Dienstag, 30. September 2014

Rezension: Ludwig von Mises - Ausgezeichnet

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Hubert Milz rezensiert
Diesmal: Ludwig von Mises: Erinnerungen, 112 Seiten, 24 Euro, Lucius & Lucius.
Das Schöne an dieser Neuauflage der Erinnerungen ist die Tatsache, dass der ,,hässliche Druck- und Setzfehler" (Seite 67) - durch Rückübersetzung aus der englischen Ausgabe ins Deutsche - nun auch endlich im deutschen Original der Erinnerungen eliminiert ist.

Margit von Mises schickt ihrem Vorwort zu den Erinnerungen ein Zitat ihres Mannes vorweg:

,,Ich wollte Reformer werden, doch ich bin nur der Geschichtsschreiber des Niedergangs geworden."

Dieses Zitat kann man fast als Essenz der Erinnerungen sehen. 1940 geschrieben, aber erst nach seinem Tod veröffentlicht, erleben wir in diesen Erinnerungen einen Ludwig von Mises von einer ganz persönlichen Seite. Einen messerscharfen Denker, der in diesem Buch seinen Zeitgenossen, insbesondere den Vertretern der deutschen jüngeren historischen Schule der Nationalökonomie, in ungewöhnlich scharfer Form ein vernichtendes Urteil präsentiert.

Montag, 29. September 2014

Rezension: Ludwig von Mises - Aktuell

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Hubert Milz rezensiert
Diesmal: Ludwig von Mises: Nation, Staat und Wirtschaft, 182 Seiten, 14,90 Euro, buchausgabe.de.
Im Jahre 1919 legte Ludwig von Mises diese Studie zum verheerenden Zustand des damaligen Europas vor. Die europäische Urkatastrophe des ,,verdammten 20. Jahrhunderts", nämlich der I. Weltkrieg, war gerade vorbei und die Schneisen, die den Weg zum II. Weltkrieg bereiteten, wurden und waren schon geschlagen.

In diesem Buch analysiert Mises kühl und sachlich solche verschwommenen Worte wie Nation, Volk, Kultur, Demokratie, Einwanderung etc.; also Worte, deren Sinn und Bedeutung vielfach von politischen Zampanos missbraucht, verdreht und verfälscht werden – damals wie heute.

Mises zeigt z. B. sehr eindringlich in seiner Analyse zum langsamen Untergang des Vielvölkerstaates Donaumonarchie den Weg, den die im engeren Sinne österreichischen Parteien gegangen sind. Ein Weg der die deutsch-liberale Partei, die als freiheitlich-demokratische Partei startete, zu einer mehr und mehr anti-freiheitlichen/anti-demokratischen Partei werden ließ. Anderen Parteien – ob deutsch-national oder deutsch-konservativ – erging es nicht besser; und Mises zeigt, dass dieser Weg auch von der österreichischen Sozialdemokratie eingeschlagen wurde und nur durch das Auseinanderbrechen der Donaumonarchie als Ergebnis des Weltkrieges nicht zu Ende gegangen worden ist.

Freitag, 26. September 2014

Crash-Warnung: Lage am Aktienmarkt noch riskanter als 2007

Überbewertet, überkauft, überbullish
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
die Lage an den Finanzmärkten ist extrem. So einseitig, wie diese sich zurzeit präsentieren, waren sie selten beziehungsweise niemals zuvor. Diese Feststellung gilt nicht nur für Aktien und Anleihen, also die beiden Anlageklassen, die sich in spektakulären Spekulationsblasen befinden. Sie gilt mit umgekehrten Vorzeichen auch für Gold und Silber.

In den vergangenen Wochen hat sich diese längst extreme Lage noch einmal deutlich zugespitzt, insbesondere an den Aktienmärkten. Hier haben wir es bereits seit geraumer Zeit mit einem absurd überbewerteten, überkauften und überbullishen Markt zu tun, der alle Merkmale einer Spekulationsblase trägt. Die meisten Kennzahlen der Spekulationsblasenanalyse zeigen an, dass die derzeitige Übertreibungsphase die Vorgänge im Jahr 2007 bereits in den Schatten stellt und teilweise sogar an den Irrsinn des Jahres 2000 heranreicht.

