Donnerstag, 3. Juli 2014

Warum Cristiano Ronaldo Reizfigur ist? Es ist der Neid und nichts als der Neid!

CR/. Photo: YouTube Screenshot
von Dietmar-Dominik Hennig
Im Kern geht es bei allen derzeit im Netz wieder kursierenden Schmähungen gegen "Heulnaldo" um Neid. Neid wuchert stets im Verborgenen und es gehört zu seinem Wesen niemals offen eingestanden zu werden. In Zeiten wie diesen, wo auch Männer um "feminine" Werte mit Frauen konkurrieren müssen, spielt da eben auch sein Aussehen eine große Rolle - und schon spürt man den Nivellierungswunsch der sich leicht benachteiligt fühlenden, der etwa als Neidreiz gegen einen Franck Henry Pierre Ribéry (übrigens ein begnadeter Fußballer) sich nicht einzustellen vermag. Man fühlt sich bei dem Phänomen des Anti-Ronaldismus immer wieder an den Roman "Facial Justice" von L. P. Hartley (kongenialer Zeitgenosse von George Orwell) erinnert.
Cristiano Ronaldo verstößt mit seinem Wohlstand gegen das tyrannische Gebot der zeitgeistigen "sozialen Gerechtigkeit" aber eben noch viel mehr mit seinem Äußeren gegen das in Deutschland gepflegte (und z.B. sehr gutaussehenden Schauspielern bei der Rollensuche zum Nachteil gereichende) Mittelmaß-Ideal der "Antlitzgerechtigkeit", welches sich durch den gleichmacherischen "Kult der Häßlichkeit" der 68er längst zur Staatsraison ausgewuchert und eingegraben hat.

Dandys haben wir selten hervorgebracht (weder im Fußball noch sonstwo) und wo sich Individualität und Extravagenz doch einmal zu zeigen erkühnt wird sie noch im frühesten Stadium niedergeknüppelt. Da verstehen wir Deutschen keinen Spaß. Daß wir uns darauf auch noch etwas einbilden stellt zumindest sicher, daß ein Jahrhundertfußballer vom Format eines CR7, der menschliche Größe und Charakterstärke gerade auch abseits des Rasens beweist, um dieses Land stets einen großen Bogen machen wird. Und die da in den bis aufs Zahnfleisch heruntergesparten Sportredaktionen ihr Gnadenbrot mümmelnden Neidhammel ihn mit ihrem eitrigen Ressentiment auch weiterhin nicht erreichen werden.

Kommentare:

  1. Auch ein Libertärer3. Juli 2014 um 17:33

    Wieso tönt er dann vorher groß, er sei bei 99,9%?

    Wenn er vorher sagt, er sei in Topform, kann hinterher die Entschuldigung, er sei angeschlagen, nicht gelten.

    Er scheint sich für den besten Spieler der Welt zu halten, aber gestern war er der schlechteste Mann auf dem Platz (wenigste Ballkontakte von allen Spielern). Vielleicht sollte Ronaldo mal Selbstbild und Realität anpassen, sonst macht es eben die Netzgemeinschaft.

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  2. Lasse Müller-Mütz3. Juli 2014 um 18:03

    Wenn ich einen Fußballspieler nicht mag, ist das eine rein subjektive Entscheidung, ich mag ihn einfach nicht.
    Wenn jemand Beethoven nicht mag, kann ich ihm auch tausendmal erzählen, dass er einer der größten Komponisten aller Zeiten ist, er mag ihn einfach nicht.

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  3. “...daß ein Jahrhundertfußballer vom Format eines CR7, der menschliche Größe und Charakterstärke gerade auch abseits des Rasens beweist,..."

    You...me...fuck,fuck... waren das nicht seine ersten Worte zur zukünftigen Mutter seines Kindes?

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  4. Friedrich Treber4. Juli 2014 um 23:09

    Ja, da haben andere Leute einen ganz prächtigen Gartenzwerg. Aber statt sich daran mitzufreuen, versucht man ihn schlechtzureden -wie der Fuchs die Trauben - und die eigenen Gartenzwerge aufzumotzen, bis die keine Wahrheit mehr vertragen.

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  5. In der Süddeutschen fand ich unlängst eine recht unterhaltsame Erklärung für dieses Phänomen:

    "Ronaldo ist scheinbar gleichzeitig zu männlich und zu weiblich. Woher der Doppelhass auf ihn?

    Eine Erklärung hat die Soziologin C.J. Pascoe. In Studien habe sich gezeigt, dass das Durchbrechen von Männlichkeitsrollen paradoxerweise denen am leichtesten gemacht wird, die ihre Hypermännlichkeit genügend unter Beweis gestellt haben. „Jock insurance“ nennt Pascoe das und meint: Typen wie Ronaldo bringen schon so viel traditionelle Männlichkeit mit, dass sie sich locker ihre Augenbrauen zupfen lassen können. Ronaldo ist wie ein Pfau, der seine Überlegenheit durch unsinnigen Federschmuck demonstriert: Hey, ich hab so viel überschüssige Maskulinität, dass ich mit weiblicher Schwäche kokettieren kann – und trotzdem fahren die Models nackt im Lamborghini vor mein Hotel!

    Wer Ronaldo also hasst für seine explodierte Männlichkeit, der muss seine feminine Seite gleich mit hassen. Wer aber ganz traditionell seine feminine Seite unerträglich findet, ist neidisch auf den Pfau, der sich sogar das erlauben kann. Deswegen hassen ihn alle, von rechts wie von links."

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  6. Tja, die deutschen Sportjournallie ist so wirklich das letzte. Bei einem Mannschaftssport die Häme auf einen einzelnen Spieler zu konzentrieren zeigt schon alles. Ronaldo kann es nicht alleine richten. Zudem war der Elfer für Deutschland ein Witz. Die rote karte muß man auch nicht geben. Dann wäre das Spiel anders gelaufen.

    Und sämtliche deutsche Titel, wurden von krassen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter begünstigt. 74 gegen Holland eine Schwalbe und es gab Elfmeter. 1990 genau das Gleiche. Da Ronaldo "Schwalben" vorzuwerfen ist da schon interessant. Auch jetzt gegen Frankreich ging dem Tor ein klares Foul voraus, zudem waren die Franzosen klar besser. Man sollte den Kopf nicht so hoch heben.

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