist „QE“ schon jetzt ein Flop. Eine abschließende Beurteilung dieser Politik kann allerdings erst vorgenommen werden, wenn die derzeitigen Blasen geplatzt sein werden. Dann erst wird sich zeigen, wie verheerend diese Politik tatsächlich gewesen ist. In unserem Krisensicher Investieren Themenschwerpunkt „Spekulationsblase und Krisenspirale“ haben wir unseren Lesern einen sehr interessanten und unverzichtbaren Vorgeschmack darauf gegeben.

Da kann es nicht verwundern, dass in den USA die Kritik an den Anleihenkäufen der Zentralbank in den vergangenen Monaten immer lauter geworden ist und schließlich sogar aus den eigenen Reihen kam. Die realwirtschaftliche Wirkungslosigkeit dieser Politik ist einfach zu offensichtlich geworden, um sie länger zu ignorieren. Ebenso offensichtlich sind die spekulativen Exzesse an den Aktien- und Rentenmärkten – außer für die mit Blindheit und Ignoranz geschlagenen Zeitgenossen wie Fed-Präsidentin Janet Yellen. Völlig zu Recht machen sich die etwas vorausschauenderen Ökonomen, die bereits in der Vergangenheit Weitblick bewiesen haben, große Sorgen über die systematischen Fehlsteuerungen und Nebenwirkungen einer ultra-expansiven Geldpolitik.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Auch in Japan hat diese unter Abenomics firmierende ultra-expansive Geldpolitik trotz ihres geradezu gigantischen Ausmaßes ebenfalls nicht die gewünschten realwirtschaftlichen Effekte hervorgebracht, die sich Politiker und ihre Zentralbankbürokraten erhofft hatten. Dafür hat der Yen aber ein Viertel seiner internationalen Kaufkraft eingebüßt. Im internationalen Vergleich ist die japanische Bevölkerung also deutlich ärmer geworden. Was für ein Erfolg!

Unbeirrt von alledem setzt Draghi seinen geldpolitischen Irrweg fort

All das ficht EZB-Präsident Mario Draghi natürlich nicht an. Lernfähig scheint er also nicht zu sein, aber das habe ich auch nie von ihm erwartet. Ich halte ihn für einen völlig verbohrten geldpolitischen Ideologen, der nicht eher ruhen wird, als bis zum völligen Ruin des europäischen Finanzsystems und der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Hauptsache, die maroden europäischen Großbanken werden als furchterregende Zombies am Leben erhalten und können genauso weitermachen wie bisher.

Mit süffisantem Lächeln hat Draghi am Donnerstag voriger Woche eine weitere Zinssenkung verkündet und damit endgültig die Grenze zum absurden Theater überschritten. Er hat den Leitzins für die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld von 0,15% auf 0,05% gesenkt und den Zinssatz für Bankeinlagen bei der EZB von minus 0,1% auf minus 0,2%.

Was für ein Mann, der per Dekret negative Zinsen verfügt und den wichtigsten Preis einer Marktwirtschaft, das heißt den Zins als Preis für Geld und Kapital, kurzerhand abschafft. So kann Marktwirtschaft nicht funktionieren. Deshalb wird sie auch nicht funktionieren, und die längerfristigen Folgen werden verheerend sein.

"Der Pate" lässt mich an Blackrock und die EZB denken

Zusätzlich zu den genannten Zinssenkungen kündigte die EZB den Ankauf verbriefter und gebündelter Kredite an, sogenannter Asset Backed Securities (ABS). Damit hält „Quantitative Easing“ also Einzug in Europa und Draghi etabliert sich als größter Schrottanleihenhändler der Welt. Was für eine Karriere. Jetzt, nachdem das „QE“-Experiment in den USA und in Japan bereits als gescheitert angesehen werden muss. Warum?

Hinter diesem Schritt verbirgt sich eine weitere Subventionierung der Großbanken. Denn ihnen werden qualitativ fragwürdige und damit riskante Kreditpakete mit speziell zu diesem Zweck von der EZB neu kreiertem Geld zu absurd hohen Preisen abgekauft.

Ach ja, und angeblich fehle der EZB das Knowhow zur Durchführung dieser Käufe. Deshalb benötige sie die Hilfe von Blackrock und vielleicht auch anderer mächtiger Finanzdienstleister. Dabei ist die Sache doch ganz einfach: Geld drucken, Kauforder zu überhöhten Kursen aufgeben und dabei sicherstellen, dass nur von guten Freunden gekauft wird, und später dann noch die Verluste abschreiben. Ich glaube fast, dass sogar ich das könnte. Allerdings habe ich keine guten Freunde, die Asset Backed Securities in Höhe von hunderten Milliarden Euro besitzen.

Vor wenigen Tagen habe ich mir Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Der Pate“ angesehen. Ich weiß wirklich nicht warum, aber ich musste dabei immer wieder an die EZB und ihre Verquickung mit dem Großbankensystem denken. Vielleicht sollten Sie sich demnächst auch einmal die Trilogie „Der Pate“ ansehen – und regelmäßig Krisensicher Investieren lesen. Hier klicken und Krisensicher Investieren 30 Tage lang kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. 

Ihr
Claus Vogt 

P.S.: Lassen Sie sich nicht täuschen: Die Folgen der ultra-expansiven Geldpolitik werden für die meisten Menschen verheerend sein. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht dazugehören.

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