Zu viele kleine Amtsgerichte? Die Justiz und der demographische Wandel

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
in den nächsten Jahrzehnten wird Deutschland als Folge des demographischen Wandels einen deutlichen Rückgang seiner Bevölkerung erleben. Dabei wird die Entwicklung regional unterschiedlich verlaufen. In den Ballungsräumen wird sich die Zahl der Einwohner heutigen Prognosen zufolge nur unwesentlich vermindern, in den ländlichen Regionen wird der Rückgang der Bevölkerung dagegen umso stärker ausfallen. Die Politik kennt diese Prognosen, tut sich aber schwer damit, auf diese Veränderungen zur reagieren.

Wenn die Zahl der Einwohner abnimmt, muss konsequenterweise auch die öffentliche Verwaltung verkleinert werden, sonst wird sie auf Dauer unbezahlbar. Deshalb stehen alle staatlichen und kommunalen Verwaltungen früher oder später vor dem Problem, die vorhandene Behördenstruktur an die Bevölkerungsentwicklung anzupassen. Im Bereich der Justiz beispielsweise haben einige Bundesländer schon vor Jahren damit begonnen, die Anzahl der Gerichte zu verringern, sei es aus allgemeinen Einsparüberlegungen, sei es mit Blick auf die absehbare Entwicklung der Bevölkerung.

Montag, 22. September 2014

Rezension: Knapp und trotzdem sehr fein

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Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Philippe Simonnot: "Die Schuld lag nicht bei Deutschland"/"Non, L'Allemagne n'était pas coupable": Anmerkungen zur Verantwortung für den Ersten Weltkrieg/Notes sur les responsabilités de la Première guerre mondiale, 132 Seiten, 13,90 Euro, Edition Europolis.
Der Autor Philippe Simonnot studierte in Paris am Institut für Politische Wissenschaften; wurde im Fach Ökonomie promoviert; war eine zeitlang Professor (Law and Economics), dessen Neigungen auch die Philosophie und die Geschichte, insbesondere die Wirtschaftsgeschichte, umfassen; gerade diese Neigungen, kombiniert mit einer ungeheuren Belesenheit und einer sehr schönen Erzähltechnik, machten ihn auch zu einem weithin bekannten Journalisten der Zeitung ,,Le Monde".

In diesem Büchlein geht Simonnot den Fragen nach den Gründen des Ausbruchs des I. Weltkrieges, dem europäischen Selbstmord bzw. der europäischen Urkatastrophe an und für sich nach.

Samstag, 20. September 2014

Draghi, der ultimative Schrottanleihenhändler

Ultra-expansive Geldpolitik in den USA und Japan längst gescheitert
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
das baldige Platzen der Spekulationsblase ist jetzt von Amts wegen besiegelt, denn auf ihrer jüngsten Sitzung, die am Mittwoch dieser Woche stattfand, beschlossen die US-Zentralbankbürokraten erwartungsgemäß, ihr Anleihenkaufprogramm um weitere 10 Mrd. Dollar auf nunmehr 15 Mrd. Dollar pro Monat zu reduzieren. Außerdem bestätigten sie ihre Absicht, dieses Programm auf ihrer nächsten Sitzung endgültig zu beenden. Ansonsten ließen sie die Welt wissen, dass sie die zur Schaffung von Wohlstand unverzichtbaren Sparer auch weiterhin mit ihrer Niedrigzinspolitik knallhart bestrafen wollen – natürlich ohne die Sparer zu erwähnen. Auch den Hinweis, dass sie mit ihrer Politik vor allem den Großbankensektor subventionieren, ließen sie wie üblich aus. Ansonsten hielten sich die Gelddrucker in Bezug auf ihre zukünftige Politik wie üblich alle Optionen offen.

