Freitag, 29. August 2014

Österreich: ein schrulliger Charakterstaat

von Luke Lametta
Ich mag Österreich. 
Ein schrulliger Charakterstaat. 
Heimat so unterschiedlicher Individuen wie Adolf Hitler und Gottfried Helnwein (Maler), Helmut Frodl und Ulrich Seidl (Filmemacher), Udo Proksch und Sepp Schellhorn (Wirte), Hansi Hinterseer und Karl Ratzer (Austropop), Werner Faymann und Georg Friedrich (Taxifahrer) oder Wolfgang Priklopil und Helmut Werner (Außenseiter).

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch mit dem bösartigen und von mir sicher -nicht- gestreuten Gerücht aufräumen, Letztere wären ein und dieselbe Person mit unterschiedlicher Frisur, was man ja wohl auf den ersten Blick und auch anhand der Vorlieben sähe.

Und ja, auf dem "politischen Personal" herumreiten ist ein bisschen so, wie Ende August noch Ice Bucket Challenge in meine Timeline zu posten, aber es ist auch einfach so, naja, 'undeutsch':

- Zur Qualifikation des Bundeskanzlers siehe oben. Das ist kein Scherz.

- Die Nationalratspräsidentin ist gelernte Zahnarztgehilfin. Auch kein Scherz.

- Der -Wirtschaftsminister- ist 58 und hat noch keine Zeit gefunden, mal einen Cent unter Wettbewerbsbedingungen zu verdienen.

- Gut auch zwei der letzten Vizekanzler: Der eine wusste nicht, was ein "Continental Breakfast" sein soll und wurde qua Weltläufigkeit (und nach krachender Wahlniederlage) auf einem internationalen Spitzenposten als Figurehead verrentet. Der andere bettelte nach seiner Abwahl per Brief bei Alistair Darling um einen adäquaten Posten, da "the world in Vorarlberg too small" für ihn sei. Lässt sich googlen.

- Getoppt von den Ex-Finanzministern der Republik: Der eine rechtskräftig verurteilt wegen, erraten, Steuerhinterziehung, dem Letzten bescheinigt die eigene Partei vor und nach zwei Jahren FinMin, "steuerlich ungebildet" zu sein. Der Dritte bescheinigt sich das im Ermittlungsverfahren nach seiner Amtszeit kurzerhand gleich selbst. Mit exakt diesen Worten.

- Pointe? Auch das wird natürlich noch getoppt: Der eine Ex-Innenminister wurde kürzlich wegen Korruption zu schlanken vier Jahren Haft verurteilt (noch nicht rechtskräftig). Und der andere wurde von seinen eigenen Exekutivbeamten von einer Laterne geflext, nachdem ihn Zuhälter im Morgengrauen an diese gekettet hatten. Nackt.

Eure erfolgreichsten Regierungsmitglieder heißen Nahles und Schwesig, ihre blonde Ost-MiniMe. Ok.
Ihr habt sowas wie Guillaume-, Barschel-, und Guttenberg-Affäre.
Auch chic. Auch jeweils voller bizarrer Pointen.

Aber im "Your Tax Dollar At Work"-Spiel steigt einfach jedes Jahr Cordoba. Mit 7:1.

Kommentare:

  1. Oooooch, das können wir auch: Frau Nahles ist Arbeitsministerin. Schaut man in ihren Lebenslauf hat diese Dame noch nicht einen einzigen tag ihres Lebens gearbeitet, will aber anderen erzählen, wie so etwas geht.

    Früher hätte sich so jemand aschämend in die Ecke gestellt, Heute wird man damit Ministerin.

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  2. (In) Österreich ist immer noch viel Kakanien [vgl. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften]. Und es ist vermutlich der am meisten korporatistische Staat in der ständestaatlich organisierten Variante.
    Aber es gibt auch Kultur in Österreich, gerade für das Morbide und sarkastische oder ironische ist Österreich ein guter "Sumpf" (eine gute Radiosendung). Und es hat eine gewisse lebensorganisatorisch-kulturelle Vielfalt, u.a. in den doch auch teilweise unterschiedlichen Landesteilen.

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