Dienstag, 29. Juli 2014

Gewaltmonopolistische Demokratisierung menschlicher Lebensbereiche führt zur Abnahme individueller Freiheiten

von Tommy Casagrande
Die Menschen schreien nach Demokratie, nach Mitsprache und nach Einmischung. Liegt darin die Lösung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme? Die Demokratie wird gerne mit dem Begriff ,,Freiheit" gleichgesetzt. Man glaubt, dass es zur Freiheit führt, wenn ein jeder das Recht habe, sich in das Leben und Handeln anderer Menschen einmischen zu dürfen. Ist das wirklich Freiheit?

Wenn die Mehrheit der Menschen in einem Land der Meinung ist, dass Mitsprache und Einmischung in anderer Menschen Leben und Handeln mittels staatlicher Gesetzgebung durchgesetzt werden muss, dann wird es kein ganzes Menschenleben dauern um die Freiheit aller Individuen auf ein Minimum reduziert zu haben. Demokratie ist dann das Instrument der Unterjochung aller gegenüber allen mittels des Gewaltmonopols. Eine solche Abwärtsspirale der individuellen Freiheit beruht darauf, dass Selbstbestimmung und Mitbestimmung einander ausschließen. (Einzige Ausnahme: Eine sich freiwillig vergesellschaftende Gruppe von Menschen, bejaht qua ihrer Selbstbestimmung, dass Mitbestimmung in bestimmten Bereichen erwünscht ist. Doch ist auch hier die Mitbestimmung nur auf Grundlage der Selbstbestimmung möglich. Zwang und Gewalt, wie üblicherweise Mitbestimmung sich darstellt, verneint im gewaltmonopolistischem Kontext die Selbstbestimmung und schließt daher einander aus.) 

Die Entwicklung abnehmender individueller Freiheiten hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die gewaltmonopolistische Demokratisierung oder Verstaatlichung aller Lebensbereiche führt nicht zu einer Zunahme der individuellen Freiheit sondern zu ihrer Abnahme. Beständig versuchen gesellschaftliche Gruppen gegenüber anderen sich Privilegien zu sichern oder ihre eigenen wohlgemerkt subjektiven Vorstellungen vom richtigen und guten Leben und Handeln kollektiv durchzusetzen, sodass auch der Rest sich diesen Inhalten zu fügen habe. Ein solches System braucht keine autoritären Herrscher, da es für jeden möglich ist, an der Herrschaft teil zu haben. Die Versuchung, die Welt, die Gesellschaft, die Umwelt, das Umfeld zu gestalten oder mit zu gestalten ist verführerisch. Ob dabei das vernunftrechtliche Selbstbestimmungsrecht des menschlichen Individuums verletzt wird, ist für die meisten so lange kein Dilemma, bis es sie selbst trifft. Doch selbst dann erkennen die wenigsten, dass die Zunahme der individuellen Freiheit, der individuellen Möglichkeiten des Tausches und Austausches nicht durch die weitere Zunahme der Mitbestimmung und Einmischung mittels des Gewaltmonopols zu finden ist, sondern in dessen Abnahme.

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