Verwaltungsarbeit an Schulen – Akteure in der Endlosschleife

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
manche Probleme der öffentlichen Verwaltung schleppen sich über Jahre dahin, ohne dass sich viel ändert. Zuerst wird eine Untersuchung vorgelegt, dann werden die Argumente ausgetauscht, schließlich werden Lösungen entwickelt und dann passiert - nicht viel. Häufig wiederholt sich dieser charakteristische bürokratische Ablauf sogar mehrmals. Es ist, als bewegten sich die Akteure in einer Endlosschleife.

Um ein Beispiel zu nennen: Schon vor vielen Jahren gab es eine Diskussion um das Thema Verwaltungsarbeit an Schulen. Wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, liegt das schon mehr als dreißig Jahre zurück. Die Schulleitungen würden viel zu sehr durch Verwaltungstätigkeiten belastet, so hieß es damals, sie könnten sich kaum um ihre viel wichtigeren pädagogischen Aufgaben kümmern. Es müssten Stellen für Assistenzkräfte geschaffen werden, um die Schulleitungen von Routinetätigkeiten zu entlasten. Genau dieselbe Diskussion findet immer noch statt, verbunden mit der schon damals als Lösung des Problems erhobenen Forderung nach der Einstellung von Assistenzkräften.

Freitag, 19. September 2014

Grüne wollen liberal sein

von Petr Bystron
Nach der Pulverisierung der FDP bei der Europawahl sowie dem Rausflug der Liberalen aus dem Sächsischen Landtag schielen die Grünen nach den ehemaligen FDP-Wählern. Die Umweltschutzpartei möchte sich gerne als liberale Kraft in Deutschland etablieren. So forderte Tarek Al-Wazir, grüner Wirtschaftsminister in Hessen: „Wir sollten die liberale Partei in Deutschland sein".

Wie das gehen soll, möchten die Grünen am kommenden Freitag in Berlin bei einem parteiinternen Kongress ausdiskutieren. Zur Einstimmung auf die Veranstaltung verfasste eine Gruppe grüner Politiker ein achtseitiges Papier. Darin soll begründet werden, warum eine Partei, deren Identität bisher durch einen ökologischen Paternalismus geprägt war, nun plötzlich zur Fackelträgerin der Freiheit taugen soll.

Mittwoch, 17. September 2014

Der EU-Russland-Konflikt

von Stefan Blankertz 
Es ist klar, dass Putin die Separatisten in der Ukraine unterstützt, finanziert und anstachelt. Andererseits ist Sezession ein Menschenrecht. Vertrackte Situation. Die Krim hat eine eigene vertrackte Geschichte. Chrustschow hat die Krim, die zu dem Zeitpunkt zu Russland gehörte, der Ukraine ,,geschenkt", vermutlich (man weiß nicht genau, warum) als Ausgleich für seiner Meinung nach überproportionale Kriegslasten, die Stalin der Ukraine aufgebürdet hatte. So: Wem ,,gehört" die Ukraine? Dann: Minderheiten wie die russische haben es offensichtlich schwer in den von der alten UdSSR abgespaltenen neuen Staaten, weil sie mehr noch als andere Minderheiten aufgrund der Zugehörigkeit zu den vergangenen Unterdrückern gehasst werden. Man kann verstehen, dass sie ggf. zu Russland gehören wollen. Dennoch ist klar, dass Putin nicht etwa das Sezessionsrecht im Allgemeinen befürwortet, im Gegenteil. Wenn sich ein Teil von Russland abspalten will, wird er intervenieren. Auch wird er weder für die Krim noch die Ostukraine Freiheit bringen.

