Donnerstag, 31. Juli 2014

Über die Weigerung Selbsteigentum und Recht anzuerkennen

von Tommy Casagrande
,,Selbsteigentum und Recht seien nicht die Grundlage des Anarchokapitalismus, sondern Vertrag und Kooperation.'' So lautet immer wieder gerne die Phrase manch einer vom Abspulen ausgeleierten Platte. Doch worauf basieren Vertrag und Kooperation, wenn nicht auf der Einsicht, dass Selbsteigentum ein philosophischer Rechtsgrundsatz ist, auf dem Vertrag und Kooperation erst möglich sind? Kooperation und Vertrag resultieren aus der Tatsache, dass jene Parteien, die miteinander kooperieren und Vertragsbeziehungen eingehen, sich gegenseitig als selbstbestimmte Wesen wahrnehmen. Der zweite Schritt folgt dem ersten. Selbsteigentum und Recht abzulehnen bedeutet in seiner Konsequenz folgendes:

Dienstag, 29. Juli 2014

Gewaltmonopolistische Demokratisierung menschlicher Lebensbereiche führt zur Abnahme individueller Freiheiten

von Tommy Casagrande
Die Menschen schreien nach Demokratie, nach Mitsprache und nach Einmischung. Liegt darin die Lösung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme? Die Demokratie wird gerne mit dem Begriff ,,Freiheit" gleichgesetzt. Man glaubt, dass es zur Freiheit führt, wenn ein jeder das Recht habe, sich in das Leben und Handeln anderer Menschen einmischen zu dürfen. Ist das wirklich Freiheit?

Montag, 28. Juli 2014

up!: Den helvetischen Sozialdemokratismus überwinden

Scherrer: Selbstbestimmung up! Fremdbestimmung down!
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Simon Scherrer
Die vor kurzem gegründete Unabhängigkeitspartei (up!) ist eine neue, radikalliberale Kraft in der schweizerischen Parteienlandschaft. Ihr Ziel ist die Verbreitung freiheitlicher Ideen. Tomasz M. Froelich sprach für Freitum mit Simon Scherrer, dem Mitbegründer und Co-Präsidenten von up!

Froelich: Herr Scherrer, Sie leben in der Schweiz und viele werden Sie deshalb beneiden, wird die Schweiz doch nicht zuletzt aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Staatsquote, ihrer kantonalen Struktur und ihres direktdemokratischen Systems als eine der letzten Bastionen der Freiheit in Europa gesehen. Nichtsdestotrotz ist die Schweiz ein Staat und die Schweizer Welt nicht zwingend so rosig, wie man sie sich als Freiheitlicher aus dem Ausland vorstellt. Sie wollen die Schweiz mit Ihrer neuen Unabhängigkeitspartei (up!) verändern. Wie?

Scherrer: Genau mit der angesprochenen Sicht der Schweiz als ,,freiheitliche Insel der Glückseligen" beginnen schon die Probleme, die wir in Angriff nehmen wollen.

Sonntag, 27. Juli 2014

Zentralbankern werden die Leviten gelesen

Endlich erkennt die BIZ die Ursachen der jüngsten Krisen
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
vorige Woche habe ich Sie bereits auf den aktuellen Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hingewiesen. Ich halte dieses umfangreiche Werk für so wichtig, dass ich heute noch einmal darauf zu sprechen kommen möchte.

Die BIZ wird gerne als die Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet. Wie so oft in der Welt des Zentralbankwesens, dient auch diese Bezeichnung der Verschleierung der Wahrheit. Denn die BIZ ist vor allem eines: Die wichtigste Lobby-Organisation des Zentralbankwesens.

Freitag, 25. Juli 2014

Subventionen für den deutschen Wald?

