Montag, 25. August 2014

Rezension: Spannend, aber auch nervend

Das Buch kann hier bestellt werden.
Hubert Milz rezensiert
Diese Woche: Wilfried Huismann: Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda, 256 Seiten, 29,99 Euro, Gütersloher Verlagshaus 2012.

Für Wilfried Huismann sind - so suggeriert es mir zumindest sein anti-marktwirtschaftlicher Duktus - alle Umweltübel durch die Marktwirtschaft verursacht.
Eine Sichtweise, die m. E. falsch ist; denn alle diese Übel, die Huismann beispielhaft an den Auswirkungen der Tätigkeiten des World Wildlife Funds (WWF) auflistet, sind durch einen von Machtpolitikern kreierten staatlich-privaten Machtpool zu erklären - also durch eine von der Politik organisierte Symbiose aus Big Government und Big Business.
Dies vorab schon angemerkt; denn trotz dessen verdient das Buch gelesen zu werden, eben weil Huismann eine Dokumentation des WWFs vorlegt, die auch als Report zu einem Aspekt der unfeinen Symbiose von Big Government und Big Business gelesen werden kann.

Der Pate des WWFs ist Prinz Philip, der Ehemann der Königin von England und Ehrenpräsident des WWFs, der gerne das Bevölkerungsproblem radikal gelöst haben möchte. Prinz Bernhard der Niederlande, ehemals Mitglied der Reiter-SS, war ein weiterer Protagonist und der Gründungspräsident des WWFs, und genau wie Prinz Philip laut Huismann ein Mitglied im Club der 1001 beim WWF. In diesem Club sind einflussreiche Bankiers, Industrielle, Journalisten und Politiker zu finden.

Gemäß der - gut unterfütterten - Dokumentation von Huismann fließen dem WWF jährlich weltweit um die 500 Millionen Euro an Spendengelder zu; auch die UNO und die EU gehören zu den Finanziers des WWFs.

Huismann schildert auch, dass viele Mitarbeiter des WWFs wirkliche Idealisten sind, die vor Ort, als in den Gebieten, in welchem die Tier- und Pflanzenwelt bedroht ist, hervorragende Arbeiten leisten. Andererseits listet Huismann jedoch auch etliche Mauscheleien zwischen WWF und Regierungen zum Vorteil von multinationalen Konzernen auf. Mauscheleien, die letztendlich dazu führen, dass der Lebensraum bedrohter Arten - zu Gunsten der multinationalen Konzerne - verkleinert wird und dadurch die Arten bedroht und nicht schützt.

Das Schwarzbuch und auch der Dokumentarfilm von Huismann zu diesem Thema wurden Streitfragen vor Gericht. Trotz Streichung und Überarbeitung einiger Passagen bleibt die Kernaussage - so z. B. die Süddeutsche Zeitung - bestehen: Nämlich, dass der WWF eine "Grünwaschanlage" von großen multinationalen Konzernen ist.

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