Dienstag, 16. September 2014

Veranstaltungshinweis: Die Idee der Freiheit schmackhaft machen: Das Liberty Event in Graz

Freiheitlich orientierte Veranstaltungen in Österreich beschränken sich zumeist auf den Raum Wien. Eine unabhängige Gruppe junger Leute aus Graz möchte dies ändern und macht sich nun daran, den Samen der Freiheit auch in ihrer Heimatstadt, in der die KPÖ bei der letzten Gemeinderatswahl 20 Prozent erreichte, zu säen. Mit dem Liberty Event soll die Idee der Freiheit auch der steirischen Bevölkerung schmackhaft gemacht werden. Es steigt am 21. Februar des kommenden Jahres in den Räumlichkeiten des traditionsreichen Hotels und Restaurants „Kirchenwirt“.

Montag, 15. September 2014

Rezension: Kluger Titel

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Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Philipp Bagus, Andreas Marquart: Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden ... und welche Rolle der Staat und das Papiergeld dabei spielen, 192 Seiten, 16,99 Euro, FinanzBuchVerlag.


Die Rahmenhandlung des Buches ist die Geschichte einer kleinen Stadt. Die beiden Autoren schildern bildhaft eine Stadt mit arbeitssamen, strebsamen und sparsamen Menschen.

- Zu Beginn wird erzählt, wie die einzelnen Familien ihrem Gewerbe nachgehen, die verschiedensten Produkte herstellen und den Handel via Naturaltausch betreiben.

- Es wird einfühlsam dargestellt, dass der Naturaltausch zeitaufwendig und mühsam ist, schließlich entsteht - spontan durch die Interaktionen der Menschen - das indirekte Tauschmittel ,,Geld" in Form von ,,Gold", da ,,Gold" als Gut zur Herstellung von Schmuck (dieser ist allseits begehrt) ein wertbeständiges Gut ist, welches leicht als indirektes Tauschmittel eingesetzt werden kann.

Samstag, 13. September 2014

Die Abspaltung Schottlands hätte weitreichende Folgen – auch für Sie als Anleger

Zentralismus oder Recht auf Sezession?
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
heute widme ich mich einem vermeintlich börsenfernen Thema. Aber dem ist mitnichten so, denn dieses Thema wird früher oder später auch die Finanzmärkte erschüttern: Am 18. September 2014 hat die Bevölkerung Schottlands die Gelegenheit, das Land in die Unabhängigkeit zu führen. Wird sie es tatsächlich tun? Und welche Folgen wird das vor allem für Sie als Anleger haben?

Den Umfragen zufolge ist der Ausgang dieses Referendums völlig offen. An diesem Punkt müssen wir uns also in Geduld üben. Aber über die Folgen einer Sezession sollten Sie sich durchaus jetzt schon ein paar Gedanken machen. In unserem Börsendienst Krisensicher Investieren werden wir zu gegebener Zeit ausführlich auf dieses wichtige Thema zu sprechen kommen, dessen Bedeutung Sie nicht unterschätzen sollten.

Die Fehler der Finanzämter

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die meisten Menschen in diesem Land tun sich schwer mit den Finanzämtern, denn die wollen ja schließlich unser Geld. Zu diesem Zweck konfrontieren sie uns mit ellenlangen Formularen, schicken uns schwer verständliche Schreiben und wollen alles Mögliche von uns nachgewiesen haben.

Im umgekehrten Fall, wenn wir braven Steuerzahler etwas vom Finanzamt wollen, zum Beispiel eine Steuererstattung, ist der zuständige Sachbearbeiter meist nicht zu sprechen oder unsere Steuerakte gerade nicht auffindbar und es dauert unendlich lange, bis das Geld endlich auf unserem Konto eintrifft. Bei solchen Erfahrungen fragt man sich schon, ob das nur subjektive Erlebnisse sind oder wie es allgemein um die Leistungsfähigkeit der Finanzverwaltung steht.