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
der Staat mischt sich fördernd und unterstützend in die unterschiedlichsten Lebenszusammenhänge in Deutschland ein. Dies geschieht aber nicht nach einem einheitlichen Muster. Vielmehr hat sich der Staat eine ganze Palette von Möglichkeiten geschaffen, um den jeweils Begünstigten finanzielle oder sonstige Unterstützung zukommen zu lassen. Meistens wird direkt gefördert, und der Staat verkündet stolz, wie viel Geld er für einen bestimmten Bereich ausgibt. In manchen Fällen wird jedoch indirekt und versteckt subventioniert, und nur einigen Insidern ist bekannt, dass hier Steuergelder fließen.

Viele indirekte Förderungen entstanden in früheren Zeiten, als den begünstigten Gruppen eine offene Subventionierung eher peinlich war. Später entdeckten die Beteiligten dann, dass eine indirekte Förderung durchaus von Vorteil sein kann, da sie nur schwer feststellbar und kaum umfangmäßig zu beziffern ist. In Subventionsberichten und ähnlichen Zusammenstellungen tauchen versteckte Unterstützungen oftmals gar nicht auf, bei Kürzungsmaßnahmen werden sie häufig übersehen.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Der Shitstorm der Ruling Class

von Luke Lametta
Warum am Ende immerzu die falsche Front vorangetrieben wird.
Warum Liberalalas und Nominalkonservative ein Totalausfall und ganz besonders große Waschlappen sind.
Warum ich es seit über 10 Jahren für das größte Versäumnis in der Neigungsgruppe "liberal und/oder konservativ" halte, sowas wie einen "kulturellen Resonanzboden" völlig zu vernachlässigen und die Lehren Antonio Gramscis nicht volley zu nehmen.

Weil ganz wesentliche, nennen wir sie mal "atmosphärische", Diskurse unserer Zeit, dargestellt anhand zweier akuter Beispiele, ungefähr so laufen:

1.) Ein Volks-Rock'n'Roller oder, noch schlimmer, der siebte Zwerg von rechts, achte Reihe, Kragenweite "F"PÖ-Jugend Burgenland spüren, dass irgendwas im Land völlig schief läuft (https://www.facebook.com/RFJ.Bgld/posts/706540692716428 |http://orf.at/stories/2236265/ | http://derstandard.at/2000002538989/RFJ-Stereotype-gegen-Gender-Wahn).

2.) Sie kommunizieren es notorisch unterkomplex, ungeschickt und mit tendenziell debilen "Argumenten" ("Hab ich so gelernt", "echte Frauen sind so und so", etc., etc.). Die Frage, inwiefern politische Kommunikation in einer anonymen Massen- und Mediendemokratie ohnehin nicht anders kann, als auf "dumbing down" zu setzen, sei hier mal außen vor.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Zombies, Hacker und legale Drogen

Henning Lindhoff: Zombies, Hacker und legale Drogen. Einsprüche für
die Freiheit I. 
von Tommy Casagrande und Tomasz M. Froelich

Achtung! Achtung! Neues libertäres Buch in Erscheinung getreten. Autor: Henning Lindhoff, Name des Werkes: „Zombies, Hacker und legale Drogen“. Anspruch der Arbeit: Die kleinen Ritzen in den Mauern geistiger Abschottung zu finden um dann den Beton von innen heraus zu sprengen. 

Doch gewähren wir dem Autor die Möglichkeit ein paar Worte über sein eigenes Werk zu verlieren: 

,,„Zombies, Hacker und legale Drogen“ lautet der Titel des kleinen Bändchens, das den Beginn der Serie „Einsprüche für die Freiheit“ markiert. In dieser Buchserie möchte ich versuchen, grundlegende Mechanismen und Bedeutungen von Freiheit und Markt plastisch aufzuzeigen und anhand konkreter und aktueller Themenbezüge zu verdeutlichen.

Montag, 21. Juli 2014

Mut zum Markt: Die privatisierte Stadt

von Tomasz M. Froelich
Sandy Springs ist eine kleine, knapp 100.000 Einwohner zählende Stadt im Norden des US-Bundesstaats Georgia. Sie ist auf den ersten Blick gewöhnlich, hat Läden, Straßen und Parks. Doch Sandy Springs ist anders: Die Stadt ist fast vollständig privatisiert.

