Dienstag, 8. Juli 2014

Dem einen sein Fleisch, dem anderen sein Salat

von Tommy Casagrande
Neulich begegnete mir auf Facebook wieder mal ein emotional durchgedrehter ,,Fleischessen-ist-böse-Etatist". Er agitierte gegen fleischessende Menschen, welche seiner Überzeugung nach zu intolerant seien und nur ohne sie eine tolerante Welt entstünde. Immer wieder drehen diese überzeugten Ökos verbal durch und entgleisen. Als Fleischesser wird man mit Nazivergleichen konfrontiert. Auf all das ist folgendes zu sagen:

Es ist immer problematisch, wenn ein Mensch seine subjektiven Werturteile auf solch feindselige Art und Weise präsentiert. Damit provoziert er eine aufgeladene Atmosphäre, einen verbalen Krieg mit Menschen anderer Meinung. Wofür das ganze?


Das Selbsteigentum deckt ab, dass der Veganer das Fleischessen verbal verurteilen darf. Es deckt aber ebenso ab, dass der Fleischesser das vollumfängliche Freiheitsrecht hat, so viel Fleisch zu essen wie er will.

Was also soll erreicht werden, wenn ständig gegen Fleischesser gehetzt wird? Man kann bestenfalls erreichen, dass der Fleischesser freiwillig aufhört Fleisch zu essen, denn ihn mit Gewalt dazu zu zwingen, wäre eine Verletzung des menschlichen Freiheitsrechtes und ließe sich auch seitenverkehrt gegenüber dem Veganer anwenden. Problematisch ist die aggressive Sprache gegenüber den Fleischessern, weil sie den Eindruck schafft, man würde Gewalt und Zwang für das Instrument halten, um den Fleischesser in seine Schranken zu weisen.

Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass die aggressive Sprache explizit zu Gewalt und Zwang aufruft, aber der Eindruck entsteht. Und aufgrund dieses Eindruckes verschwimmen in diesen Diskussionen dann die Grenzen zwischen Freiheit und Unfreiheit, Recht und Unrecht.

Wer das Recht legitimerweise in Anspruch nimmt, den Fleischkonsum zu kritisieren, verschwendet einfach seine Zeit und die Zeit derer, die er kritisiert. Denn der Fleischkonsum ist - ebenso wie das Recht ihn zu kritisieren - durch das Selbsteigentum abgedeckt. Solche Konflikte zwischen Menschen finde ich dumm und zeitverschwendend, weil sowieso keine Seite das Recht hat, der anderen etwas aufzuzwingen.

Logisch wäre, dass man sich einfach aus dem Weg geht und jeder sein eigenes Ding macht. Das setzt Toleranz voraus.

Was zu kritisieren ist, sind stets staatliche Strukturen, die natürlich der Ursprung derartiger Konflikte sind. Es löst diese Konflikte aber niemand, der mehr Staat anstelle der Entstaatlichung fordert.

1 Kommentar:

  1. Pflanzen sind auch Lebewesen.

    Warum ist es besser, Pflanzen einzupferchen, mehr oder weniger schlecht zu behandeln, sie mit verschiedensten Giften zu besprühen, sie bei lebendigem Leibe kaltblütig auszureißen, sie in Stückchen zu zerhacken, zu zerquetschen, sie mit den leblosen Überresten ihrer Artgenossen in Vernichtungsgefässe zu werfen, in denen ihnen dann mit kochendem Wasser der letzte Gar ausgemacht wird?

    Da ziehe ich doch das Fleisch von wirklich naturnah und artgerecht gehaltenen Tieren so manchem respektlos produziertem Pflanzenkadaver vor.

    Ein Naturliebhaber

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