Donnerstag, 11. September 2014

Abbu Muhammad – die Türme – und das Opium


In Gedenken an Leopold Weiss (1900-1992)
von Dominik Ešegović

„the history of the world and its various cultures amounts in the last resort to little more than an expanded history of the West.“ 



– Muhammad Asad, The Road to Makkah

Teil 1
Mitte der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts bereiste ein junger Journalist aus Wien den Orient. Er hieß Leopold Weiss und war Jude. Wie auch der 18 Jahre ältere Ludwig von Mises wurde er in Lemberg geboren. Weiss begeisterte sich für das Morgenland und für seine fremde Kultur. Sie wirkte magnetisch auf ihn. Als Korrespondent der Frankfurter Zeitung hatte er bereits aus Palästina, Syrien, dem Libanon und aus Ägypten berichtet.
Besonders prägend für ihn sollte seine Reise durch Afghanistan werden – wo man mit einer schier unglaublichen Gastfreundschaft empfangen werde, aber stets aufpassen müsse, nicht erschossen zu werden. Der junge Journalist bereiste, nachdem er in Berlin zum Islam konvertiert war, als „Muhammad Asad“ die arabische Halbinsel. Er sollte fast sechs Jahre in Arabien bleiben, Freundschaft mit König Ibn Saud schließen und sich fünf Mal auf die Haddsch, die heilige Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka, begeben.

Dienstag, 9. September 2014

Über den esoterischen Wahrheitsrelativismus

Es gibt keine Wahrheit/Jeder hat seine eigene Wahrheit/Es gibt kein richtig und kein falsch 
von Stefan Blankertz und Tommy Casagrande 
Zunächst einmal sind die beiden Thesen (,,jeder hat seine eigene Wahrheit" und auch ,,es gibt kein richtig und falsch") libertärer als die Ansichten der meisten Zeitgenossen, die sich im Besitz der Wahrheit wähnen und zu deren Durchsetzung meinen Gewalt einsetzen zu dürfen oder sogar zu müssen. Andere wiederum verkünden lautstark, es gäbe keine Wahrheit und werden oft selbst zu totalitären Wahrheitsverfechtern, wenn es um Ökologie usw. geht. Da kann man sie meist packen und ihnen zeigen, dass sie sehr wohl davon ausgehen, es gäbe eine objektive und wissenschaftlich erwiesene Wahrheit. Dann befinden diese sich im Selbstwiderspruch. Selbstwiderspruch ist auf der höchsten Ebene der Abstraktion auch das entscheidende Argument gegen die These, es gäbe keine Wahrheit.

Montag, 8. September 2014

Rezension: Durch Dualismus zur Freiheit

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Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Martin Rhonheimer: Christentum und säkularer Staat: Geschichte - Gegenwart - Zukunft, 480 Seiten, 29 Euro, Herder Verlag.
Prof. Rhonheimer (katholischer Priester und Professor für Ethik und politische Philosophie an der päpstlichen Universität Santa Croce in Rom) zeichnet in diesem Buch den durchaus beschwerlichen und steinigen Weg des Okzidents der vergangenen 2.000 Jahre.
Ein Weg, der durch die spannenden Relationen, die aus dem Dualismus zwischen ,,weltlich-politischem Machtanspruch" auf den Menschen und dem ,,pastoral-theologischen Anspruch" des Christentums herrühren, wesentlich über viele Verästelungen geprägt worden ist.
Prof. Rhonheimer zeigt, dass gerade dieser Dualismus zwischen
- staatlicher Macht, die den ganzen Menschen für sich vereinnahmen will, dadurch willkürlich im Sinne der staatlichen Macht instrumentalisieren möchte und als Eigentum, als Handlungsmasse der weltlichen Macht beansprucht;
und
- dem Christentum, welches diesen totalen Macht- und Eigentumsanspruch an den Menschen zurückweist, denn der Mensch ist nicht das Eigentum irgendeines anderen Menschen (auch keiner Regierung) und in moralischen/ethischen Fragen letztendlich an die göttlichen und nicht an die weltlichen Gebote gebunden.