Mit Ausnahme der Polizei und der Feuerwehr wurden im Jahre 2005 fast alle zuvor öffentlichen Institutionen im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft privatisiert. Nun kümmern sich private Unternehmen um die Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, die in der heutigen Zeit woanders meist vom Staat okkupiert werden. 

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Sonntag, 20. Juli 2014

Zunehmender Inflationsdruck wird in den USA zum Thema

Der Staat hat als größter Schuldner ein Motiv, die Inflationsrate zu schönen
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
die offizielle Methode zur Berechnung der Inflationsrate wurde in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich verändert. Die Befürworter dieser statistischen Anpassungen sprechen von methodischen Verbesserungen, die zu einer immer genaueren Inflationsmessung führen sollen. Die Kritiker hingegen sehen in den methodischen Veränderungen zielgerichtete Manipulationen, deren Zweck es sei, die Geldentwertung systematisch geringer auszuweisen, als sie tatsächlich ist.

Tatsache ist, dass die alten Berechnungsmethoden im Ergebnis zu deutlich höheren Inflationsraten führen als die neuen. Fakt ist auch, dass der Staat als mit Abstand größter Schuldner der Hauptprofiteur einer systematisch zu niedrig ausgewiesenen Inflationsrate ist. Im Jargon der Kriminalisten gesprochen hat der Staat also ein starkes Motiv, die Inflationsrate zu schönen.

Samstag, 19. Juli 2014

Von Defiziten und Chefärzten

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
wie jedermann weiß, geht es den von der öffentlichen Hand getragenen Krankenhäusern in Deutschland finanziell gar nicht gut. Viele müssen schließen oder versuchen sich durch Zusammenschlüsse oder Kooperationen über die Runden zu retten. Schlecht geht es auch den Universitätskliniken, die sowohl für die Krankenversorgung als auch für Forschung und Lehre im Bereich der Medizin zuständig sind. Viele Uni-Kliniken erwirtschaften Jahr für Jahr Defizite in Millionenhöhe, die dann von ihren Trägern, den Bundesländern, aus dem Steuersäckel ausgeglichen werden müssen. 

Im Gegensatz dazu geht es dem ärztlichen und dem sonstigen Leitungspersonal der Uni-Kliniken in finanzieller Hinsicht blendend. Chefärzte an Uni-Kliniken haben schon immer gut verdient, da ihnen der Staat in der Vergangenheit das Privileg einräumte, Privatpatienten in Nebentätigkeit zu behandeln und dafür saftige Rechnungen zu schreiben. Inzwischen haben die meisten leitenden Ärzte einen sog. Chefarztvertrag mit ihrer Uni-Klinik abgeschlossen, welcher die Behandlung von Privatpatienten mit umfasst.

Freitag, 18. Juli 2014

Über die Stabilität künftiger Anarchie



von Stefan Blankertz
Der Vortrag von Rahim Taghizadegan gibt eine interessante Perspektive, viele Details waren mir in der Form nicht klar. Aus einer Beschreibung einer historischen Entwicklung, speziell der Begriffsgeschichte, kann man jedoch nicht ohne weiteres auf Wirkungsprinzipien schließen.

Die antike, besonders griechische Welt, das Mittelalter (besonders das sog. frühe Hochmittelalter) und die USA in ihrer vor- und nachrevolutionären Zeit sind geschichtliche Phasen mit geringer staatlicher Infrastruktur. Wir können in diesen Phasen beides sehen: wie nicht-staatliche Sozialstrukturen funktionieren und wie staatliche Okkupation abläuft. Daraus ergibt sich klarerweise, dass aus Sozialstrukturen mit geringer Staatlichkeit ein großer und starker Staat entstehen kann. Etwas anderes kann nur jemand annehmen, der davon ausgeht, den Staat habe es schon immer und von Anfang an gegeben, die Evolution der Menschheit würde vom Gruppenterror zur individuellen Freiheit führen (das ist, verkürzt gesagt, die Position von Herbert Spencer, Ayn Rand, Ralf Dahrendorf, Friedrich August von Hayek u.a., tendenziell auch von Jürgen Habermas). (Diese Theorie kommt jedoch auch in Schwierigkeiten, aber das ist eine andere Geschichte.)

