Mittwoch, 25. Juni 2014

Roland Baaders Frühwerk “Kreide für den Wolf” beim Freiheitswerk wieder erhältlich

von Dr. Michael von Prollius
Wer hätte das gedacht? 2014 ist der Sozialismus weltweit präsent, in den neunziger Jahren hielt ihn die westliche Welt für besiegt. Während damals der Systemsozialismus von Lenin, Stalin und ihren Nachfolgern unwiederbringlich untergegangen zu sein schien, dominiert heute der „Samtpfotensozialismus“: Geldsozialismus, Fiskalsozialismus, Etatismus von der Wiege bis zur Bahre prägen die Realität in Europa und darüber hinaus. Weitsichtige, unabhängige Beobachter haben frühzeitig die Gefahren für die offene Gesellschaft benannt. Einer der herausragenden war Roland Baader. Bereits 1991 warnte er vor dem „neuen Sozialismus“, vor der Hybris der Vernunft, dem Machbarkeits- und Steuerungsglauben der Sozialingenieure, die sich anmaßen, Gesellschaften und Volkswirtschaften optimieren zu können. Der unabhängige Ökonom und Sozialphilosoph aus Waghäusel prognostizierte hellsichtig, dass die Kreide fressenden Sozialisten mit allerlei wohlklingenden Versprechen nichts anderes taten, als die Menschen mittels Propaganda, einer Umwertung der Werte und Bestechung – mit ihrem eigenen Geld – zu entmündigen.


Fast ein Vierteljahrhundert später ist das im Kontext der Freiheitsrevolution Osteuropas geschriebene, aber zeitlos gültige Buch wieder verfügbar, zunächst als E-Book, schon bald in gedruckter Form. Als Grundlagenbuch über die Freiheit und ihre Feinde ist Kreide für den Wolf von bleibendem Wert angesichts der vielen Richtigstellungen verbreiteter Irrtümer und der facettenreichen Diagnosen historisch-mentaler Ursachen des Sozialismus, den Roland Baader treffenderweise für viel verbreiteter hält als gemeinhin angenommen.

Der Privatgelehrte hat das Buch nicht nur als Warnung vor dem sozialistischen Wolf geschrieben, sondern auch, „um denjenigen, die sich nicht für Sozialisten halten, zu zeigen, daß sie dennoch Sozialisten sind, und um ihnen aufzuzeigen, was sie wissen und begreifen müssen, um wirklich das sein zu können, was sie zu sein glauben: Freie Menschen.“ Roland Baader hält diese zweite Aufklärung für eine besonders drängende Aufgabe, weil die Stunde des vermeintlich wahren, edlen und unverfälschten, menschenwürdigen Sozialismus geschlagen habe. Scharfsinnig erkennt der Freiheitsdenker, dass der Neosozialismus der Wohlfahrt entspringe, weil nur wohlhabende Regierungen und Staaten sich heute eine derartige Verschwendung leisten könnten.

Sprachlich und inhaltlich nimmt der Band viel von dem sich anschließenden Werk Baaders vorweg. Roland Baader nennt die Dinge beim Namen, spöttisch, despektierlich, wortgewaltig, sehr belesen. Grotesken werden sichtbar, wenn die vermeintliche Errungenschaft einer Rentenreform übersetzt wird in das, was sie ist: eine Rente von den Bürgern durch die Bürger für die Bürger, dirigiert und vermasselt durch den Staat. Treffend konstatiert Roland Baader: „Was am Sozialismus ‚menschlich’ sein soll, das ist in Wirklichkeit nur die Illusion, der Irrtum und der Wahn.“ Seine Prognose nach zahlreichen ideengeschichtlichen, historischen, ökonomischen und rechtlichen Richtigstellungen lautet: Sozialsozialismus und Überschuldung. Das bringt die Lage im EU-Europa 2014 auf den Punkt.

Es bleibt eine kleine Hoffnung, dass sich Roland Baaders Traum erfüllt, nämlich die eingangs geschilderte Rede eines Bundestagsabgeordneten, der sich gegen den Wohlfahrtsstaatpaternalismus wendet und einen klassisch liberalen Freiheitsstaat fordert, und – so ließe sich ergänzen – damit der Sehnsucht einer Vielzahl von Menschen in Deutschland eine Stimme verleiht, die Kreide für den Wolf. Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus gelesen und verinnerlicht haben.
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Roland Baader: “Kreide für den Wolf – Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus”
Erstauflage Böblingen 1991
Neuauflage als E-Book 2014 hg. vom Freiheitswerk
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Dieser Beitrag von Dr. Michael von Prollius erschien zuerst auf der Internetseite vom Freiheitswerk.

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