Samstag, 6. September 2014

Der Draghödie nächster Teil - Sichern Sie jetzt Ihr Vermögen

Draghis massive Zinsmanipulationen können die Wirtschaft nicht beleben
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
als aufmerksamer Investor ist es Ihnen nicht entgangen: Am gestrigen Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Führung ihres Präsidenten Mario Draghi den Leitzins für die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld von 0,15% auf 0,05% gesenkt. Auch der Zinssatz, den Banken für ihre Einlagen bei der EZB normalerweise erhalten, wurde weiter herabgesetzt. Er liegt jetzt bei minus 0,2%, nachdem er bereits im Juni auf minus 0,1% festgesetzt wurde. Das bedeutet, dass die Banken nicht wie in normalen Zeiten üblich eine Verzinsung für ihr Geld erhalten, sondern ganz im Gegenteil eine Art Steuer auf ihre Zentralbankguthaben zahlen müssen. Das ist ein weitreichender Schritt, wenn man bedenkt, dass Sparen aufgrund seiner herausragenden volkswirtschaftlichen Bedeutung normalerweise belohnt werden muss.

Die Fahrzeuge der Polizei fahren nur selten

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Wochen konnte man lesen, dass die Polizei in einigen Bundesländern ihren Fuhrpark verkleinern will. Ein Teil der Streifenwagen sei entbehrlich und könne abgeschafft werden. Daraufhin gab es viel Empörung in den Leserbriefspalten der Medien. Die Polizei komme ohnehin nur mit großer Verspätung, wenn man sie mal brauche. Wenn sie jetzt noch einen Teil ihrer Autos einspare, werde alles noch viel schlimmer. Da stellt sich doch die Frage, ob hier tatsächlich aus finanziellen Gründen an der Sicherheit der Bürger gespart werden soll.

Nun muss man wissen, dass die Polizei in allen Bundesländern über einen stattlichen Fuhrpark verfügt. In den größeren Bundesländern sind das jeweils mehrere Tausend Fahrzeuge, ein ganz schöner Kostenblock. Die Fahrzeugflotte muss regelmäßig erneuert werden, hinzu kommen die Kosten für Wartung und Reparatur. Da lohnt es sich schon, den Fuhrpark auch nur geringfügig zu verkleinern. Andererseits ist bekannt, dass Fragen der Ausrüstung, seien es Waffen, Uniformen oder eben Kraftfahrzeuge, einen hohen Stellenwert innerhalb der Polizei haben.

Freitag, 5. September 2014

Che ist out, Mises ist in!

Das Konterfei des Che Guevara kriegt man kaum aus den Augen. Überall tragen seine Jünger ihn zur Schau, ob auf T-Shirts, Pullovern oder Jacken. Echt langweilig.

Es war höchste Zeit für eine freiheitliche Antwort, die nun der libertäre Onlineshop ,,We all are free'' liefert: Ein modisches T-Shirt, geziert mit dem Konterfei des Ludwig von Mises. Und das für gerade einmal 9,90 Euro. Und ein ,,Praxeology is simple''-Plakat gibt es auch noch dazu. Da ,,beuten'' die Che-Shirts ihre Käufer schon etwas mehr aus...


Donnerstag, 4. September 2014

Scotland the Brave: Sezession mit Signalwirkung?

von Tomasz M. Froelich
Sezession ist in! Immer mehr Regionen liebäugeln damit, sich vom Staat, dem sie angehören, loszulösen. Der Trend lässt sich auch in Europa beobachten: In Südtirol und Venetien gibt es starke Unabhängigkeitsbewegungen, die sich von Italien abspalten möchten, viele Katalanen und Basken träumen davon, sich von Spanien zu trennen, die Flamen und Wallonen mögen nicht so recht im belgischen Staate vereint sein, und selbst in Bayern gibt es gewisse Sezessionsbestrebungen, die die Unabhängigkeit von Deutschland anstreben.

Der Wunsch nach Sezession ist häufig - wenn auch nicht ausschließlich - ökonomisch begründet. Vor allem die Regionen, die wirtschaftlich stärker und unabhängiger sind als der Rest des Landes, dem sie angehören, haben ein starkes Motiv für die Sezession. Sie sehen es nicht ein, dass sie im Zuge der egalitaristischen Umverteilungspolitik des Zentralstaates mehr in den Topf einzahlen als heraus bekommen. Die Rechnung lohnt sich einfach nicht. Da macht Sezession schon mehr Sinn: Im Falle der Unabhängigkeit bliebe den nun neuen Staaten mehr Geld in der eigenen Tasche. Die Bayern, Basken, Katalanen, Südtiroler und Venezianer können ein Lied davon singen.