Wenn es also um die Frage geht, warum wir davon ausgehen können, dass eine zukünftige Anarchie größere Stabilität hat, fallen mir folgende Punkte ein:

Mittwoch, 16. Juli 2014

Deutschland, mach dich locker!

von Tomasz M. Froelich
Die deutsche Nationalmannschaft hat in den letzten Wochen nahezu alles richtig gemacht. Sie glänzte in sportlicher Hinsicht - der Lohn: die Weltmeisterschaft. Dabei spielte sie nicht nur gut, sondern auch fair. Ein seine unterlegenen Gegner tröstender Bastian Schweinsteiger wurde zum Sinnbild des Fair Play. Und auch außerhalb der Stadien verhielt sich das DFB-Team professionell: Nach dem fulminanten 7-1 gegen Brasilien bedankten sich Neuer & Co in deutscher und portugiesischer Sprache bei den Gastgebern für ihre Gastfreundschaft, besuchten zudem örtliche Schulen und hielten Kontakt zu den ansässigen Indianer-Stämmen. Das brachte dem DFB-Team im In- und Ausland große Sympathien.

Eigentlich ein Grund zur Freude, wären da nicht die notorischen Nörgler, die alle zwei Jahre zur Fußball-Welt- oder Europameisterschaft hervorkriechen: Fußballallergiker, häufig mit zwei linken Beinen zur Welt gekommen und deshalb mit einem natürlichen Groll gegen alles, was mit Ball und Leder zu tun hat; und Antideutsche mit linkem Hirn, bei denen sich im Laufe einer WM Minderwertigkeitskomplexe und Wut ansammeln, da sich keine Sau für deren Geschwafel, das sie selbst als hyperintellektuell erachten, interessiert.

Dienstag, 15. Juli 2014

Terminhinweis: Exobase. Und: ,,The Critical Point''

Zum Vergrößern des Programms einfach das Bild anklicken.
Die chilenischen Freiheitsfreunde der Exosphere organisieren in diesen Wochen einige interessante Veranstaltungen, die unter dem Titel ,,Exobase'' laufen und von denen einige auch im deutschsprachigen Raum stattfinden. Dabei sollen in erster Linie hilfreiche Tipps zur Meisterung des eigenen Lebens und der Umwelt, die einen umgibt, gegeben werden. Der Fokus dabei liegt auf den Unternehmern oder denen, die es werden wollen. Außerdem bietet sich eine hervorragende Möglichkeit zur Bildung neuer, internationaler Netzwerke.
Exosphere ist ein Projekt, das versucht staatlichen Repressionen zu entgehen, indem es in Chile - einem laut Exosphere-Vertretern noch einigermaßen freiheitlichen Staat - eine mehr oder weniger autonome Community bildet, der sich Freiheitsfreunde anschliessen können.

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Ein anonymer Teilnehmer der Exobase-Veranstaltung im italienischen Barletta schreibt:

,,Exobase war ein Erlebnis, das mich dazu gebracht hat mir ein paar grundlegende Fragen zu stellen, denen ich im Alltag aus dem Weg gegangen bin. Sie sind so einfach zu fragen, aber so schwer zu beantworten: Warum bin ich hier bei Exobase? Warum bin ich an diesem Punkt in meinen Leben? Wer bin ich? Wer bin ich nicht?


Als mir klar wurde, dass ich keine zufriedenstellenden Antworten parat habe, musste ich einige Annahmen über mich selber in Frage stellen. In der besonderen, intimen Atmosphäre von Exobase Barletta konnte ich mich meinen Ängsten offen stellen, ohne sofort eine Bullshit-Antwort zu präsentieren.

