Mittwoch, 2. Juli 2014

Habermanns Richtigstellung: Christentum und Sozialismus

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Christentum und Sozialismus
Zwei sich ausschließende Welthaltungen: Das Christentum lehrt die moralische Pflicht frei zu geben, der Sozialismus lehrt das Recht, dem anderen - zur Not mit Gewalt - wegzunehmen, sofern er mehr hat. Nächstenliebe und die Beraubung von wohlhabenden Minderheiten sind unvereinbar. Die Zehn Gebote enthalten überwiegend Imperative zur Sicherung von Eigentum und Leben des Nächsten (,,Du sollst nicht töten'', ,,Du sollst nicht stehlen'', ,,Du sollst nicht begehren'', usw.). Der urchristliche ,,Kommunismus'' bestand in einer freien Konsumgemeinschaft liebevollen Teilens und hatte nichts mit einer zwangsweisen ,,Verstaatlichung der Produktionsmittel'' zu tun. Der christliche Sozialist ist ein Missverständnis. Christus hat sich für sein Ideal der Gewaltlosigkeit widerstandslos ans Kreuz nageln lassen. Die radikalen Sozialisten nageln dagegen ihre Gegner ans Kreuz.
Christlicher Sozialismus ist einfach ein Irrtum, wenn er in der Verstaatlichung der Nächstenliebe besteht. Durch die Unterstützung der allumfassenden staatlichen Sozialpolitik berauben sich die Kirchen ihrer Substanz und ihres besonderen sozialen Auftrags.

Literaturtipp: Richard Reichel: Urchristlicher Sozialismus, Solidarität und staatliche Umverteilung, Working Paper Nr. 2 - Lehrstuhl für Wirtschafts- und Entwicklungspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg, Februar 2000.
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Prof. Dr. Gerd Habermann, Jahrgang 1945, ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und freier Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft
Bei Freitum erscheint monatlich ,,Habermanns Richtigstellung''.

Kommentare:

  1. Ayn Rand sah das aber bekanntlich anders! Fundamental anders!

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  2. Die Kirchen sind (wie bereits unter Hitler) auch heute mit dem Sozialismus im Bunde.

    Kann man mühelos sogar dem offiziellen Katechismus entnehmen.

    http://www.priesternetzwerk.net/gfx/pdf/KKK.pdf

    Etwa Suren 1937, 1938, 1941...

    Fazit:
    "Die INTERNATIONALE SOLIDARITÄT (aka: die Sozialistische Internationale, ed) ist eine Forderung der sittlichen Ordnung."

    Naja, wer's glaubt, wird seelig. :-)

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  3. Die Frage ist nur, ob die Politik der Kirche nicht mit den ursprünglichen Prinzipien, auf denen sie fußt und die etwa dem Dekalog zu entnehmen sind, in Widerspruch steht.

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  4. Geben ist seliger als Nehmen, heisst es in der Bergpredigt. Aber wie kann man denn geben, wenn man nicht vorher etwas Eigenes hat. Wer nichts hat, kann auch nichts geben, es sei denn, er nehme zunächst andern etwas weg, wie der Sozialismus...Die Kritik an den Reichen, die im Neuen Testament verschiedentlich vorkommt ist keine sozialistische Kritik am Privateigentum und am Markt, sondern eine Kritik an der Verabsolutierung materieller Werte und am Geiz und an der Gier. Jesus war kein Sozialist.

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  5. Ich empfehle dazu das Buch "Jesus der Kapitalist" von Robert Groezinger! Linktext

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