Mittwoch, 3. September 2014

Termine: September 2014

Wie gewohnt haben wir auch für den September eine Zusammenstellung interessanter Veranstaltungen. In Zürich etwa startet, auch dank der kräftigen Mitwirkung von Freitum-Autor Christian Zulliger, die siebenteilige Veranstaltungsreihe ,,Liberalismus - gestern und heute'', die vom Hayek Club Zürich organisiert wird. Und auch der Vortrag von Prof. Dr. David Dürr, einem der konsequentesten Libertären im deutschsprachigen Raum, verspricht allein schon wegen seines Titels Spannung: ,,Staats-Oper Schweiz - wenige Stars, viele Staatisten''. 


Im Folgenden eine Auflistung interessanter Veranstaltungen im September. Sollten Veranstaltungen in dieser Liste fehlen, so bitten wir darum, uns dies mitzuteilen.


Guben, 05.09.2014, 15 Uhr - 07.09., 12:30 Uhr: Schmerzpunkte des Liberalismus. Herbstsymposion des Juniorenkreises Publizistik der Hayek-Gesellschaft.Ort: Berghotel Bresinchen, Neuzeller Straße 10.

Dienstag, 2. September 2014

Habermanns Richtigstellung: ,,DDR light''

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: ,,DDR light''
Etwas übertriebene Bezeichnung des deutschen Wohlfahrtsstaates angesichts einer Staats- bzw. Abgabenquote von über 50 Prozent, weit vorangetriebener Sozialisierung der Einkommen, stark eingeschränkten Vertragsfreiheiten in Elementarbereichen (staatliche Bezahlung der familiären Tätigkeit und flächendeckender Ausbau von Familienersatzeinrichtungen, teilweise ein Vermächtnis der untergegangenen DDR). Hinzu kommen Einschränkungen der Meinungsfreiheit über die Unkultur der so genannten ,,politischen Korrektheit''. Auch die verschleiernde politische Sprache gehört dazu (,,Solidarität'', ,,soziale Gerechtigkeit'', ,,Generationenvertrag'', ,,Pflicht'' (statt Zwang), moralisierend überschriebene Gesetze wie z. B. das ,,Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit'').

Montag, 1. September 2014

Rezension: Nichts für Papiergeld-Junkies!

Das Buch kann bei der Buchausgabe
oder bei Amazon bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Gregor Hochreiter: Krankes Geld - Kranke Welt. Analyse und Therapie der globalen Depression, 264 Seiten, 19,90, Resch-Verlag 2010. 

Die sogenannte Weltfinanzkrise, die als sogenannte Subprime-Krise 2007 in den USA startete, die hat niemand auf dem Radar gehabt. So oder so ähnlich tönt es seit Jahren aus den ,,qualitätsfreien Führungsorganen der staatstragenden Medienlandschaft". Auch am 17.07.2014 bei der Geburtstagsfeier der Kanzlerin Merkel, wurde vom Laudator Osterhammel, einem Geschichtsprofessor, behauptet, dass niemand aus den Reihen der Ökonomie die sogenannte Weltfinanzkrise prognostiziert gehabt habe.

Dem Historiker wurde am Folgetag mitgeteilt, dass seine Aussage nicht richtig gewesen ist, dass es viele Ökonomen gegeben hat, die schon Jahre vor Ausbruch der Krise ihre warnenden Stimmen erhoben hatten. Beispielhaft wurden dem Historiker einige Namen genannt, darunter seit Jahrzehnten erfolgreiche Börsianer und angesehene Professoren, die i. d. R. ihre qualitativen Prognosen anhand der Methodik der sogenannten ,,Austrian School of Economics" aufgestellt hatten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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