Montag, 14. Juli 2014

Deutschland ist Fußball-Weltmeister! Auch als Libertärer darf man sich freuen

von Tomasz M. Froelich
Deutschland ist nach dem gestrigen Finalspiel gegen Argentinien nach hartem Kampf durch ein 1-0 nach Verlängerung zum vierten Mal Fußball-Weltmeister! Darüber kann man sich freuen. Als Deutscher. Und als Libertärer.

Die Freude über einen WM-Sieg der deutschen Nationalelf ist aus libertärer Sicht nicht im geringsten anstößig, wie es häufig typischerweise von libertären Fußballallergikern und notorischen Brot-und-Spiele-Nörglern (als ob sich die Leute ohne Fußball plötzlich für die ,,wahren'' Probleme interessieren würden) suggeriert wird. Man kann als Libertärer aus vielerlei Gründen die deutsche Nationalelf unterstützen, sein deutsches Heimatland lieben und dennoch den deutschen Staat, in dem man lebt, grundsätzlich oder zumindest in seiner jetzigen Form ablehnen. Liebe zur Heimat (die man etwa durch Unterstützung der heimischen Mannschaft und Huldigung der eigenen Spielkultur zum Ausdruck bringen kann) und die Ablehnung ihres Staates sind kein Widerspruch in sich. Sie bedingen nicht einander. Im Gegenteil, wie Kurt Tucholsky schrieb: ,,Der Staat schere sich fort, wenn wir unsere Heimat lieben.''

Samstag, 12. Juli 2014

Vierfaches Warnsignal für Aktien - Goldhausse zeichnet sich ab

Bisher wurden alle Warnungen in den Wind geschlagen
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
in den vergangenen Monaten habe ich in Bezug auf die Aktienmärkte immer wieder „Gefahr in Verzug!“ gerufen. Dafür gab es zahlreiche gute Gründe, denn nahezu alle bewährten Indikatoren haben massive Warnsignale gegeben. Sie signalisieren eine extrem riskante Lage an den Aktienmärkten und zeigen ein Bild, das in ähnlicher Weise nur in der Nähe der wichtigsten oberen Wendepunkte der Börsengeschichte zu beobachten war, nämlich 1929, 1972, 1987, 2000 und 2007.

Hochschulen unter Druck – wenn Forscher wegen Akquise nicht mehr zum Forschen kommen

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die deutschen Universitäten sind unterfinanziert, sagen deren Interessenvertreter seit Jahren. Angesichts zunehmender Belastungen stehe viel zu wenig Geld für den Hochschulbereich zur Verfügung. Ob dies tatsächlich so ist, kann bezweifelt werden. In vielen Fällen bedeutet „unterfinanziert“ in Wirklichkeit, dass die betreffenden Institutionen schlecht gemanagt werden. Jedenfalls sind die Universitäten vor dem Hintergrund ihrer anhaltenden Finanznot nicht untätig geblieben. Sie geben sich große Mühe, zusätzliche Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu akquirieren. Diese Entwicklung hat aber zu Problemen und Fehlsteuerungen geführt, wovon nachstehend die Rede sein soll.

Die zusätzlich eingeworbenen Mittel, im Fachjargon „Drittmittel“ genannt, sind in den letzten Jahren für die Finanzierung der Hochschulen immer bedeutsamer geworden. Als „Drittmittel“ werden diese Gelder deshalb bezeichnet, weil sie den Hochschulen nicht von ihren Bundesländern, sondern von dritter Seite zur Verfügung gestellt werden, und zwar im Wesentlichen für den Bereich der Forschung.

Freitag, 11. Juli 2014

Vier Stimmen, ein Konzert


Lesetipp: In einem kurzen Band liefert Michael von Prollius eine Einführung in die Werke von vier großen Vertretern der Österreichischen Schule der Ökonomie: Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Murray Rothbard.
Das kleine Buch, das demnächst wohl auch in den Druck gehen wird, ist online kostenfrei herunterladbar.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Wie der Kulturmarxismus die Volkskultur ins Visier nimmt und wie Liberale darauf reagieren sollten

von Johann Kaltenleithner
Wer bisher als Mitglied der spärlichen Opposition gegen die Renaissance altlinker Ideen (deren ideologische Staubdecke notdürftig abgebürstet und mit einem „progressiven“ Gewand überzogen wurden) sich vor allem an deren ökonomischen Umwälzungsplänen abarbeitete, sollte sich ernsthaft überlegen, seinen Fokus zu erweitern. Denn wie sich an der in Österreich tobenden Hymnendebatte zeigt, haben die Linken ihre Strategie der systematischen Delegitimierung aller den ihren widerstrebenden Ideen mittlerweile verbreitert und auf nunmehr die hierzulande immer noch sehr lebendige traditionelle Volkskultur ins Visier genommen. 
Diese gilt wenig überraschend als Hort des kulturellen Konservatismus und somit als wenig empfänglich für jene Imperative der political correctness, mit welchen die stockelitäre politische Klasse die widerspenstigen plebejischen Massen gedanklich zu domestizieren versucht. Da auch die Dauerbeschallung dieser „Hinterwäldler“ durch die mantraartige Wiederholung der rot-grünen Doktrin im Konzert all ihrer Proponenten vom Bundespräsidenten abwärts über die Unterrichtsministerin bis hin zum erzlinken (und natürlich aus gleichsam Fernsehkonsumenten und –verweigerern zwangsweise abgepressten Beiträgen finanzierten) Staatsfunk ORF an deren Renitenz nichts geändert hat, greifen Letztere nunmehr zu ihrer liebsten Standardwaffe, so ausgebeult und abgewetzt sich diese mittlerweile in den Augen aller anderen darstellen muss - erraten, es ist die berühmt-berüchtigte Nazikeule.

Dienstag, 8. Juli 2014

Dem einen sein Fleisch, dem anderen sein Salat

von Tommy Casagrande
Neulich begegnete mir auf Facebook wieder mal ein emotional durchgedrehter ,,Fleischessen-ist-böse-Etatist". Er agitierte gegen fleischessende Menschen, welche seiner Überzeugung nach zu intolerant seien und nur ohne sie eine tolerante Welt entstünde. Immer wieder drehen diese überzeugten Ökos verbal durch und entgleisen. Als Fleischesser wird man mit Nazivergleichen konfrontiert. Auf all das ist folgendes zu sagen:

Es ist immer problematisch, wenn ein Mensch seine subjektiven Werturteile auf solch feindselige Art und Weise präsentiert. Damit provoziert er eine aufgeladene Atmosphäre, einen verbalen Krieg mit Menschen anderer Meinung. Wofür das ganze?

Montag, 7. Juli 2014

Der Staat ist in, die Banken sind out

66% der deutschen Studenten wollen Staatsdiener werden
Marktkommentar von Claus Vogt
Liebe Leser,
die deutsche Jugend zieht es mit Macht in den Staatsdienst. Das ist die für jeden Marktwirtschaftler sehr verstörende Botschaft einer von Ernst & Young in Auftrag gegebenen repräsentativen Befragung von Studenten.

Dieser Studie zufolge ist der Öffentliche Dienst für 30% der befragten jungen Menschen „attraktiv für ihre beruflichen Pläne“. Weitere 19% zieht es in die Wissenschaft und 17% in die Kultur. Da diese beiden Bereiche sehr stark vom Staat dominiert werden, darf man sie getrost dem Staatssektor zurechnen. Das macht dann zusammengenommen 66%. Man mag es kaum glauben, aber dieser Studie zufolge wären sich also zwei Drittel der deutschen Studenten nicht zu schade, mehr oder weniger direkt für den Staat zu arbeiten.

Die öffentliche Verwaltung verwaltet sich selbst

Wo sind sie nur, meine 
Steuergroschen?
Gotthilf Steuerzahler fragt sich: Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?
Liebe Leserinnen und Leser,
die öffentliche Verwaltung in Deutschland besteht aus einer Vielzahl von Behörden und sonstigen Einrichtungen. In erster Linie befassen sich diese Dienststellen natürlich mit den Fachaufgaben, für die sie jeweils zuständig sind. Daneben erledigen sie aber auch eine Fülle von Aufgaben, die sich auf die eigene Einrichtung beziehen. Mit anderen Worten: Die Behörden beschäftigen sich mit sich selbst. Da geht es um Personal- und Finanzangelegenheiten, um Fragen der Organisation, der Unterbringung, der IT-Unterstützung und um viele andere interne Dienstleistungen, die für die Tätigkeit einer Behörde erforderlich sind.

In verschiedenen Untersuchungen wurde festgestellt, dass bei nahezu allen Behörden die auf die eigene Einrichtung bezogenen Aufgaben einen erheblichen Umfang aufweisen. Im Durchschnitt werden mehr als 20 Prozent des Personals für diese internen Steuerungs- und Unterstützungsleistungen eingesetzt, weniger als 80 Prozent kümmern sich um die Fachaufgaben. Im Einzelfall, beispielsweise bei kleineren Behörden, können es auch schon mal 30 oder sogar 40 Prozent des Personals sein, die mit internen Aufgaben beschäftigt sind. Da drängt sich natürlich sofort die Frage auf, ob die beschriebene „Verwaltung der Verwaltung“ in diesem Umfang notwendig ist.

Samstag, 5. Juli 2014

Evo Morales: Wenn Kinderarbeit die Armut überwinden soll

von Tomasz M. Froelich
Überall auf der Welt, wo Kinder arbeiten, tun sie das aus einem Grund: um ihre Familien beim Kampf ums Überleben zu unterstützen. Schuld an diesen Zuständen sei, so das weitläufige Credo, ,,der Kapitalismus''. Es ist vor allem der ach so böse, historisch verpönte Manchester-Kapitalismus, der mit Kinderarbeit assoziiert wird. Gegen ihn und ,,seine'' modernen Auswüchse galt und gilt es, im Sinne der Kinder, anzukämpfen.

Von Manchester nach La Paz sind es exakt 10.000 Kilometer und der in der bolivianischen Metropole herrschende, von den Sozialisten aller Länder gerne hofierte Präsident Evo Morales ist mindestens ebenso weit davon entfernt ein Kapitalist zu sein, sonst hätte er nicht seit seiner Amtszeit große Teile der Wirtschaft zwangsverstaatlicht und Fidel Castro zu seinem Vorbild. Er hat allerdings ein großes Problem: Trotz teils ganz guter Wirtschaftsdaten hat Bolivien immer noch ein großes Armutsproblem. Zur Lösung dieses Problems greifen Morales und seine La-Paz-Sozialisten zu einem für Sozialisten unkonventionellen, weil von ihnen verachteten Mittel: Sie erlauben die Kinderarbeit. Künftig dürfen in Bolivien Kinder schon ab zehn Jahren arbeiten. Evo Morales, der sich in der Vergangenheit schon öfter für die Kinderarbeit ausgesprochen hat, muss das beschlossene Gesetz nur noch in Kraft setzen. Er wird es tun.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Warum Cristiano Ronaldo Reizfigur ist? Es ist der Neid und nichts als der Neid!

CR/. Photo: YouTube Screenshot
von Dietmar-Dominik Hennig
Im Kern geht es bei allen derzeit im Netz wieder kursierenden Schmähungen gegen "Heulnaldo" um Neid. Neid wuchert stets im Verborgenen und es gehört zu seinem Wesen niemals offen eingestanden zu werden. In Zeiten wie diesen, wo auch Männer um "feminine" Werte mit Frauen konkurrieren müssen, spielt da eben auch sein Aussehen eine große Rolle - und schon spürt man den Nivellierungswunsch der sich leicht benachteiligt fühlenden, der etwa als Neidreiz gegen einen Franck Henry Pierre Ribéry (übrigens ein begnadeter Fußballer) sich nicht einzustellen vermag. Man fühlt sich bei dem Phänomen des Anti-Ronaldismus immer wieder an den Roman "Facial Justice" von L. P. Hartley (kongenialer Zeitgenosse von George Orwell) erinnert.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Habermanns Richtigstellung: Christentum und Sozialismus

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Christentum und Sozialismus
Zwei sich ausschließende Welthaltungen: Das Christentum lehrt die moralische Pflicht frei zu geben, der Sozialismus lehrt das Recht, dem anderen - zur Not mit Gewalt - wegzunehmen, sofern er mehr hat. Nächstenliebe und die Beraubung von wohlhabenden Minderheiten sind unvereinbar. Die Zehn Gebote enthalten überwiegend Imperative zur Sicherung von Eigentum und Leben des Nächsten (,,Du sollst nicht töten'', ,,Du sollst nicht stehlen'', ,,Du sollst nicht begehren'', usw.). Der urchristliche ,,Kommunismus'' bestand in einer freien Konsumgemeinschaft liebevollen Teilens und hatte nichts mit einer zwangsweisen ,,Verstaatlichung der Produktionsmittel'' zu tun. Der christliche Sozialist ist ein Missverständnis. Christus hat sich für sein Ideal der Gewaltlosigkeit widerstandslos ans Kreuz nageln lassen. Die radikalen Sozialisten nageln dagegen ihre Gegner ans Kreuz.

Dienstag, 1. Juli 2014

German Libertarian Party: In der Inkonsequenz liegt der Kompromiss

Manuel Peters (rechts unten) und Co. Foto: Manuel Peters.
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Manuel Peters

Am 28. Juni wurde im rheinländischen Bad Neuenahr die Deutsche Libertäre Partei (German Libertarian Party, GLP) gegründet. Zum Parteivorsitzenden wurde Manuel Peters, einst Kreissprecher der Kölner Alternative für Deutschland, gewählt. Tomasz M. Froelich sprach für Freitum mit ihm.

Ft: Herr Peters, Glückwunsch zur Gründung der German Libertarian Party! Die Partei trägt das Etikett ,,libertär'' bereits in ihrem Namen. Sie, als deren Bundesvorsitzender, schrieben hingegen erst unlängst, dass Sie sich nicht als Libertären, sondern als Nationalliberalen bezeichnen. Welche Stoßrichtung darf man von Ihrer Partei erwarten?

Termine: Juli 2014

Vor allem die erste Julihälfte ist voller interessanter Termine für Freiheitsfreunde. Wie immer empfehlen wir die Seminare des Instituts für Wertewirtschaft. Auch der Besuch der Veranstaltung ,,Offene Grenzen'' in Bonn wird sich lohnen, zumal es sich um ein aktuelles Thema handelt, bei dem unter Libertären häufig Uneinigkeit herrscht.
Im Folgenden eine Auflistung aller interessanten Veranstaltungen im Juli. Sollten Veranstaltungen in dieser Liste fehlen, so bitten wir darum, uns dies mitzuteilen.
Weitere Termine findet man hier.

Deutschlandweit, bis zum 01.07.2014: Bluten für den freien Markt in Afrika. Aktion für die Friedrich von Hayek ASBIRO Foundation, die derzeit eine Schule in Sambia baut, in der die Schüler über das Unternehmertum und den freien Markt unterrichtet werden sollen. Idee: Man geht Blut spenden und spendet das daraus erzielte Geld gebündelt bis zum 01.07.2014 an die Foundation. Natürlich sind auch gewöhnliche, ,,unblutige'' Spenden möglich. Weitere Informationen: hier. 

Seevetal, 02.07.2014, 18 Uhr: Noch eine Chance für die Liberalen? Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung. Mit Dr. Bernd Klaus Buchholz. Ort: Wassermühle Karoxbostel. Um Anmeldung wird gebeten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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